Phyllostachys aurea // Goldrohr-Bambus, Knoten-Bambus

Familie Poaceae, Süßgräser
Pflanzen pro qm 1.00
Wikipedia Phyllostachys aurea
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Phyllostachys aurea: Der Goldrohr-Bambus wächst im Unterwuchs lichter Bergwälder im südlichen China und in Vietnam. In Europa hat er sich neophhytisch in Italien und teilweise auch in England etablieren können. Daneben gibt es verwilderte Vorkommen im Kaukasus, Australien und von den US-Südstaaten über Mittelamerika bis Südamerika.



Alter, vitaler Bestand von Phyllostachys aurea mit etwas aufgeasteten Rohren.

Die humos-skelettreichen Böden sind nahrhaft und mäßig basenreich bis sauer. Die hohen Niederschläge im natürlichen Verbreitungsgebiet sorgen für ganzjährig frische bis sickerfeuchte Bedingungen.

Die gute Drainage bzw. die Hanglagen sorgen aber für guten Wasserabfluss, so dass keine stauende Nässe auftritt.



Etwas unruhige, aber interessante Heckeneinfassung

Beschreibung: Phyllostachys aurea ist ein immergrüner, flächig wachsender Bambus. Er erreicht am Naturstandort bis zu 12 m Wuchshöhe, in Mitteleuropa ist die wärmebedürftige Art deutlich wuchsschwächer. Je nach Standort vergehen fünf bis zehn Jahre, bis kräftige Wuchsleistungen zu erwarten sind. Erst dann beginnt die Art auch ernsthaft, in die Fläche zu wuchern.

Als Endhöhen sind etwa 5 m zu erwarten. Die Triebe werden bis zu 2 cm im Durchmesser stark (5 cm am Naturstandort). Sie sind im ersten Jahr frisch-grün und leicht bläulich bemehlt. Später nehmen sie eine rein grüne Färbung an. Unverwechselbar wird die Art durch die Stauchungen an den Internodien.

Die Belaubung bleibt auch im Alter mehr oder weniger bodentief erhalten. Die Triebe stehen  auch im Alter weitgehend aufrecht und biegen sich relativ wenig zur Seite. Der Farbton des Laubes ist gelblich-grün.

In China werden die jungen Schößlinge verzehrt.

Ähnlich sind die winterhärtere Phyllostachys nuda mit grünen Trieben und die noch wuchskräftigere  Phyllostachys aureosulcata mit grünlichen oder orange-gelben Trieben. Als ebenfalls etwas frostempfindlicher gilt  Phyllostachys nigra mit schwarz-braunen Trieben.

Verwendung: Phyllostachys aurea ist von beeindruckender Wuchskraft, wenn er sich voll etabliert hat. Durch das leicht gelbstichige Laub ergänzt er das Sortiment der Phyllostachus-Arten durchaus sinnvoll. Auf manchen Betrachter mag die Laubfärbung aber auch etwas chlorotisch wirken. Er wird gelegentlich als Heckenelement verwendet.

Im Unterwuchs lichter Bäume entstehen exotische Waldsituationen. Allerdings muss eine wirkungsvolle Wurzelsperre vorgesehen werden, sollen sich mittelfristig noch andere Stauden oder Sträucher halten.

Mitunter wird Phyllostachys aurea auch in sehr großen Pflanzgefäßen gehalten. Die Überwinterung im Freien ist hier aber nur mit besonderen Schutzmaßnahmen möglich (insbesondere Reduktion der Verdunstung durch Zusammenbinden der Triebe, Sonnen- und Windschutz sowie fortwährende Wässerung des nicht durchfrierenden Ballens).





Charakteristisch ist das immer leicht gelbstichige Blattwerk.

Kultur: Phyllostachys aurea ist nur in den wärmeren Regionen Mitteleuropas ausreichend winterhart und vital. Hier nimmt er bei ganzjährig guter Wasserversorgung ohne Trockenphasen genug Energie aus dem Sommer mit, um auch mal tiefere Frostphasen zu überstehen. Auch verträgt er keine Wintersonne in Verbindung mit gefrorenen Böden. Es kommt rasch zu erheblichen Trockenschäden.

In rauhen Lagen/Regionen friert die Art alle paar Jahre gänzlich zurück. Um möglichst vitale Bestände zu erhalten, sollten daher generell windgeschützte, wärmebegünstigte aber trotzdem luftfeuchte Lagen gewählt werden. Während bei ausreichender Bodenfeuchte im Sommer sonnige Standorte wegen der höheren Wärmemenge günstig sind, sollten die tiefer stehende Sonne im Winter von Gebäuden oder dichten Baumkronen abgefangen werden.

Soll die Art ihre volle Wuchskraft entfalten, müssen Trockenphasen vermieden werden und den Sommer über gewässert werden.

Phyllostachys aurea sollte generell mit effektiven, tiefreichenden Wurzelsperren versehen werden. Die Rhizome sind in der Lage, auch Mauerwerk zu beschädigen.



Großflächiger Frostschaden, der aber noch nicht zum völligen Absterben der Triebe geführt hat.

Sorten:
  • Holochrysa: wie der Typ, aber mit zunächst grünen, später gelb ausfärbenden Trieben (Synonym: 'Kansai')
  • Koi: wie der Typ, aber mit gelb ausfärbenden Trieben mit grünem Strich über den Knospen der Seitentriebe
  • Bilder


















    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blattfärbung Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    Strauch
    Großstrauch
    flächendeckend
    150-250 cm Höhe
    grün
    hellgrün
    gelblich
    ungiftig
    essbar
    unbedeutend
    Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit
    frisch
    gut drainiert
    nicht austrocknend
    feucht
    sonnig
    halbschattig
    absonnig
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    humos
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    keine Bodenverdichtung
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr reiche Böden
    frostfreie Lage
    sehr wintermilde Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    luftfeuchte und/oder kühle Lagen
    gemäßigte Klimate
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
    Asien
    Ostasien/China/Mandschurei
    befriedigend
    Mittel
    strukturbildender Solitär
    unverträglich
    Asiatisch-Exotischer Garten
    Mediterraner Garten
    Repräsentative Gärten
    Waldgarten
    für Pflanzgefäße geeignet
    Hecken
    Schnitthecke
    Freie Blütenhecke
    Nebensortiment
    winter-/immergrün
    Lebensbereich
    Gehölz/Wald
    Gehölzrand/Staudenfluren