Koenigia polystachya (Aconogonon polystachyum) // Himalaja-Bergknöterich

Familie Polygonaceae, Knöterichgewächse
Pflanzen pro qm 3.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Koenigia polystachya (Aconogonon polystachyum)

Der Himalaja-Bergknöterich ist in der zentralen Himalaya-Region oberhalb von 2.000 m bis in 4.500 m Höhe verbreitet.

In weiten Teilen West-Europas ist er neophytisch eingebürgert. An der Pazifikküste der USA und Kanadas verhält er sich invasiv und darf nicht in Verkehr gebracht werden. Auf Sri Lanka bedroht er heimische Staudenfluren.

In Deutschland gibt es v.a. im Hügel- und Bergland stellenweise neophytische, etablierte Populationen. In der Schweiz ist er stark verbreitet mit einem Schwerpunkt im Mittelland und Nebenvorkommen in den Voralpen, Tessin und den Ost-Alpen. Typischerweise stellt er sich an leicht gestörten, frischen, nahrhaften Giersch-Staudensäumen entlang von (Wald-)Wegen ein.



Wuchtiger Bestand des Himalaya-Bergknöterichs Mitte September.

Koenigia polystachya besiedelt frische bis feuchte Waldlichtungen und Waldränder, Fluss- und Bachauen sowie Hochstaudenfluren auf nahrhaften Berghängen.

Die Standorte sind absonnig bis sonnig.



Zwischen Ende September und Mitte Oktober setzt eine gelbliche Herbstfärbung ein, die aber nur bedingt zierend ist.

Beschreibung
Der Himalaja-Bergknöterich ist eine sommergrüne, durch Rhizome in die Fläche drängende Staude. Er erreicht Wuchshöhen von etwa 120 bis 180 cm.

Die unteren Stengelblätter werden bis zu 30 cm lang. Sie sind kurz gestielt mit einem rechtwinklig zum Mittelnerv abschließenden Blattgrund. Sie sind unterseits dicht behaart und leicht grau-grünlich. Vom Austrieb bis zur Blüte findet sich die Behaarung auch oberseits und erzeugt im Gegenlicht einen attraktiven Schimmer.

Die Stengel sind mitunter deutlich rötlich überlaufen. Die endständigen, weißen oder rosa-weißen Blütenrispen erscheinen ab etwa Anfang September bis Ende Oktober. Sie verströmen einen angenehmen Duft.

Die jungen Stengel schmecken angenehm säuerlich und können roh oder blanchiert verzehrt werden.

In Europa sind die Synonyme Aconogonon polystachyum oder Polygonum polystachyum gebräuchlicher. Mitunter findet auch das Synonym Persicaria wallichii Verwendung.



Im Austrieb sind die jungen Blätter auch oberseits zierend behaart.

Verwendungshinweise
Ein üppiger Bestand von Koenigia polystachya macht durchaus Eindruck und vermittelt schon in der Aufwuchsphase eine reizvolle, dynamische Atmosphäre. Die herbstliche Blüte ist nicht überbordend, aber ansehnlich und zu dieser Jahreszeit eine interessante Bereicherung des Sortiments.

Wer also einen sehr großen Garten zur Verfügung hat und einen frischen Gehölzrand oder den Hintergrund eines mächtigen Staudenbeetes beleben will, mag versucht sein, die Art einzusetzen.

Vor dem Hintergrund der invasiven Tendenzen sollte man sich aber sicher sein, dass ein Verdriften in den umgebenden Naturraum ausgeschlossen ist. In Anbetracht der vegetativen Etablierungspotenziale sind die meisten Vorstadt- und Landhausgärten kritische Heimstätten für die Art.

In vielen Fällen wird es besser sein, auf die zwar sehr häufig zu sehende, aber auch wirklich attraktive Aconogonon x fennicum zurückzugreifen. Auch die eng verwandte, breitblättrige Koenigia weyrichii ist eine Alternative mit bislang geringerem Invasionspotenzial.

Im Versandhandel ist der Himalaja-Bergknöterich mit etwas Mühe als Topfware zu beziehen.



Die Laubfarbe macht die Art schon lange vor der späten Blüte zu einem interessanten Blickfang.

Kultur
Aconogonon polystachyum ist auf frischen, tiefgründigen und nahrhaften Böden robust und durchsetzungsstark. Es gibt nicht viele Stauden, die seinem Ausbreitungsdruck dauerhaft standhalten. Es ist allerdings mit regelmäßiger Aufmerksamkeit möglich, seiner Herr zu bleiben.

Bei ausreichender Bodenfeuchte, die in der Regel Bewässerung während sommerlicher Trockenperioden erfordert, kann der Standort auch sonnig sein.

Die Vermehrung ist vegetativ sehr effektiv über die kräftigen Ausläufer möglich. Es reichen aber sogar schon kurze Stengelabschnitt, die sich willig an den Internodien bewurzeln. Dies kann auch unerwünscht auf dem Kompost, im Beet oder in unsachgemäß entsorgten Gartenabfällen erfolgen.

Bilder



























Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
flächendeckend
100-150 cm Höhe
150-250 cm Höhe
weiß
rosé-weiß
September
Oktober
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
essbar
vorhanden
frisch
feucht
sonnig
halbschattig
absonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Asien
Zentral-Asien
Liebhaberpflanze
Mittel
strukturbildender Solitär
strukturbildender Gruppen-Solitär
unverträglich
Asiatisch-Exotischer Garten
Repräsentative Gärten
Waldgarten
Insektenweide
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Raritäten/Saatgut
sommergrün
Gehölz/Wald
Gehölzrand/Staudenfluren