Tanacetum vulgare // Rainfarn

Familie Asteraceae, Korbblütler
Pflanzen pro qm 4.00
Wikipedia Tanacetum vulgare
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Tanacetum vulgare: Der Rainfarn ist im gesamten eurasiatischen Raum von den Tieflagen bis in montane Stufen verbreitet. In weiten Teilen der USA und Kanadas, in Südamerika und im Osten Australiens ist er neophytisch eingebürgert (Karte der Gesamtverbreitung).

Tanacetum vulgare ist eine Kennart der Möhren-Steinkleefluren entlang von sonnig-warmen Staudensäume oder schottrigen Brachflächen. Sie kann hier zusammen mit dem Gewöhnlichem Beifuß sehr dominant auftreten und ein sehr dauerhaftes Sukzessionsstadium bilden, das Gehölzaufkommen lange unterdrücken kann. Daneben stellt sie sich auch immer mal wieder in stickstoffreicheren, ausdauernden Klettenfluren an Weg- und Waldrändern ein.



Tanacetum vulgare in einem Wegsaum mit Wegwarte und Wiesen-Sauerampfer

Die Substrate sind kalk-/basenreich und in der Regel nur mäßig strickstoffreich. Bevorzugt werden frische Standorte, Sommertrocknis stärkt die Art allerdings v.a. auf reicheren Böden im Konkurrenzkampf mit noch wuchskräftigen Ruderalstauden.

Der Rainfarn ist lichtliebend und kümmert bereits in halbschattigen Lagen.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (6)  Kontinentalität (4)  Feuchte (5)  Reaktion (8)  Stickstoff (5)



Rainfarn zusammen mit Sichelmöhre, vereinzelt Land-Reitgras und Glatthafer in einer sommertrockenen Böschung.

Beschreibung: Der Rainfarn ist eine durch Rhizomausläufer rasch in die Fläche drängende Staude und erreicht Wuchshöhen von 80 bis 120 cm. Sie überwintert mit einer wintergrünen Halbrosette.

Das dunkel-grüne, etwas graustichige Laub ist tief gefiedert und randlich scharf gezähnt.

Die gelben Röhrenblüten stehen ohne Zungenblüten in Doldenrispen. Die Blütezeit reicht von Anfang Juli bis Ende August. Die Samenstände sind den Winter über strukturstabil und durchaus zierend.

Die gesamte Pflanze riecht ausgeprägt aromatisch-bitter und ist stark giftig. In der Vormoderene wurde sie dennoch für Wurmkuren verwendet.



Die dunklen Samenstände harmonieren im Winter sehr schön mit hellen Gräser-Rispen wie in dieser ruderalen Land-Reitgras-Flur.

Verwendungshinweise: Tanacetum vulgare ist eine v.a. im Tiefland und in urbanen Räumen sehr häufig anzutreffende Wildstaude, die in vielen Garten-Situationen sicher vorrangig als Unkraut betrachtet wird.

Insbesondere im öffentlichen Raum wird ihre Verwendung kaum als gärtnerischer Wille anerkannt werden.

In naturhaften, bunten Staudensäumen kann sie aber in gepflegten Anlagen durchaus sinnvoll verwendet werden.

Als alte Heilpflanze fehlte sie außerdem in kaum einem Klostergarten und kann daher auch in Kräuter- und Bauerngärten ergänzend eingesetzt werden. Hier empfiehlt sich vorrangig die nur sehr selten eingesetzte, ungewöhnliche Auslese "Crispum", die als historische Klostergarten-Staude einen deutlich kultivierteren Eindruck macht und zudem etwas weniger ausbreitungswütig ist.



'Crispum' ist die etwas kultiviertere Auslese mit krausem Blattwerk für den Kräutergarten.

Kultur: Die Art ist ausgesprochen robust und durchsetzungsfähig. Der Pflegebedarf entsteht in erster Linie aus dem Erfordernis, ihren Ausbreitungsdrang (vegetativ wie generativ) im Zaum zu halten. Sämlinge entwickeln sich rasch und kommen bei Keimung im Frühjahr meist noch im ersten Sommer zur Blüte.

Mit vertretbarem Aufwand ist sie auf nicht zu nahrhaften, mäßig trockenen Böden im Verbund mit anderen, kräftigen Wildstauden kontrollierbar. Auch eine gelegentliche Mahd der Flächen schwächt die Konkurrenzkraft des Rainfarnes. Insgesamt ist sie für einen Garten aber nicht so bedrohlich wie die neophytische Kanadische Goldrute, mit der man sie in Natura oft vergemeinschaftet sieht.

Sorten:
  • Crispum: bis 80 cm hoch, auffällig stark gekräuselte Blätter, etwas schwachwüchsiger und weniger expansionsfreudig als der Typ, historische Heil- und Färberpflanze
  • Isla Gold: bis 80 cm hoch, laubschöne Auslese, im Austrieb leuchtend grünlich-gelb, später gelblich-grün, schwachwüchsiger und weniger vital als die Wildform
  • Bilder









    Crispum



    Crispum



    Crispum



























    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    flächendeckend
    60-100 cm Höhe
    100-150 cm Höhe
    gelb
    Juli
    August
    hellgrün
    dunkel-grün
    gelblich
    Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
    zierend/strukturstark
    stark giftig
    Heil-/Gewürzpflanze
    ausgeprägt
    mäßig trocken
    frisch
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    poröser Schotter
    kalk-/basenreich
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    gemäßigte Klimate
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    Nordeuropa
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    Asien
    Ostasien/China/Mandschurei
    Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
    Sibirien
    Zentral-Asien
    Kleinasien
    Vord. Orient
    befriedigend
    Gering
    strukturbildender Gruppen-Solitär
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    Staudenfluren Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
    Staudenfluren trockenwarmer Standorte
    Ländlicher Garten
    Klostergarten
    Rabatte
    Insektenweide
    Bodenfestiger (Halden/Böschungen)
    Hauptsortiment
    sommergrün
    zierende Winterstruktur
    Gehölzrand/Staudenfluren