Nandina domestica / Heiliger Bambus, Himmelsbambus

Nandina_domestica_himmelsbambus_11 Familie Berberidaceae, Sauerdorngewächse
Pflanzen pro qm 2.00
Wikipedia Nandina domestica

Beschreibung

Naturstandort

Der Heilige Bambus (Nandina domestica) kommt vom mittleren Osten bis in den südlichen Osten Chinas vor. Im Himalaya fehlt er oberhalb von 1.000 m, tritt auf seiner Südseite aber im Norden Indiens wieder auf. Nach Westen reicht das Verbreitungsgebiet bis Japan. Im Süd-Osten der USA und in Teilen Perus gilt er als stellenweise eingebürgert.

Der Heilige Bambus wächst im Unterwuchs von Laub- und Mischwäldern, gerne an etwas lichteren Stellen wie Bachläufen oder kleineren Lichtungen. Im Siedlungsbereich tritt er gelegentlich auch an gestörten Plätzen wie Straßenböschungen auf Rohböden auf.

An die Bodeneigenschaften werden geringe Anforderungen gestellt. Es werden basenreiche bis saure, humose bis schottrige Substrate toleriert. V.a. im unmittelbaren Wurzelteller von Altbäumen können die Standorte durchaus auch von Trockenstress geprägt sein.

Die gerne etwas luftfeuchten Standorte sind sonnig bis schattig.

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Ein Exemplar mit einsetzender Herbstfärbung im Oktober.

Beschreibung

Nandina domestica ist ein immergrüner Strauch, der eine Vielzahl wenig verzweigter Bodentriebe treibt. Er erreicht im Verbreitungsgebiet unter idealen Bedingungen bis zu 300 cm Höhe. In Mitteleuropa werden nach 10 Jahren selten mehr als 150 cm erreicht. Das Höhenwachstum erfolgt ähnlich wie bei den echten Bambussen ausschließlich durch die im Idealfall mit jedem Standjahr kräftigeren und höheren Bodentriebe.

Das grüne, etwas glänzende Laub ist gefiedert und bildet bogig überhängende "Wedel". Der Austrieb im Frühling ist rötlich. Je nach Standort verfärben sich zumindest Teile des Laubes über die Wintermonate ebenfalls rötlich, in einigen Sorten sogar leuchtend rot. In sonnigen Lagen ist der Effekt ausgeprägter, er kann aber auch ausbleiben.

Von Juni bis August erscheinen in Freilandkultur creme-weiße, große Blütenrispen, im Wintergarten entsprechend früher.

Aus den Blüten entwickeln sich bei den weiblichen Pflanzen leuchtend rote, sehr zierende Früchte schon zeitgleich mit den letzten Blüten. Die Früchte bleiben den Winter hindurch haften und werden kaum von Vögeln genommen. Es gibt Sorten, die männliche und weibliche Blüten an einer Pflanze aufweisen und selbstbefruchtend sind.

Die Pflanze ist in allen Teilen giftig.



Blüten werden bis in den Herbst immer wieder nachgebildet, so dass Blüten und Beeren  gleichzeitig zu bestaunen sind.

Verwendungshinweise

Nandina domestica wird bislang noch recht selten verwendet, hat aber das Potenzial, zu einem sehr beliebten Begleiter in Vorgärten aller Art zu werden.

Derzeit ist es aber noch eine ungewöhnliche Erscheinung, die auch repräsentative Gärten und exotische Situationen bereichern kann.

Sie ist in der Wirkung dynamischer als die meisten anderen Immergrünen, wirkt aber dennoch v.a. in exotisch-naturhaften Situationen am interessantesten.

In größeren Pflanzgefäßen ist sie ebenfalls eine ganzjährig ansprechende Option. Der Wurzelballen darf aber nicht gänzlich durchfrieren. Eine Überwinterung im ungeheizten, hellen Kalthaus ist ebenfalls möglich und der Entwicklung zuträglich.



Nandina domestica wird meist als Solitär verwendet. Schöner ist er aber eigentlich in Mischpflanzungen mit anderen Sträuchern.

Kultur

Nandina domestica ist in geschützten Lagen durchaus winterhart. Exemplare, die geschwächt in den Winter gehen, frieren mitunter bodentief zurück, treiben normalerweise aber wieder aus. Wenn der Vorgang zu häufig auftritt, leidet die Vitalität spürbar.

Auf zu nahrhaften Standorten leidet die Winterhärte etwas, da die Triebe schlechter ausreifen.

Sicherheitshalber sollten generell windgeschützte Standorte gewählt werden, in sehr winterharten Gegenden mit häufigen, sehr tiefen Barfrösten (unter -15 Grad) bieten sich zusätzlich Standorte an Wärme abstrahlenden Gebäudeteilen an.

Etablierte Exemplare sind gut trockenheitsverträglich und können sogar dem Wurzeldruck älterer Gehölze widerstehen.

Sorten:

In den USA und Japan gibt es eine Vielzahl von Sorten mit unterschiedlichem Wuchsverhalten, Größe und Winterhärte. Mit vertretbarem Aufwand sind nur einige Wenige davon in Mitteleuropa zu beziehen.
  • Firepower: bis 60 cm hoch, rosa-weinrote Winterfärbung (handelsüblich)
  • Monfar: bis 100 cm hoch, grünlich-violett-roter Austrieb
  • Nana: bis 40 cm hohe Zwergform
  • Richmond: bis 150 cm hoch, selbstfruchtend, etwas frostempfindlicher (handelsüblich)
  • Seika: bis 100 cm, bräunlich-roter Austrieb
  • Twilight: bis 120 cm, mittelgrünes Laub mit unterschiedlich intensiver, crémefarbener Marmorierung und rosafarbenem Austrieb

Bilder





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Attribute

Lebensform Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung Zierwert Frucht
Strauch
Halb-/Zwergstrauch
Klein-Strauch
weiß
Juli
grün
rötlich
zierende Herbstfärbung
bräunlich
zierend/strukturstark
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
giftig
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
feucht
vollsonnig
sonnig
halbschattig
sommerlich schattig
absonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
organische Böden
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
gut
Gering
strukturbildender Solitär
strukturbildender Gruppen-Solitär
verträglich
Asiatisch-Exotischer Garten
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Waldgarten
für Pflanzgefäße geeignet
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Hauptsortiment
zierende Winterstruktur
winter-/immergrün
Gehölz/Wald
Gehölzrand/Staudenfluren