Helianthus tuberosus / Topinambur

Familie Korbblütler
Pflanzen pro qm 3.00
Wikipedia Helianthus tuberosus
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Helianthus tuberosus


Topinambur stammt ursprünglich vermutlich aus den zentralen Präriestaaten der USA, die nahrhaften Wurzelknollen wurden aber schon von den Ureinwohnern Nordamerikas genutzt. Das heutige, sich über weite Teile der USA erstreckende Verbreitungsgebiet dürfte anthropogen bedingt sein.

Im natürlichen Verbreitungsgebiet besiedelt Helianthus tuberosus von den Tieflagen bis in montane Höhen mäßig trockene bis feuchte Staudenfluren vor süd-exponierten Gehölzrändern, in Hochgras-Prärien und aufgelassenem Weideland sowie entlang von Fließgewässern.

In urbanen Gebieten wächst er in stickstoff- und eher basenreichen sowie (voll-)sonnigen Ruderalfluren.

In Mitteleruropa ist die Art ein aggressiver Neophyt, der sich in weiten Teilen Deutschlands in nitrophytischen Ruderalfluren etabliert hat.

Sehr vitale und raumgreifende Bestände entwickelt Helianthus tuberosus außerdem in stickstoffreichen Uferstaudenfluren auf sehr frischen bis feuchten und gleichzeitig wärmebegünstigten Standorten. Die Art bedroht hier wertvolle heimische Biotope insbesondere der Weichholzauen.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)   ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (7)  Kontinentalität (?)  Feuchte (6)  Reaktion (7)  Stickstoff (8)

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Klassischer Einsatz im ländlichen Garten

Beschreibung

Topinambur ist eine sommergrüne, durch kräftige und weitstreichende Ausläufer rasant in die Fläche drängende Staude. Die Wuchshöhe hängt von den Standortbedingungen ab und schwankt zwischen 120 cm auf stickstoffärmeren, trockeneren Substraten und bis zu 250 cm auf nahrhaften, feuchten Böden. Durch diverse Hybridisierungen ist die Art außerdem auch genetisch bedingt recht variabel.

Die goldgelben Scheibenblüten erscheinen erst ab Mitte oder gar Ende September und blühen bis zu den ersten ernsthafteren Frösten im November. Die Röhrenblüten sind gelb und die Blütenstiele vollständig beblättert. Meist reicht die Zeit nicht, um keimfähige Samen anzusetzen.

Die Wurzelknollen sind essbar und können roh als Salatzutat, gekocht und gebraten wie Kartoffeln verwendet werden. Sie entwickeln sich ab dem Spätsommer und werden während der winterlichen Ruhezeit der Staude geerntet. Die reine Wildform hat weniger ausgeprägt verdickte Knollen als die Kulturformen. Auch junge Blatttriebe sollen schmackhafte Salatbeilagen sein.

Bis zum Siegeszug der Kartoffel im 18. Jahrhundert war Topinanbur über etwa 100 Jahre in Europa eine wichtige Feldfrucht.

Man kann vermutlich davon ausgehen, dass die Variabilität der Staudensonnenblume maßgeblich durch Hybridisierungen verstärkt wird. Üblich sind insbesondere Hybriden mit Helianthus pauciflorus (= Helianthus x laetiflorus). Diese Hybride bildet nur angedeutete Knollen in Form von etwas verdickten Rhizomen aus. Ihre Röhrenblüten sind rötlich-braun und der Blütenstiel etwa 20 cm lang unbeblättert. Die Kronblätter liegen bei H. x laetiflorus dachziegelig eng an, während sie beim Topinambur an den Spitzen deutlich abstehen.

Verwendungshinweise

Topinambur und andere, optisch sehr ähnliche Stauden-Sonnenblumen sind wegen ihrer enormen Robustheit sehr beliebte Begleiter in allen möglichen Gartensituationen.

In anspruchsvollen Pflanzkonzepten muss ihr Einsatz wohl überlegt sein. In Verbindung mit dem  wuchernden und stark zur Verwilderung neigenden Wuchsverhaltens ist sie nur in Sonderfällen zu empfehlen.

Kultur

An die Standortbedingungen stellt die Art sehr geringe Anforderungen, auf trockeneren und stickstoffärmeren Standorten ist sie etwas leichter zu zähmen.

V.a. in etwas schattig-feuchten Lagen sieht man auf den Blättern ab dem Spätsommer oft einen mehligen Pilzbefall.

Sorten:
  • Gigant: wüchsig, 150 bis 200 cm hoch, etwas früher blühend
  • Gute Gelbe: wüchsig, 200 bis 250 cm hoch

Bilder


















Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blattfärbung Geniessbarkeit/Giftwirkung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
flächendeckend
150-250 cm Höhe
gelb
grün
dunkel-grün
ungiftig
essbar
Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P)
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
sommertrocken
feucht
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich Handelsgängigkeit
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Amerika
Nordamerika
in Sonderfällen
Sehr gering
strukturbildender Solitär
unverträglich
Ländlicher Garten
Repräsentative Gärten
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Wiese/Prärie
Hauptsortiment
Belaubung Lebensbereich
sommergrün
Felssteppen
Steppen
Gehölzrand/Staudenfluren