Anchusa officinalis / Gewöhnliche Ochsenzunge

Anchusa_officinalis_gemeine_ochsenzunge_11 Familie Boraginaceae, Raublattgewächse
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Anchusa officinalis
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Anchusa officinalis: Die Gewöhnliche Ochsenzunge hat einen ost- und süd-ost-europäischen Verbreitungsschwerpunkt und die Vorkommen dünnen nach Westen merklich aus. Die Ost-West-Verbreitung reicht von Afghanistan bis Fankreich. Die Südgrenze verläuft von der Türkei über Giechenland nach Italien. In Skandinavien ist sie selten und wohl nur in Schweden urwüchsig.

Im westlichen Mitteleuropa handelt es sich um aus Kultur verwilderte, archaeophytische Vorkommen der früher als Gemüse verzehrten und in der Volksmedizin eingesetzten Pflanze.

In Deutschland konzentriert sich die Verbreitung auffällig auf die östliche Norddeutsche Tiefebene. Daneben ist Anchusa officinalis in der Oberrheinebene und südlich von Rhön und Thüringer Wald häufiger anzutreffen. In den Mittelgebirgsregionen ist die Art mit Ausnahme der östlichen Fränkischen Alb nur vereinzelt anzutreffen (Verbreitungskarte Deutschland).



Anchusa officinalis in einer urbanen Ruderalflur mit verwilderten Kartoffel-Rosen 'Hansa' .

In Mitteleuropa besiedelt die Gewöhnliche Ochsenzunge vollsonnige, trocken-warme, meist basenreichere und mäßig stickstoffreiche Ruderalfluren. Anchusa officinalis ist eine Charakterart der wärmeliebenden Eselsdiestel-Fluren.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (9)  Temperatur (7)  Kontinentalität (5)  Feuchte (3)  Reaktion (7)  Stickstoff (5)

Beschreibung

Die Gewöhnliche Ochsenzunge ist eine zweijährige Pflanze, die auf reicheren Böden bis zu 80 (100) cm Wuchshöhe erreicht, meist jedoch nicht höher als 40 bis 60 cm wird.  Die Blätter sind rauh behaart.

Die intensiv blauen bis blau-violetten Blüten stehen in verzweigten Doppelwickeln und erscheinen im Juni/Juli.

Die gesamte Pflanze weist giftige Konzentrationen von Toxinen auf.

Verwendungshinweise

Anchusa officinalis ist im Handel nur vereinzelt als Saatgut zu beziehen. Aufgrund der ungewöhnlichen Blütenfarbe und der ausgeprägten Anspruchslosigkeit kann sie aber zur Ergänzung von trocken-warmen, vollsonnigen Wiesen und blütenreichen Ruderalfluren herangezogen werden.

Passende Partner sind andere kurzlebige Ruderal-Kräuter wie Gemeine Natternzunge, Wilde Möhre, Graukresse, Acker-Hundskamille, Mutterkraut oder Garten-Feldrittersporn.

Als alte Kulturpflanze kommt zudem eine Verwendung in Bauern- und Klostergärten in Frage, wobei heute von einem Verzehr abzuraten ist.

In ländlichen Rabatten wird heute in der Regel die mediterrane Anchusa azurea eingesetzt. Deren himmelblauen Blüten erzielen die bessere Fernwirkung, dafür hat Anchusa officinalis die ungewöhnlichere Anordnung der Blüten und muss sich nicht verstecken. Eine regelmäßigere Verwendung wäre durchaus angemessen.



Das tiefe Blau der Blüten trägt nicht weit, sucht aus der Nähe aber Seinesgleichen.

Kultur

Die Etablierung erfolgt über Saatgut, wofür offene, vegetationsarme , basenreiche Mineralböden erforderlich sind. Gut geeignet sind humusarme Sand- und Schottersubstrate.

Soll sich die Ochsenzunge dauerhaft halten, benötigt sie regelmäßige Störungen der Vegetationsdecke.

Schon in halbschattigen Lagen ist sie nicht konkurrenzfähig und wächst kümmerlich. Gelegentliche sommerliche Trockenphasen sind hilfreich und Feuchtlagen ungeeignet.

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
zweijährig
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
30-60 cm Höhe
blau
Juni
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
giftig
essbar
unbedeutend
trocken
mäßig trocken
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Staudenfluren
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Mitteleuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Zentral-Asien
Liebhaberpflanze
Mittel
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Lebensbereich
Ländlicher Garten
Steppenpflanzung
Klostergarten
Raritäten/Saatgut
Felssteppen