Helichrysum arenarium / Sand-Strohblume

Helichrysum_arenarium_sand-strohblume_11 Familie Asteraceae, Korbblütler
Pflanzen pro qm 15.00
Wikipedia Helichrysum arenarium
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Helichrysum arenarium: Das Verbreitungsgebiet der Sand-Strohblume erstreckt sich von Süd-Sakandinavien bis Südfrankreich und über Mittel- und Ost-Europa bis in den Westen Sibiriens und nach Zentral-Asien. Die Sand-Strohblume gilt europaweit als stark gefährdet und ist streng geschützt.



Helichrysum arenarium am sandigen Wegesrand einer Schaftrift in der Uckermark

In Deutschland ist die Art im Wesentlichen in der ostdeutschen Tiefebene verbreitet. Sie ist hier stellenweise sogar recht häufig, während sie in der westdeutschen Tiefebene nahezu ausgestorben ist. Punktuell tritt sie auch in den mitteldeutschen Trockengebieten auf. In Deutschland insgesamt gilt sie als gefährdet.

Die wärmeliebende Helichrysum arenarium ist eine Kennart der basenarmen (voll-)sonnigen Sandtrockenrasen. Hier tritt sie vorrangig in vegetationsarmen Pionierstadien auf (Silbergrasfluren). Mit zunehmendem Vegetationsschluss fällt es ihr immer schwerer sich zu versamen und sie fällt früher oder später aus. Auch der zunehmende Schattendruck der Begleitvegetation behagt ihr nicht.

Die Art wächst aber auch regelmäßig in basenreicheren Steppenrasen, wenn diese z.B. durch Viehtritt ausreichend offene Bodenstellen aufweisen.



Sie ist aber nicht an basenarme Sandtrockenrasen gebunden, sondern dringt auch in Federgras-Steppenrasen ein.

In Brandenburg stellt sich die Sand-Strohblume recht zuverlässig auf allen offenen, trockenen Sandflächen wie Stadt- und Ackerbrachen ein. Mitunter findet man sie sogar im Gehwegpflaster.

Generell werden v.a. ausgeprägt kontinental geprägte Regionen mit kalten Wintern und trocken-warmen Sommern besiedelt.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (6)  Kontinentalität (7)  Feuchte (2)  Reaktion (5)  Stickstoff (1)


Die Sand-Strohblume ist auch außerhalb der Blüte - hier etwa Ende April - zierend. Die in die Silbergras-Matrix eingestreuten Schafschwingel sind zwar hübsch anzusehen, versamen sich aber lästig. Auch die bereits blühende Zypressen-Wolfsmilch ist hier stark expansiv und muss regelmäßig zurückgedrängt werden.

Beschreibung: Die Sand-Strohblume entwickelt flache, lockere Teppiche von 10 cm Höhe aus Einzel-Rosetten mit kurzen Ausläufern. Die Art ist immergrün, das Laub ist dicht-filzig, silbrig behaart.

Die schwefel-gelben Blütenköpfe entwickeln sich von Juli bis August und erheben sich bis 20 cm in die Höhe. Im Verblühen nehmen die Blüten gelb-orangene Töne an. Die nachfolgenden Pappus-Früchte sind ebenfalls von subtiler Zierwirkung.

Insbesondere wähend und nach Regenfällen duften die Pflanzen dezent nach Curry. Der halbstrauchigen Italienischen Strohblume (Helichrysum italicum) ist in dieser Disziplin jedoch das Wasser nicht zu reichen. Viel ähnlicher dagegen - und auch viel handelsüblicher - ist die Turkestan-Strohblume (Helichrysum thianschanicum).



Sand-Strohblume, Schafschwingel, Grasnelke, Sand-Thymian   

Verwendungshinweise: Helichrysum arenarium ist in der Gartenkultur weitgehend irrelevant. Was eigentlich verwundern muss, schließlich sind ihre silbrigen Blattpolster ganzjährig ansehnlich und auch der relativ ausdauernde Blütenflor ist hübsch anzuschauen.

Ihr Problem ist eher, dass es fast unmöglich ist, hinreichend stickstoffarme und trockene Substrate im Garten anzubieten. Nur hier zeigt sie das erwünschte Wuchsbild und ist mit vertretbarem Aufwand zu kultivieren. Außerdem ist sie generell kurzlebig (s.u.).

Will man allerdings botanisch korrekte Sand-Trockenrasen nachempfinden - was zwar bislang niemand tut - kommt man um die Sand-Strohblume schwerlich herum. Sie ist hier mit dem ebenfalls gärtnerisch unbedeutenden Silbergras (Corynephorus canescens), der Grasnelke (Armeria maritima) und der Heide-Nelke (Dianthus deltoides), der Rundblättrigen Glockenblume (Campanula rotundifolia) und dem Sand-Thymian (Thymus serpyllum) sowie dem Milden Mauerpfeffer (Sedum sexangulare) ideal vergesellschaftet. Dazu würde auch noch das einjährige Berg-Sandglöckchen (Jasione montana) passen, es lässt sich aber nur etwas unzuverlässig aussäen.



Abgeblühte Sand-Strohblumen sind noch eine Weile ansehnlich. Hier hat sich ein Exemplar in einen Kalk-Sand-Trockenrasen mit Karthäuser Nelke, Golddistel und Steppen-Lieschgras hineingemogelt.

Kultur: In niederschlagsarmen Regionen auf ausgesprochen stickstoffarmen Böden mit minimaler Wasserhaltefähigkeit ist die Art hinreichend konkurrenzfähig gegen Wildkrautaufkommen.

V.a. im östlichen Tiefland versamt sich die Sand-Strohblume sehr willig auf vegetationsarmen Sand- und Kiesflächen.

Wird sie auf etwas nahrhafteren Substraten kultiviert, erreicht die Sand-Strohblume bis zu 30 cm Höhe, verliert aber an Standfestigkeit. Außerdem lösen sich die Grundblätter auf und die Pflanzen sind noch kurzlebiger, sprich sterben nach der ersten Blüte oftmals ab. Ausgeprägter Trockenstress hilft, diese Symptome zu lindern.

Selbst gewaschener Grubenkies ist leider of noch zu nahrhaft und sollte zwei oder drei Jahre lang ausgehagert werden. Die Aussaat von Klatschmohn (Papaver rhoeas) und dessen Beseitigung direkt nach der Blüte ist hierbei hilfreich und zudem ansehnlich.



Sand-Strohblume in Kultur auf reinem, noch ein wenig zu nahrhaftem Sand

Bilder





Helichrysum_arenarium_sand-strohblume_11


Helichrysum_arenarium_sand-strohblume_12


Helichrysum_arenarium_sand-strohblume_28


Helichrysum_arenarium_p1070476


Helichrysum_arenarium_sand-strohblume_25


Helichrysum_arenarium_sand-strohblume_13


Helichrysum_arenarium_sand-strohblume_30


Helichrysum_arenarium_sand-strohblume_p1100156


Helichrysum_arenarium_sand-strohblume_p1100139

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
15-30 cm Höhe
gelb
Juli
silbrig
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
vorhanden
trocken
mäßig trocken
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
poröser Schotter
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Trockenrasen
sehr arme Böden
arme Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Kontinentaler Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Sibirien
Zentral-Asien
Kleinasien
Vord. Orient
gut
Hoch
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
konkurrenzschwach
Sandtrockenrasen
Steppenrasen
Submediterrane Halbtrockenrasen
Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Trockene Sandheiden
Heidegarten
Steppenpflanzung
Gründächer
Substratstärke über 15 cm
Wiese/Prärie
Nebensortiment
winter-/immergrün
Steppen
Heiden