Ulmus-Hybride / Hybrid-Ulme, Resista-Ulme

Ulmus-hybride_resista-ulme_11 Familie Ulmaceae
Pflanzen pro qm 10.00

Beschreibung

Herkunft der Hybrid-Ulmen: Bei den hier behandelten Ulmen-Hybriden handelt es sich um Zuchtformen, die sich gegen die vom Ulmen-Splintkäfer übertragene Pilzerkrankung bisher als unempfänglich erwiesen haben.

Elternarten sind asiatische Ulmen wie Ulmus davidiana, Ulmus japonica und Ulmus pumila. Seltener wird auch Ulmus americana eingekreuzt. Es ist üblich, dass mehr als zwei Elternarten zu Komplex-Hybriden vereinigt werden.

Bei den Elternarten handelt es sich teilweise um Vertreter der Hartholzau-Wälder. Die Sibirische Ulme (Ulmus pumila) als wichtige Elternart ist allerdings v.a. in Trockenwäldern verbreitet.

Die Standorte sind in der Regel basenreich und gut stickstoffversorgt.



Resista-Ulmen sind derzeit noch überwiegend als jugendliche Exemplare im Einsatz.

Beschreibung

Ulmus-Hybriden sind sommergrüne, schnellwüchsige Bäume, die 15 bis 25 m hoch werden. Der Habitus mit durchgehendem Hauptstamm und oft deutlich aufstrebenden Ästen ist je nach Sorte schlank-kegelförmig bis rundlich. Die Wuchsleistungen in der Jugend sind sowohl in der Höhe als auch beim Dickenwachstum des Stammes eindrucksvoll.

Die gelblich-grüne Blüte im März/April ist unbedeutend. Die geflügelten Früchte erscheinen meist reichlich.

Das Laub verfärbt sich im Spätherbst lange haftend und einigermaßen zierend gelb.

Die ersten Resista-Ulmen sind Ende der 1970er-Jahre gezüchtet worden. Die moderneren Sorten stammen überwiegend aus der Mitte der 1990er-Jahre. Erfahrungen mit alten Exemplaren hinsichtlich Ausdauer, Wuchsgrößen und -Formen sowie Vitalität im Alter liegen entsprechend noch nicht vor.

Verwendungshinweise

Resista-Ulme sind tendenziell unauffällige, solide Bäume ohne herausragende Stärken oder Schwächen. Sie werden gerne in parkähnlichen öffentlichen Anlagen und auf Stadtplätzen eingesetzt. Sie bilden hier ein neutrales Grüngerüst, dass sich im Hintergrund hält.

Die Eignung als Straßenbaum ist derzeit noch nicht abschließend zu beurteilen. Im Vergleich zur im Stadtraum deutlich häufiger eingesetzten Winter-Linde entwickelt sich kaum lästige Honigtau-Absonderung durch Blattlausbefall.

Wo charakterstarke Solitär-Eigenschaften gefragt sind, gibt es doch einige Alternativen mit prägnanterem Habitus, Blattwerk oder Blütenaspekt.



Der Habitus variiert je nach Sorte.

Kultur

Die Resista-Ulmen zeichnen sich durch Robustheit und Anpassungsfähigkeit aus. Sie sind in Mitteleuropa überall gut winterhart.

Auf basenreichen, gut wasserversorgten und durchlüfteten Böden werden die besten Ergebnisse erzielt. Vollsonnige bis licht halbschattige Situationen sind günstig. Mit zunehmender Verschattung leidet das Wuchsbild.

Etablierte Exemplare haben mit mitteleuropäischen Trockenphasen keine ernsthaften Schwierigkeiten.

Jugendliche Ulmen lässt man in den ersten Jahren am Besten etwas Aufmerksamkeit beim Erziehungsschnitt zukommen, da sich sonst sehr dichte, Kronen mit langfristig eingeschränkter Stabilität bilden können. Jungbäume werden im Wachstum durch einen Schnitt vor dem Austrieb zum Wachstum angeregt. Bei älteren Bäumen erfolgt der Schnitt idealerweise im Sommer, da die Wunden rascher überwalmt werden und der Wuchs abgebremst wird.

Bei Hochstämmen erfolgt der Erziehungsschnitt auf Basis eines durchgehenden Mittelstammes, von dem fünf bis sieben seitliche, sanft aufwärtsstrebende Gerüsttriebe abgehen. Mittelstamm und Gerüsttriebe werden nicht eingekürzt. Nach dem obersten Gerüsttrieb gehen vom Stamm nur noch schwache, mehr oder weniger waagerechte Seitenäste ab. Alle steil aufrechten oder stark nach innen wachsende Triebe werden in den Folgejahren möglichst gleich im ersten Sommer von Stamm und Gerüst entfernt.

Sorten:
  • Clusius: 18/10 m hoch/breit, in der Jugend wüchsig, breit-säulenförmig, im Alter breit eiförmig, gut brauchbare Sorte
  • Columella: 20/10 m hoch/breit, auch im Alter breit-säulenförmig, krauses Blatt, gilt als sehr empfehlenswerte Sorte
  • New Horizon: 25/10 m hoch/breit, in der Jugend raschwüchsig, säulenförmig, im Alter breit eiförmig, gilt als empfehlenswerte Sorte, die auch häufig verwendet wird
  • Rebona: 20/8 m hoch/breit, in der Jugend raschwüchsig, breit-säulenförmig, im Alter breit pyramidal, gilt als empfehlenswerte Sorte, die aber bislang eher selten verwendet wird
  • Sapporo Autums Gold: 15/6 m hoch/breit, in der Jugend raschwüchsig, rundlicher, lockerer Kronenaufbau, gilt als empfehlenswerte Sorte, etwas intensivere gelbe Harbstfärbung

Bilder





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Attribute

Lebensform Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blattfärbung Duft
Baum
Mittelgroße Bäume
säulenartig
gelblich-grün
violett
bräunlich/schwarz
grün
zierende Herbstfärbung
unbedeutend
Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit
frisch
nicht austrocknend
feucht
vollsonnig
sonnig
halbschattig
absonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
durchlässiger Lehm
Lehm
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
Normal- bis winterrauhe Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
Zuchtform
befriedigend
Sehr gering
strukturbildender Solitär
verträglich
Repräsentative Gärten
öffentliches Grün
Straßenbegleitgrün
Straßenbäume
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Hauptsortiment
sommergrün