Sanguisorba minor / Kleiner Wiesenknopf, Pimpinelle

Sanguisorba_minor_kleiner_wiesenknopf_11 Familie Rosaceae, Rosengewächse
Pflanzen pro qm 15.00
Wikipedia Sanguisorba minor
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Sanguisorba minor

Der Kleine Wiesenknopf ist von Nord-West-Afrika bis Süd-Skandinavien verbreitet. Östlich reicht das Verbreitungsgebiet über die Türkei und den Transkaukasus bis Afghanistan und Turkmenistan.

In Deutschland ist Sanguisorba minor weit verbreitet. Lediglich in der Norddeutschen Tiefebene fehlt sie westlich der Elbe bzw. sind die Vorkommen hier nicht urwüchsig. In der Schweiz ist die Art überall mehr oder weniger häufig.



Sanguisorba minor in einem basiphilen Magerrasen in der Uckermark.

Der Kleine Wiesenknopf ist eine Kennart der basiphilen Schwingel- und Trespensteppenrasen, kommt aber auch stetig in trockenen Ausprägungen von Berg-Glatthaferwiesen und montanen, lichten Schneeheide-Kiefern-Wäldern vor.

Die wärmeliebende Art benötigt vollsonnige bis licht halbschattige Lagen. Die stark alkalischen bis neutralen Substrate sind trocken bis mäßig trocken. Die Standorte sind ausgesprochen stickstoffarm.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (6)  Kontinentalität (5)  Feuchte (3)  Reaktion (8)  Stickstoff (2)

Beschreibung

Der Kleine Wiesenknopf ist eine horstige Staude. Sie lässt aus einer flachen, wintergrünen Rosette einen 30 bis 40 cm Hohen, beblätterten Blütenstand entstehen. Die grünlich-roten, endständig-kugeligen Blütenköpfe erscheinen mit einer Hauptblüte im Mai und bei Rückschnitt mit Nachblüte bis August.

Der Kleine Wiesenknopf bildet eine enorme Pfahlwurzel aus, die ihn vor sommerlichem Trockenstress bewahrt.

Die Vitamin-C-haltigen Blüten und Blätter werden traditionell als frisches Gewürz für Erfrischungsgetränke und Salate verwendet. Die jungen Blätter erinnern geschmacklich an Grüne Gurke.

Verwendungshinweise

Sanguisorba minor ist eine optisch zurückhaltende, dafür unangenehm versamungsfreudige Art. Sie ist oft auch Bestandteil von Rasensaatgutmischungen für die Anlage von mageren, sonnig-warmen Magerrasen auf basenreicheren Standorten.

Man darf sich von Bildern von Naturstandorten, wo die grünlich-rot-braunen Blütenköpfe einen dezenten Rahmen für blütenreiche Kräuterwiesen bieten, nicht täuschen lassen.

Will man sie für nachempfundene, blütenreiche Magerwiesen verwenden, muss man mit lästiger Vervielfachung nach der ersten Blüte rechnen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kampfkraft der zart anmutenden Art auf den in Kultur praktisch immer zu stickstoffreichen Böden hoch ist. Die Rosetten sind hier in der Lage, viele Begleiter der Magerwiesen niederzudrücken und wenig Platz für die Partner mit dem eigentlichen Ziereffekt zu lassen.

Unter dem Strich lässt man sich besser nicht auf Experimente mit der Pimpinelle ein und verwendet sie allerhöchstens im Kräutergarten, wenn man sie tatsächlich verzehren möchte. Für Zierfunktionen greift man besser auf die in der Erscheinung sehr ähnliche, aber kräftig rost-rot blühende Sanguisorba officinalis 'Tanna' zurück.

Kultur

Sanguisorba minor ist anspruchslos, robust und durchsetzungsfähig. Sie kann durch Direktaussaat zuverlässig und zahlreich in etabliert werden.

Im Kräuterbeet sorgt man unbedingt dafür, dass sie nicht zur Blüte kommt bzw. entfernt Samenstände rechtzeitig und konsequent.

Sorten:
  • Little Angel: creme-weiß gerandete Blätter, rost-rote Blüte, schwachwüchsiger (kaum im Handel)

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
15-30 cm Höhe
30-60 cm Höhe
rot
Mai
blau-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
essbar
Heil-/Gewürzpflanze
unbedeutend
trocken
mäßig trocken
frisch
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
halbschattig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
poröser Schotter
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Trockenrasen
sehr arme Böden
arme Böden
mittlere Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Zentral-Asien
Kleinasien
Afrika
Nordafrika
Liebhaberpflanze
Sehr gering
aspektbildender Flächenfüller
Steppenrasen
Submediterrane Halbtrockenrasen
Staudenfluren Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Trockene Sandheiden
Wacholdergebüsche
Nadelwälder
Schneeheide-Kiefernwälder, kalkreich
Ländlicher Garten
Steppenpflanzung
Gründächer
Substratstärke 8-15 cm
Substratstärke über 15 cm
Wiese/Prärie
Hauptsortiment
Belaubung Lebensbereich
winter-/immergrün
Wiesen
Felssteppen
Steppen