Phalaris arundinacea (Typhoides arundinacea) / Rohr-Glanzgras

Familie Poaceae, Süßgräser
Pflanzen pro qm 3.00
Wikipedia Phalaris arundinacea (Typhoides arundinacea)
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Phalaris arundinacea: Das Rohr-Glanzgras ist in den gemäßigten Klimaten der Nordhalbkugel von Europa, Asien und Nordamerika verbreitet. In Teilen Südamerikas, Afrikas und Australiens ist es neophytisch eingebürgert.

In Deutschland und der Schweiz kommt Phalaris arundinacea praktisch flächendeckend von den Tieflagen bis in montane Höhen vor.



Phalaris arundinacea im Fluss-Röhricht mit Blut-Weiderich und Echten Wasserdost

Phalaris arundinacea ist eine Kennart der Fließgewässer-Röhrichte an Flüssen und an größeren Bächen. Es bildet an nährstoff- und basenreichen, sonnigen Ufern oft dominante Einartbestände im Mosaik mit Schilf und Land-Reitgras.

Der Nährstoffreichtum rührt von einem mehr oder weniger regelmäßigem Wechsel von Überschwemmungen bei Hochwasser und Durchlüftung des Bodens bei Niedrigwasser her. Ersteres bringt im Schlick Nährstoffe heran, Letzteres sorgt für eine gute, aerobe Mineralisierung dieser Nährstoffe.

Werden die Standorte noch nahrhafter, übernimmt der Große Wasserschwaden (Glyceria maxima) die Herrschaft.

Daneben findet sich Phalaris arundinacea mitunter auch an standörtlich vergleichbaren Stillgewässern aller Art.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (5)  Kontinentalität (-)  Feuchte (9)  Reaktion (7)  Stickstoff (7)



Auch kleine Sölle in der Agrarlandschaft können von Phalaris arundinacea dominiert werden.

Beschreibung: Phalaris arundinacea ist ein wintergrünes, durch Ausläufer zügig in die Fläche drängendes Gras. Bei sehr flüchtiger Betrachtung hat es Ähnlichkeit mit Schilf (Phragmites australis). Es erreicht in Blüte Wuchshöhen von 100 bis 150 cm, unter optimalen Bedingungen auch bis zu 200 cm.

Die Blüte ist eine lockere, bräunlich-grüne Rispe, die an einem langen Stiel steht. Sie erscheint ab Ende Juli. Die strohigen, schlanken Samenstände sind bis in den Winter hinein strukturstabil, aber nicht allzu auffällig.

Phalaris arundinacea wird mittlerweile wissenschaftlich auch als Typhoides arundinacea bezeichnet. In der Gartenwelt ist dieser Name aber unüblich.



Blütenrispen

Verwendungshinweise: Der Einsatz der Wildart in Park und Garten beschränkt sich wegen der wuchernden, dominanten Wuchsweise auf die Uferzonen von Landschaftsparks, wo diese in die freie Landschaft übergehen. Die Bestände sind hier aber oft nicht gepflanzt, sondern naturwüchsig.

Sehr beliebt ist dagegen die weiß-panaschierte Form "Picta", die niedriger bleibt und deren Ausbreitungsdrang auf nur frischen Böden im Verbund mit kräftigen Partnern einigermaßen kontrollierbar ist. Die verbesserte, noch weißere Picta-Auslese "Mervyn Feesey" ist nochmals duldsamer.

Wer ein weiß-panaschiertes Gras sucht, findet in Calamagrostis x acutiflora 'Overdam'  eine zeitgemäßere, zierendere und unkompliziertere Alternative.

In naturhaften, feuchten Hochstaudenfluren kann ein Einsatz der panaschierten Formen erwogen werden, um einen artifiziellen Kontrast in die Pflanzung zu bringen. Die Wildform könnte in großflächigen Situationen mit kräftigen Begleitern vom Naturstandort wie dem wunderbaren Blut-Weiderich oder dem Echten Wasserdost kombiniert werden.



Panaschierte Sorten wie 'Mervyn Feesey' sind die gartenübliche Einsatzform.

Kultur: Auf sonnigen, nahrhaften und feuchten bis nassen Standorten sind auch die Auslesen schwer zu kontrollieren und nur mit sehr wuchskräftigen Hochstauden zu vergesellschaften. Der Einsatz einer Rhizomsperre sollte erwogen werden.

Auf frischen Standorten ist die Wuchskraft etwas reduziert. Treten gelegentlich gar Trockenphasen auf, schadet das unter Kulturbedingungen auch nicht weiter, die Pflanzen bleiben aber deutlich niedriger.

Ein Rückschnitt im Hochsommer ist möglich, der Neuaustrieb der Auslesen ist dann wieder leuchtend grün-weiß.

Sorten:
  • Mervyn Feesey: 40 bis 70 cm hoch, weißes Laub mit grünen Streifen, schwachwüchsiger als die ältere Form 'Picta', ebenfalls ausbreitungswillig aber besser kontrollierbar
  • Picta: 60 bis 90 cm hoch, weiß gestreiftes Laub, schwachwüchsiger aber ebenfalls wuchernd (Handelsstandard)

Bilder






'Picta'


















'Mervyn Feesey'



'Picta'

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Gras
Wasserpflanze
Aufragend
flächendeckend
60-100 cm Höhe
100-150 cm Höhe
bräunlich/schwarz
Juli
grün
weiß
panaschiert
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
unbedeutend
frisch
nass
feucht
vollsonnig
sonnig
halbschattig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
organische Böden
kalk-/basenreich
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Nordeuropa
Mitteleuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
Sibirien
Amerika
Nordamerika
Liebhaberpflanze
Sehr gering
strukturbildender Gruppen-Solitär
unverträglich
Gewässer/Gewässerrand Moore und Sümpfe Wiesen Wälder Einsatzbereich
Stillgewässer
Kalkreich
Nährstoffreich
Fliessgewässer
Bäche
Flüsse
Großröhrichte
Großseggenriede
Nasswiesen
Feuchtwälder
Erlenbruchwälder
Auwälder
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Wassergarten
für Pflanzgefäße geeignet
Rabatte
Wiese/Prärie
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Hauptsortiment
zierende Winterstruktur
winter-/immergrün
Wasserrand/Sumpf