Paeonia delavayi (Paeonia lutea) / Delavays Strauch-Paeonie

Familie Paeoniaceae, Pfingstrosengewächse
Pflanzen pro qm 2.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Paeonia delavayi: Delavays Strauch-Paeonie wächst im zentralen und östlichen Asien in Bergregionen oberhalb von 2.000 m üNN.

Paeonia delavayi tritt bevorzugt in mäßig trockenen bis frischen, eher basenreichen und wärmebegünstigten Gebüschen und Waldrändern in sonnigen bis halbschattigen Lagen auf.



Das Farbstpektrum der Blüten reicht von tiefem Rot üder Orange zu reinem Gelb.

Beschreibung: Paeonia delavayi ist ein sommergrüner, langsam wüchsiger Kleinstrauch von bis zu 200 cm Höhe und 200 cm Breite. Die für Strauchrosen kleinen Blüten im Mai sind rötlich bis orange, in der Unterart Paeonia delavayi ssp. lutea auch intensiv gelb. Sie verströmen einen angenehmen Duft.

Es gibt in Spezialgärtnereien zahlreiche Auslesen und Hybriden, deren Farbspektrum von Rosé-Weiß über Gelb, Orange, Lachs bis zu tiefen, fast schwarzen Rot-Tönen reicht. Neben einfachen Blüten gibt es zudem halb-gefüllte und gefüllte Sorten. Die meisten Sorten duften ebenfalls.

Etwas gebräuchlicher sind die im Wuchsbild sehr ähnlichen Hybriden von Paeonia rockii bzw. Paeonia x suffruticosa, die aber noch deutlich größere Blüten haben. Diesen fehlen allerdings die Gelb-, Orange- und reinen Rot-Töne im Blütenspektrum.



Paeonia delavayi ssp. lutea wird gelegentlich auch synonym als "Paeonia lutea" bezeichnet.

Verwendungshinweise: Delavays Strauch-Paeonie entwickelt sich mit den Jahren zu einem fremdartig anmutenden Strauch von eindrücklicher Gestalt. Dabei trägt auch die ungewöhnliche Laubstruktur zur interessanten Optik bei. Die Blüte steht dagegen bei der Wildart weniger plakativ im Vordergrund. In der Regel werden aber reichblütigere und v.a. großblütige Auslesen/Hybriden verwendet.

Ungewöhnliche Aspekte lassen sich in naturhaft-exotischen, sonnigen bis halbschattigen Gebüschrändern erzielen. Schöne Partner sind mittelhohe Bambusse wie Sasa veitchii oder Shibataea kumasasa. Auch andere Gehölze mit ungewöhnlicher Blattstruktur wie Kalopanax septemlobus oder als immergrünes Strukturelement Fatsia japonica unterstützen eine fremdartige Ästhetik.

In Solitär-Stellung kann der Strauch zur Blüte etwas aufdringlich daherkommen.

Kultur: Die trägwüchsige, aber langlebige Art entwickelt sich am überzeugendsten in windgeschützten, wärmebegünstigten Lagen auf durchlässig-nahrhaften, aber nicht länger austrocknenden Böden. Der Strauch selbst ist winterhart, aber die Blütenknopsen sind spätfrostgefährdet.

Oft sind Strauch-Pfingsrosen auf eine robustere, wüchsigere Unterlage veredelt. Die Veredelungsstelle ist dann gut erkennbar und wird mindesten 5, besser 10 cm unter der Erdoberfläche platziert. Das Edelreis kann dann eigene Wurzeln entwickeln und den Strauch vitaler und stabiler halten. Gelegentlich treibt der Wildling aus. Diese Triebe müssen direkt an der Veredelungsstelle entfernt werden.



Die Laubstruktur ist auch ohne Blütenflor relativ auffällig.

Die Vermehrung aus Saatgut ist etwas aufwändiger. Die Samen keimen langsam, oft liegen sie über ein Jahr. Idealerweise werden sie stratifiziert, d.h. die harte Schale wird durch mechanische Beanspruchung z.B. durch leichtes Reiben mit Schmiergelpapier aufgeweicht. Die Samen werden dann in dauerhaft feuchten Sand der Winterwitterung ausgesetzt, bevor die Keimung einsetzt.

Schnittmaßnahmen erfolgen mit Fingerspitzengefühl und direkt nach der Blüte. Ziel ist es, mehrere kräftige Bodentriebe zu entwickeln und diese vital zu halten. Dazu werden abgeblühte Triebe bis zur ersten, nach außen zeigenden Triebknospe zurückgeschnitten. Beginnen ältere Gerüsttriebe zu verkahlen, werden diese auf eine tiefliegende, vitale Verzweigung zurückgenommen. Man sollte je nach Größe des Strauchs nicht mehr als ein oder zwei vergreiste Gerüsttriebe pro Jahr beseitigen.



Üppige Blütenansätze darf man von Paeonia delavayi nicht unbedingt erwarten.

Sorten:
  • Black Douglas: schwarz-rote, einfache bis leicht halb gefüllte Blüte, sehr kompakt, bis 60 cm hoch, auffällig geformtes, schlitzblättrig wirkende Laubblätter
  • Canary: intensiv kanarien-gelb, einfach bis halbgefüllt
  • Center Stage: hell-rosé-weiß mit tief violettem Basalfleck, einfach bis leicht halbgefüllt, rötliche Herbstfärbung des Laubes
  • Chinese Dragon: weinrot, einfach
  • Gaugin: halbgefüllte Blüten mit aprikot-rotem Rand und aprikot-gelber Mitte, braun-rote Basalfelcken, bis 100 cm hoch
  • High Noon: hell zitronen-gelb, halbgefüllt
  • Prometheus: tief-rote, einfache Blüten mit schwarzem Basalfleck, wüchsig, bis 170 cm hoch
  • Ruffled Sunset: pastellig rosa-gelbe, einfache, leicht duftende Blüten, kompakter Wuchs, bis 110 cm hoch
  • ssp. lutea: einfarbiges, reines Gelb, einfach
  • Sunrise: gelbe, leicht rosa getönte, halb gefüllte Blüten mit gewellten Rändern der Blütenblätter, bis 120 cm hoch
  • Strawberry Delight: rosa-rote, creme-gelb überhauchte, gefüllte Blüte, bis 100 cm hoch

Bilder


















Attribute

Lebensform Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung Duft
Strauch
Klein-Strauch
weiß
hell-gelb
gelb
orange
rot
rosa
bräunlich/schwarz
rosé-weiß
pink
apricot
Mai
grün
zierende Herbstfärbung
vorhanden
Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit
frisch
gut drainiert
nicht austrocknend
vollsonnig
sonnig
halbschattig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
humos
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
befriedigend
Gering
strukturbildender Solitär
verträglich
Asiatisch-Exotischer Garten
Mediterraner Garten
Repräsentative Gärten
Waldgarten
Hecken
Freie Blütenhecke
Nebensortiment
sommergrün
Lebensbereich
Alpinum
Gehölzrand/Staudenfluren