Nasella tenuissima / Mexikanisches Federgras, Engelshaar

Nasella_tenuissima_mexikanisches_federgras_22 Familie Poaceae, Süßgräser
Pflanzen pro qm 10.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Nasella tenuissima (Engelshaar): Nasella tenuissima hat ein ungewöhnlich dijunktes Verbreitungsgebiet. Zwischen dem Verbreitungsgebiet in Mexiko und den Vorkommen in Argentinien liegen einige tausend Kilometer. Zudem gibt es neophytische Vorkommen in Kolumbien, Süd-Afrika und Australien. Im Süd-Westen der USA gilt es als teilweise lästiger Neophyt, der sich vorrangig an gestörten, ruderalen Trockenstandorten etablieren konnte.

Das Mexikanische Federgras stammt aus hochgelegenen Felssteppen. Die Standorte sind (voll-)sonnig, die skelettreich-durchlässigen, humusarmen Böden stickstoffarm und neutral bis schwach sauer.



Nasella tenuissima ist das ganze Jahr über recht attraktiv, im Sommer, wenn das Laub zur Hochblüte noch grün ist, erreicht es aber seinen Höhepunkt.

Beschreibung

Das Mexikanische Federgras ist ein sommergrünes Horstgras und erreicht in Blüte Wuchshöhen von bis zu 50 cm. Das früh austreibende, frisch-grüne Laub ist auffallend feinstrahlig. Die Blütenähren sind ausgesprochen federartig und luftig.

Mit dem Beginn der Blütezeit im Juli beginnt sich die gesamte Pflanze bräunlich-stroh-gelb zu verfärben. Nasella tenuissima bleibt dann aber bis weit in den Winter hinein zierend.

Das Mexikanische Federgras gilt als kurzlebig, in winterrauhen Regionen fällt es nach der dritten oder vierten Blüte oft aus. In wintermilden und/oder geschützten Lagen ist es aber durchaus dauerhaft und kann mit den Jahren überraschend große Horste entwickeln.

Im Handel wird die Art teilweise noch unter der alten Bezeichnung "Stipa tenuissima" geführt.



Mit frosthartem Feigenkaktus und Kalifornischem Mohn ist das Mexikanische Federgras besonders konsequent kombiniert.

Verwendungshinweise

Nasella tenuissima ist ein apartes, mittlerweile sehr beliebtes Ziergras, das vorrangig in größeren Beständen flächenhaft eingesetzt werden sollte. So entstehen im Hochsommer anmutige Steppenbilder mit wellenartigen Windeffekten in den Feder-Rispen.

Aufgrund des zarten, niedrigen Wuchses ist es für den Vordergrund von Steppenpflanzungen und flache Steppenanlagen beinahe unentbehrlich. Es lässt sich vielfältig mit niedrigen Trocken-Stauden wie Bourgatts Mannstreu , aber auch sehr stimmig mit Palmlilien wie Yucca glauca oder auf geschützten, v.a. wintertrockenen Standorten ideal mit  Yucca rostrata verbinden.

Das extrem beliebte Arrangement mit Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) und großblumigen Zierlauchen ist zwar eindrucksvoll, aber vielleicht mittlerweile doch etwas überstrapaziert. Wenn es Zierlauch sein soll, sind Vertreter der weniger nahrhaften Felssteppen wie Allium stipitatum oder sogar der heimische Kugelköpfige Lauch (Allium sphaerocephalon) besser geeignet als die stickstoffbedürftigen Hybrid-Lauche.

In größeren Töpfen können auf stilvoll-minimalistischen Terrassengärten ebenfalls schöne Wirkungen erzielt werden. Ein Durchfrieren des Wurzelballens sollte aber vermieden werden, wenn eine mehrjährige Kultur angestret wird.



In Kombination mit Lavendel macht man nichts falsch und erzielt ganzjährig attraktive Flächen.

Kultur

Das Mexikanische Federgras ist wärmeliebend und hitzeverträglich. Sommerliche Trockenphasen stärken die Art im Konkurrenzkampf, da sie diese im Ruhestadium unbeschadet übersteht. Als lichtliebende, niedrige Art wird sie außerhalb von trockenen, armen, möglichst vollsonnigen Standorten rasch von wüchsigeren Konkurrenten verdrängt. In Mitteleuropa ist sie aber auch auf solchen Extremstandorten zumindest in niederschlagsreicheren Regionen nur mit erhöhtem Pflegeaufwand dauerhaft zu kultivieren.

Die Art ist etwas frostgefährdet und sollte vor winterlichen Ost- und Nordwinden geschützt stehen. Eine Pflanzung im Frühjahr hilft, Winter-Verluste zu reduzieren. Auch winterliche Nässe kann zum Ausfall führen.

Im Frühjahr werden die abgestorbenen Horste nicht zurück geschnitten, sondern lediglich von locker sitzender Blattmasse befreit.

Soweit ausreichend offene, konkurrenzfreie Kies- oder Sandstellen vorhanden sind, neigt es etwas zur Versamung, wird in Mitteleuropa aber keinesfalls lästig.



Im Winter bestimmen die fahlen Stengel der abgefallenen Blüten-/Samenstände das Erscheinungsbild.

Bilder





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var. oreophila


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var. oreophila

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Gras
horstartig
15-30 cm Höhe
30-60 cm Höhe
gelblich-grün
Juli
August
grün
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
unbedeutend
trocken
mäßig trocken
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
arme Böden
hitzeanfällige Lage
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Amerika
Südamerika
Mittelamerika
gut
Mittel
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Heidegarten
Steppenpflanzung
für Pflanzgefäße geeignet
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Hauptsortiment
sommergrün
zierende Winterstruktur
Felssteppen
Steppen