Lilium lancifolium (Lilium tigrinum) // Tigerlilie

Familie Liliacea, Liliengewächse
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Lilium lancifolium (Lilium tigrinum)
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Lilium lancifolium: Die Tigerlilie stammt aus dem zentralen und östlichen China, Korea und Japan. Die Tigerlilie wächst hier von 500 bis über 2.000 m üNN. In den östlichen USA ist sie verbreitet neophytisch eingebürgert.

In den tieferen Lagen tritt sie vorrangig in lichten Gehölzrändern und halbschattigen Staudensäumen auf. Mit zunehmender Höhe kommt sie auch in sonnigen Bergwiesen vor.

Lilium lancifolium wächst bevorzugt auf skelettreichen, durchlässigen und basenreichen Lehmböden. Die Standorte sind frisch, nahrhaft und sonnig bis licht halbschattig.



Lilium lancifolium in einer schön kompakten Form zusammen mit Yucca filamentosa

Beschreibung

Lilium lancifolium wird im Handel auch unter dem Synonym "Lilium tigrinum" geführt. Sie ist eine sommergrüne Zwiebelpflanze mit einer Wuchshöhe von 60-90 cm. In Kultur sind fast nur polyploide Exemplare mit größerer Wuchskraft, die zwischen 80 und 150 (180) cm hoch werden.

Der Wuchs ist straff aufrecht und unverzweigt. Die charakteristischen, tief-orangenen, braun gesprenkelten Blüten erscheinen im August/September. Es gibt aber mit Lilium lancifolium var. flaviflorum auch eine zitronen-gelbe Wildform. Die Blüten duften nicht, wie man es z.B. von den Lilium-Hybride kennt. Auffällig ist der in der Regel braune Stengel.

In den Blattachseln werden Brutbulben gebildet, aus denen neue Zwiebeln entstehen, die nach 3 bis 4 Jahren erstmalig blühen. Die Bestände können sich so im Laufe der Jahre verdichten und bei entsprechendem Raumangebot in die Breite wachsen. Die Kulturformen sind ansonsten steril.

Die stärkehaltigen Zwiebeln werden in China verzehrt.

Lilium lancifolium neigt nicht wie die ähnliche Lilium henryi zum überhängenden Wuchs, die polyploiden Kulturformen sind leider trotzdem nur bedingt standfest und müssen auf nahrhaften Böden oft gestützt werden.

Verwendungshinweise

Die Tigerlilie ist eine traditionelle Zierpflanze v.a. der Bauerngärten, die etwas aus der Mode gekommen ist. In historischen Gartenformen hat sie dennoch weiterhin ihre uneingeschränkte Berechtigung.

Ungewöhnliche Effekte können in weiträumigen, exotischen Gartenanlagen in licht-halbschattigen, naturhaften Waldlichtungssituationen und Waldrändern erzielt werden. Die Art bricht hier mit dem gewöhnlichen "Rabatten-Charakter" und entfaltet eine eigene Anmut im Spiel von Licht und Schatten.



Diploide Wildformen bleiben zierlicher als die Kulturformen.

Kultur

Lilium lancifolium ist in allen normalen Gartenböden pflegeleicht und neigt anders als manche Verwandte nicht zum Kränkeln. Das Trockenfallen des Bodens wird zeitweilig toleriert, winterliche Staunässe sollten vermieden werden. Gegenüber Wildkrautaufkommen kann sie sich eine ganze Weile behaupten.

Die Zwiebeln sollten im Laufe des Septembers eingebracht werden, um eine Bewurzelung noch vor dem Winter zu ermöglichen. Die Frühjahrspflazung ist aber auch möglich.

Wenn der Wuchs nach drei bis vier Jahren anfängt kümmerlich zu wirken, schafft das herbstliche Umsetzen an einen neuen Standort Abhilfe. Dabei sollte man die Zwiebeln voneinander trennen und mit etwas Abstand zueinander neu setzen.

Sorten:
  • Flore Pleno: doppelte Anzahl Blütenblätter, artifizieller Duktus, selten im Handel
  • Pink Flavor: Hybride mit tief-rosa Blüte, mittig lachsfarben, brau gesprenkelt
  • Red Velvet: Hybride, tief purpur-rote Blüte, schwarz gesprenkelt
  • Splendens: wüchsige, polyploide Sorte, Blüte wie die Art
  • Sweet Surrender: Hybride, rot-orangene Blüte, dunkel-braun gesprenkelt
  • var. flaviflorum: diploide Wildform mit zitronengelber Grundfarbe, selten im Handel

Bilder












Wildform var. splendens

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
60-100 cm Höhe
100-150 cm Höhe
gelb
orange
rot
rosa
apricot
August
September
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
essbar
Heil-/Gewürzpflanze
unbedeutend
frisch
gut drainiert
sonnig
halbschattig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
starker Wurzeldruck
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
mittlere Böden
reiche Böden
Normal- bis winterrauhe Lage
gemäßigte Klimate
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
befriedigend
Mittel
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Ländlicher Garten
Repräsentative Gärten
Rabatte
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Hauptsortiment
sommergrün
Alpinum
Gehölzrand/Staudenfluren