Hosta longipes // Felsen-Funkie

Familie Hostaceae, Funkiengewächse
Pflanzen pro qm 8.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Hosta longipes: Diese Felsen-Funkie kommt von der Koreanischen Halbinsel bis Japan vor. Sie wächst dort in luftfeuchten Laubmischwäldern in den mittleren und tieferen Lagen teilweise schwer zugänglicher Bergregionen.

Bevorzugt werden licht halbschattige bis licht schattige Standorte. Die Wasserversorgung ist dauerhaft frisch bis feucht, aber nicht staunass. Oft findet man sie an überrieselten Felsen und felsigen, falchgründigen Steilhängen oder am Rande von Wasserfällen

Hosta longipes wächst vorrangig auf basenarmen, humusreichen und mäßig nahrhaften Substraten. Der Wurzelraum ist oft beengt bzw. besteht aus nicht viel mehr, als Felsspalten und Moospolstern auf Felsen.



Hosta longipes f. viridipes ist eine Form mit ungewöhnlich breitem Laub. Die weiße Blüte ist nicht typisch und der Gesamtauftritt erinnert an eine zierliche Hosta plantaginea.

Beschreibung

Hosta longipes bildet niedrige, nur sehr langsam in die Breite wachsende Horste von 15-25 cm Höhe und ca. 30 cm Breite. Sie gehört damit zu den zarteren Vertretern ihrer Verwandschaft. Das Erscheinungsbild ist ausgesprochen variabel und es werden einige Varietäten unterschieden. Da diese auch untereinander gerne hybridisieren und alle möglichen Übergangsformen bilden, sprengt eine Würdigung der Varietäten den Rahmen.

Die hell-violetten, selten weißen, bei genauer Betrachtung felckigen und verwaschen gestreiften Blüten stehen locker verteilt an einem bis zu bis zu 40 cm hohen Blütenstiel. Die Blüten zeichnen sich durch eine recht lange Blütenröhre und die bauchig aufgeweitete Vorderhälfte aus. Die Blütezeit liegt im Juli/August.

Die für Hostas meist relativ kleinen und schmalen Blätter sind dunkel-grün. Es gibt aber auch Formen mit rundlichen Blattformen.

Generell darf man nicht davon ausgehen, dass in europäischen Kulturen immer die reine Art anzutreffen ist. Auch Hosta longipes hybridisiert gerne bzw. wird schon seit Langem in Japan züchterisch bearbeitet. Gleichermaßen zierlich und letztlich kaum zu unterscheiden ist z.B. Hosta minor.

Verwendungshinweise

Funkien sind generell sehr beliebte Zierpflanzen in Privatgärten. Ihre Ausstrahlung tendiert daher eher nicht ins Spektakuläre, sodass ihr Einsatz mit Bedacht gewählt werden sollte.

Hosta longipes hat sich einen gewissen natürlichen Charme bewahrt, allerdings ist die Blattschmuckwirkung nicht so ausgeprägt wie bei vielen anderen Funkien.

Sie kann im Vordergrund exotischer Waldgärten und in asiatischen Gestaltungsansätzen verwendet werden. Kombinationen mit charakterstarken, wintergrünen Farnen wie Dryopteris atrata, Athyrium niponicum oder Dryopteris erythrosora sind naheliegend, aber dennoch wenig üblich.

Auch eine Verwendung in Kübeln kann erwogen werden, der Wurzelballen sollte aber im Winter nicht unnötig durchfrieren.

Die Bezugsfähigeit ist nicht immer gesichert, im Versandhandel aber mit etwas Engagement meistens möglich..



Hosta longipes var. gracillimus wird gerne mit der noch zierlicheren Hosta gracillima verwechelt.

Kultur

Ideale Bedingungen findet Hosta longipes in schwach sauren bis neutralen, stark humosen, relativ nahrhaften Substraten mit hohen anteilen wasserhaltenden Skeletts z.B. aus Sandstein, Lava oder Blähton. Die Wasserversorgung ist sickerfeucht bis dauerhaft frisch, etablierte Exemplare verzeihen auch kutzen, leichten Trockenstress.

Halbschattige Lagen ohne Mittagssonne sind einerseits hinreichend hell, um einen üppigen Blütenflor zu ermöglichen und andererseits ohne Hitzestress, der die Laubgesundheit beeinträchtigen würde.

Der Blattaustrieb ist nicht sonderlich frosthart. In exponierten Lagen können Spätfröste die Entwicklung unangenehm minimieren. Leider sind die jungen Blätter bei Schnecken sehr beliebt.

Alle Funkien stehen gerne möglichst lange am selben Ort.

Sorten:
  • f. hypoglauca: 15-20 cm hoch, bis 30 cm breit, steiferes, ober- und unterseits blau-grünes Laub, oberseits im Laufe des Sommers vergrünend, gelegentlich im Handel erhältlich
  • f. viridipes: meist rundliches, frisch-grünes Laub mit stark  eingelassenen Blattadern, gelegentlich im Handel erhältlich

Weiterführende Quelle (Englisch)

Bilder






var. gracillima



var. viridipes

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
15-30 cm Höhe
weiß
violett
Juli
grün
dunkel-grün
blau-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
frisch
gut drainiert
nicht austrocknend
feucht
halbschattig
sommerlich schattig
absonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Asien
Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
befriedigend
Mittel
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Asiatisch-Exotischer Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Waldgarten
für Pflanzgefäße geeignet
Rabatte
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Raritäten/Saatgut
sommergrün
Gehölz/Wald
Gehölzrand/Staudenfluren