Echinops bannaticus // Banater Kugeldistel

Familie Asteraceae, Korbblütler
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Echinops bannaticus
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Echinops bannaticus

Die Banater Kugeldistel kommt im Süd-Osten Europas vom Balkan bis zum Schwarzen Meer vor.

In Mitteleuropa und auf den Britischen Inseln gilt die Banater Kugeldistel als eingebürgerter Neophyt. Auch in Teilen Frankreichs und dem südlichen Norwegen zeigen sich Einbürgerungstendenzen.

Die Vorkommen in Deutschland konzentrieren sich auf die Mittelgebirgsregionen mit nördlichen Vorposten in Berlin und Hamburg. In der Schweiz gibt es bislang lediglich Einzelfunde aus Gartenverwilderungen im Mittelland und im Wallis.

Echinops bannaticus wächst an (voll-)sonnigen, vorrangig südexponierten Waldrändern, entlang von Wegrainen und an Böschungen. In Deutschland findet sie sich vorrangig in ruderalen Staudenfluren z.B. entlang von Bahntrassen und auf Stadtbrachen.

Bevorzugt werden skelettreiche Mineral- und Lehmböden mit mehr oder weniger guter Stickstoff- und Basenversorgung.



Banater Kugeldistel kongenial mit Wilder Möhre

Beschreibung
Echinops bannaticus ist eine nicht allzu langlebige Staude mit typischen Habitus der Edeldisteln. Sie erreicht Wuchshöhen zwischen 60 und 120 cm. Das Laub ist durch eine spärliche, filzige Behaarung grau-dunkel-grün. V.a. die oberen Stängel sind dicht weiß behaart.

Die Art ist der bekannteren Ruthenischen Kugeldistel (Echinops ritro) sehr ähnlich. Die Kugelblüten bleiben allerdings etwas zierlicher und die Standfestigkeit ist auch auf reichen Böden gut.

Die Blütenstände sind aufgrund ihrer Form schon lange vor dem Erscheinen der stahlblauen Kronröhren zierend und behalten zudem noch recht lange nach der Blüte einen stahlblauen Farbstich. Die eigentliche Blütezeit liegt ausdauernd von Anfang Juli bis Mitte August.

Im Herbst zerfallen die Samenstände aber und sind im Winter nicht wirklich zierend.



Die silbrig-grau-grünen Kugel-Knospen der Banater Kugeldistel bilden hier zusammen mit Wermut, Garten-Feinstrahl und Woll-Ziest ein kühles Formenspiel.

Verwendungshinweise
Echinops bannaticus wird vermutlich aufgrund ihrer Kurzlebigkeit und Versamungsfreudigkeit seltener eingesetzt als die beliebte Ruthenischen Kugeldistel. Vielleihct spielten auch die etwas kleineren Blütenkugeln eine Rolle. Der natürlichere Habitus muss aber kein Nachteil sein. V.a. in Kies- und Steppengärten im Verbund mit höheren Gräsern wirkt sie sogar überzeugender.

Aber selbst in klassischen Rabatten und in ländlichen Gärten lässt sie sich harmonisch und zwanglos integrieren. Auch für die immer beliebter werdenden Schotterfluren im Straßenbegleitgrün eignet sie sich hervorragend.

Überzeugende Pflanzpartner für kühle Stimmungen sind insbesondere mittelhohe bis höhere Stauden mit silbrigem oder grau-grünem Laub wie Wermut (Artemisia absinthium) oder Eselsdistel (Onopordum acanthium) sowie weiß blühende Ruderalpflanzen wie der Garten-Feinstrahl (Erigeron annuus) oder die Wilde Möhre (Daucus carota).  



Im Aufblühen zeigen sich subtile Übergänge vom Grau-Grün der Knospen zum Himmelblau der Blütenkrone.

Kultur
Die vollkommen winterharte Banater Kugeldistel gehört nicht zu den langlebigen Stauden, extrem kurzlebig ist sie aber auch nicht. Wo sich offene Bodenstellen zeigen, versamt sie sich zudem zuverlässig und kann dabei auch ziemlich lästig werden. Für statische Staudenbeete, in denen jedes Jahr das gleiche Bild geboten werden soll, ist die Art jedenfalls nicht die richtige Wahl, weil die Beseitigung der über den gesamten Frühling teils massenhaft aufkommenden Sämlinge einer Sisyphusarbeit gleicht.

Auf möglichst sonnigen Standorten mit schottrig-steinigen oder lehmig-sandigen Böden und mäßig trockener bis frischer Wasserversorgung fühlt sie sich am wohlsten und ist praktisch ohne Pflegeaufwand durchsetzungsfähig.

Winterliche Nässe, schwere und/oder verdichtete Lehmböden werden erstaunlich gut toleriert. Sehr humusreiche Böden sind allerdings eher ungünstig. 

Je größer der Trockenstress, desto niedriger bleiben die Exemplare. Die Standfestigkeit ist unabhängig davon generell gut.



Banater Kugeldistel am Dorfrand von Brodowin mit Graukresse

Sorten:
  • Blue Glow: stahl-blaue Blüte
  • Star Frost: rein-weiße Blüte
  • Taplow Blue: intensiv stahl-blaue Blüte, fällt nicht samenecht und muss daher vegetativ vermehrt und in einer Pflanzung aktiv erhalten werden.
  • Bilder






    'Blue Glow'



    'Blue Glow'






    'Blue Glow'



    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    60-100 cm Höhe
    100-150 cm Höhe
    weiß
    blau
    Juli
    August
    grau-grün
    Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
    zierend/strukturstark
    ungiftig
    unbedeutend
    mäßig trocken
    frisch
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    poröser Schotter
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Süd-Osteuropa
    gut
    Gering
    strukturbildender Gruppen-Solitär
    verträglich
    Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Ländlicher Garten
    Repräsentative Gärten
    Steppenpflanzung
    öffentliches Grün
    Straßenbegleitgrün
    Grünanlagen geringer Pflegestufe
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Rabatte
    Insektenweide
    Hauptsortiment
    sommergrün
    Gehölzrand/Staudenfluren