Cortaderia selloana / Amerikanisches Pampasgras

Cortaderia_selloana_pumila_amerikanisches_pampasgras_11 Familie Poaceae, Süßgräser
Pflanzen pro qm 2.00
Wikipedia Cortaderia selloana
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Cortaderia selloana: Das Amerikanische  Pampasgras besiedelt im südlichen Südamerika semi-aride, von Natur aus baumfreie Grassteppen (Pampa). Die Winter im westlichen Verbreitungsgebiet sind kalt und trocken, im östlichen Verbreitungsgebiet milder und feuchter.

Als beliebtes, ornamentales Ziergras ist es in viele wintermilde Weltgegenden eingeschleppt. Auch in Europa ist es auf den Britischen Inseln und nahezu im gesamten Mittelmeerraum neophytisch eingebürgert.

Cortaderia selloana kommt vorrangig auf frischen, nahrhaften und skelettreichen, meist sandig-kiesigen Lössböden entlang von temporären Wasserläufen vor. Die Art findet sich z.B. aber auch in Lavafeldern am sickerfrischen Fuß von Vulkanen ein. Es neigt generell zur Ausbildung von Dominanzbeständen. Die steppenartigen, trockenen Bereiche der Pampa meidet es.

Die Substrate sind mehr oder weniger neutral, die Standorte immer voll-sonnig.



Zwittrige Exemplare, verwildert an an einem sickerfrischen Hang auf Madeira.

Beschreibung

Cortaderia selloana ist ein sommer-, in sehr milden Lagen auch wintergrünes Horstgras. Im Alter erreicht das bogig überhängende, grau-grüne Laub an günstigen Standorten bis zu 100 cm Höhe.

Die sehr markanten, weißen Blütenstände erheben sich bei alten Exemplaren je nach Standortgunst und v.a. genetischer Disposition bis zu 400 cm. Am Naturstandort werden von besonders fitten Exemplaren auch bis zu 5 m hohe Blütenstände erreicht. Insgesamt ist die Art genetisch variabel und daher formenreich.

Der Blühbeginn liegt Ende August/Anfang September, die Blütenstände sind den ganzen Winter hindurch zierend.

Am Naturstandort weisen die meisten Bestände 50% weiblich blühende Individuen und 50% zwittrig blühende Individuen auf. In Kultur werden aber praktisch nur weibliche Exemplare verwendet, da sie die eindrucksvolleren, voluminöseren und auch haltbarere Blütenstände entwickeln. Zwittrige Bütenstände sind schlanker und weniger fedrig.

Weniger aufdringlich und dennoch imposant ist das sehr selten verwendete und etwas aufwändiger zu beziehende Neuseeländische Pampasgras. Eine Verwendung kann aber nur im Weinbauklima wirklich empfohlen werden.



Die weiblichen Samenstände erzeugen den imposanten Auftritt und sind entsprechend fast ausschließlich im Handel.

Verwendungshinweise

Das Amerikanische Pampasgras ist vermutlich das bekannteste und markanteste Ziergras überhaupt. Es wird sehr oft in weniger durchdachten Gartensituationen verwendet und atmet dann deutlich den Charme der 1970er und 80er Jahre.

Blühende, alte Exemplare sind aber zweifellos ein imposanter, allerdings auch sehr plakativer Anblick, der nicht leicht einzubinden ist. In der Regel wird die Art daher als Solitär eingesetzt, hinterlässt hier aber schnell einen bemühten Eindruck.

In sehr weitläufigen, repräsentativen Anlagen kann ein flächenhafter Einsatz in Kombination mit wuchskräftigen Hochstauden erwogen werden, was sehr ungewöhnliche Bilder liefern kann. Hierfür sind insbesondere die kompakteren Auslesen geeignet, mit denen eine relativ naturhafte Steppensituation hergestellt werden kann. Noch überzeugender für naturalistische Ansätze wären eigentlich sogar zwittrige Exemplare, die bislang aber in Europa nicht zu beziehen sind.

Es ist außerdem in Mode gekommen, das Pampasgras auf großen Balkonterrassen in Töpfen zu kultivieren. In Kombination mit hochwertigen Materialien kann das durchaus überzeugend sein. Die Überwinterung gelingt hier nur, wenn der Ballen nicht durchfriert oder dauerhaft feucht ist.



'Pumila' erfreut sich der allergrößten Beliebtheit, weil es sich auch in beengten Situationen nutzen lässt.

Kultur

An die Kulturbedingungen stellt Cortaderia selloana durchaus Anforderungen. Erforderlich sind unbedingt wärmebegünstigte, vollsonnige Standorte auf nahrhaften, tiefgründig-durchlässigen aber während der Vegetationsperiode nicht austrocknenden Substraten.

Die Standorte sollten außerdem vor winterlichen Nord-Ost-Winden und Winternässe geschützt sein. Zur Überwinterung empfiehlt es sich außerhalb geschützter Lagen, das abgestorbene Laub im Dezember schopfartig zusammen zu binden und erst im Frühjahr zurück zu schneiden.

Getopfte Exemplare dürfen im Winter keinesfalls durchfrieren. Am sichersten gelingt die Überwinterung in Töpfen in kalten, aber frostfreien Räumen. Belichtung ist nicht erforderlich, das Substrat darf aber nicht austrocknen. Zu hohe Feuchtigkeit lässt dagegen die Wurzeln meist verfaulen.

Pampasgras neigt in luftfeuchten Situationen zu Schimmelbildung an den Blüten- und Samenständen. Es sollte daher ausreichend Abstand zu gleichhoher Nachbarvegetation gehalten werden, damit die Horste ausreichend durchlüftet werden.

Weibliche Pflanzen erzeugen durch Selbstfruchtbarkeit auch ohne männlichen Pollen keimfähige Samen. Die Samen lassen sich im Frühling mit guter Keimrate ausbringen. Sortenechte Vermehrung ist nur über das Abtrennen von Seitentrieben kurz vor Beginn des Austriebes.



Cortaderia selloana 'Pumila' im Kieler Hafen

Sorten:

Die Sorten variieren innerhalb eines relativ breiten Korridors v.a. in Wuchshöhe und Blütenfarbe, da sie überwiegend generativ vermehrt werden.

  • Cool Ice: 70/180 cm hoch (Laub/Blüte), silber-weiß,
  • Evita: 50/150 cm hoch (Laub/Blüte), creme-weiße bis silbrig-gelbe Blütenstände
  • Esperanta: 40/90 cm hoch (Laub/Blüte), schmal weiß gerandetes Laub, bräunliche Rispe
  • Goldband: 70/180 cm hoch (Laub/Blüte), fahl-weiß mit zartem Ockerstich, gelblich-grün gestreiftes Laub
  • Golden Fantasy: 60/150 cm hoch (Laub/Blüte), leuchtend gelb-grün gestreiftes Laub, creme-weiße Blüten, nur für wirklich geschützte Lagen
  • Golden Goblin: 60/150 cm (Laub/Blüte), im Wechselspiel gelb-grün und weiß-grün gestreiftes Laub, ocker-bronze Blüte
  • Highfield Pink: 130/370 cm (Laub/Blüte), rosé-weiße Blüte, bogig überhängende Rispen-Äste
  • Patagonia: 100/250 cm (Laub/Blüte), auffällig schlanke, aufrechte Blütenstände, ocker-weiß
  • Pumila: 50/170 cm hoch (Laub/Blüte), zarter Ockerstich im Weiß der Blüte,
  • Scarlet Wonder: 100/290 cm hoch (Laub/Blüte), bronze-rot-violette Blüte
  • Silver Comet: 70/150 cm (Laub/Blüte), grau-grünes Laub mit mehr oder weniger ausgeprägten, silbrig-weißen Streifen, creme-weiße Blüten
  • Splendid Star: 50/110 cm hoch (Laub/Blüte), gelb-grün gestreiftes Laub, creme-weiße Blüten
  • Sunningdale Silver: 90/250 cm hoch (Laub/Blüte), silber-weiß

Bilder





Cortaderia_selloana_pumila_amerikanisches_pampasgras_11
Pumila


Cortaderia_selloana_amerikanisches_pampasgras_p10801251


Cortaderia_selloana_amerikanisches_pampasgras_a
zwittrige Blüte


Cortaderia_selloana_amerikanisches_pampasgras____(2)


Cortaderia_selloana_pumila_amerikanisches_pampasgras
Pumila


Cortaderia_selloana_pumila_amerikanisches_pampasgras_22
Pumila

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Gras
horstartig
60-100 cm Höhe
100-150 cm Höhe
150-250 cm Höhe
weiß
hell-gelb
rot
September
grün
grau-grün
weiß
gelblich
panaschiert
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
unbedeutend
frisch
gut drainiert
vollsonnig
sonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
humos
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
sehr wintermilde Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Amerika
Südamerika
befriedigend
Hoch
strukturbildender Solitär
strukturbildender Gruppen-Solitär
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Steppenpflanzung
für Pflanzgefäße geeignet
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Hauptsortiment
sommergrün
zierende Winterstruktur