Allium lusitanicum (Allium senescens) // Berg-Lauch

Familie Amaryllidaceae, Amaryllisgewächse
Pflanzen pro qm 200.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Allium lusitanicum:

Der Berglauch ist in Europa von der iberischen Halbinsel bis in das südwestliche Russland verbreitet. Auf den britischen Inseln und dem niederschlagsreichen westlichsten Mitteleuropa fehlt Allium lusitanicum. Die Skandinavischen Vorkommen sind zumindest im Westen neophytisch (Karte der Gesamtverbreitung).

In Deutschland liegt der Vorkommensschwerpunkt in den östlichen, kontinentaler geprägten Mittelgebirgsregionen. Im Tiefland gibt es im östlichen Brandenburg, an der mecklenburgischen Ostseeküste und in den niederschlagsarmen Lössbörden im Regenschatten östlich des Harzes einzelne Vorposten. In der Schweiz ist er in den wärmebegünstigten Teilen der Voralpen und der Alpen sowie im Tessin recht häufig.



Allium lusitanicum ssp. montanum kurz vor dem Aufblühen

Der Berg-Lauch ist eine Kennart der stark trockenen, ausgesprochen stickstoffarmen Mauerpfefferfluren auf flachgründigen Felsköpfen.

Er ist zudem stetig in Sand-Trockenrasen und in extrem trockenen Ausprägungen der Trespen-Magerrasen auf Kalk-Skelettböden. In Ermangelung von Felsköpfen sind diese Sand-Trockenrasen im Tiefland die typischen Habitate.

Die Art ist ausgesprochen lichtbedürftig und kommt nur in vollsonnigen Lagen dauerhaft vor. Die humusarmen Böden sind alkalisch bis schwach sauer.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)   ... zur Legende
Licht (9)  Temperatur (-)  Kontinentalität (5)  Feuchte (2)  Reaktion (6)  Stickstoff (2)



Allium lusitanicum ssp.senescens wird deutlich kräftiger.


Beschreibung: Allium lusitanicum ist ein sommergrüner Zwiebelgeophyt, der Wuchshöhen von 20 bis 40 cm erreicht. Ab Mitte Juli bis Mitte August erscheinen blass violett-rosa, halbkugelige Scheindolden.

Wie bei vielen Sommerblühenden Lauchen sind die Zwiebeln eher als Rhizome zu bezeichnen, die sehr langsam kleine Horste aufbauen. Sehr charakteristisch ist der dreikantige Blütenstengel.

Das frisch-grüne Laub riecht beim Zerreiben stark nach Lauch und kann ähnlich wie Schnittlauch verwendet werden.



Sehr schön naturhaft gestalter Steppenrasen mit Allium lusitanicum ssp.senescens

Verwendungshinweise: Der Berglauch ist eine schöne Bereicherung für naturhafte Magerwiesen und Steppenrasen. Für eine wirksame Wahrnehmung sollte die Art in großen Gruppen oder flächenhaft eingesetzt werden. Im Verbund mit niedrigen Horstgräsern entsteht ein betont trocken-warmes Ambiente.

Idealerweise ist die umgebende Vegetation lückig und nicht wesentlich höher als das Laub des Berg-Lauches. Andernfalls ist die Art schlecht wahrnehmbar und verfehlt ihre Wirkung bzw. fällt durch Lichtmangel früher oder später aus.

In der Gartenkultur relevante Partner der flachgründigen Felsrasen sind z.B. Pfings-Nelke (Dianthus gratianopolitanus), Wimper-Perlgras (Melica ciliata), Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre) und Weißer Mauerpfeffer (Sedum album).

Die Art wird zwar selten verwendet, ist im Versandhandel aber auch in den Unteraren gut erhältlich. Sie wird in der Regel unter dem Synonym "Allium senescens" gehandelt.



V.a. in naturalistischen Steppenanlagen kommen die Samenstände zierend zur Geltung.


Kultur: Allium lusitanicum benötigt vollsonnige Standorte, die zudem ohne Lichtkonkurrenz durch höhere Stauden oder gar Sträucher sein müssen.

Eine dauerhafte Kultur ist nur auf sehr armen, trockenen Standorten sinnvoll. Dies gelingt am besten auf flachgründigen Felsstandorten mit weniger als 20 cm Substratstärke. Andernfalls ist es in Kultur sehr schwierig, hinreichend nährstoffarme und trockene Bedingungen herzustellen. Selbst gewaschener Spielsand ist in den ersten Jahren eher noch zu nahrhaft.

Unter konkurrenzarmen Bedingungen versamt sich der Berglauch willig und bildet mit der Zeit größere Bestände. Er benötigt hier recht wenig Aufmerksamkeit. Die Anzucht aus Samen ist zuverlässig und ergiebig möglich. Die Samen benötigen keinen Kälteimpuls und keimen bei gleichmäßiger Feuchte und Wärme rasch.

Sorten:
  • ssp. glaucum: zierliche Form mit blau-grünem Laub
  • ssp. montanum: zierliche Form mit grünem Laub
  • ssp. senescens: kräftige, höherwüchsige Form mit grünem Laub
  • Bilder






    ssp. senescens



    ssp. senescens



    ssp. montanum



    ssp. senescens



    ssp. montanum



    ssp. senescens



    ssp. senescens

    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Zwiebel/Knolle
    Blütenstauden/-Kräuter
    horstartig
    15-30 cm Höhe
    30-60 cm Höhe
    rosa
    rosé-weiß
    Juli
    blau-grün
    grau-grün
    Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
    zierend/strukturstark
    ungiftig
    essbar
    Heil-/Gewürzpflanze
    vorhanden
    trocken
    mäßig trocken
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    poröser Schotter
    keine Bodenverdichtung
    sehr arme Böden
    arme Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    gemäßigte Klimate
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Kontinentaler Verbreitungsschwerpunkt
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    sehr gut
    Gering
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    aspektbildender Flächenfüller
    verträglich
    Trockenrasen Alpine Felsfluren Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
    Sandtrockenrasen
    Steppenrasen
    Submediterrane Halbtrockenrasen
    Silikat
    Ländlicher Garten
    Mediterraner Garten
    Repräsentative Gärten
    Steingarten/Alpinum
    Steppenpflanzung
    Insektenweide
    Nebensortiment
    sommergrün
    zierende Winterstruktur
    Lebensbereich
    Felssteppen
    Steppen