Allium lusitanicum (Allium senescens)

Allium_lusitanicum_berg-lauch_12 Name Berg-Lauch
Botanischer Name: Allium lusitanicum (Allium senescens)
Familie Amaryllidaceae, Amaryllisgewächse
Pflanzen pro qm 70.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Allium lusitanicum (Berg-Lauch): Allium lusitanicum ist in Europa von der iberischen Halbinsel bis in das südwestliche Russland verbreitet. Auf den britischen Inseln und dem niederschlagsreichen westlichsten Mitteleuropa fehlt der Berg-Lauch. Die Skandinavischen Vorkommen sind zumindest im Westen neophytisch (Karte der Gesamtverbreitung).

In Deutschland liegt der Vorkommensschwerpunkt in den östlichen, kontinentaler geprägten Mittelgebirgsregionen. Im Tiefland gibt es im östlichen Brandenburg, an der mecklenburgischen Ostseeküste und in den niederschlagsarmen Lössbörden im Regenschatten östlich des Harzes einzelne Vorposten.



Allium lusitanicum kurz vor dem Aufblühen

Der Berg-Lauch ist eine Kennart der stark trockenen, ausgesprochen stickstoffarmen Mauerpfefferfluren auf flachgründigen Felsköpfen.

Er ist zudem stetig in Sand-Trockenrasen und in extrem trockenen Ausprägungen der Trespen-Magerrasen auf Kalk-Skelettböden. In Ermangelung von Felsköpfen sind diese Sand-Trockenrasen im Tiefland die typischen Habitate.

Die Art ist ausgesprochen lichtbedürftig und kommt nur in vollsonnigen Lagen dauerhaft vor. Die humusarmen Böden sind alkalisch bis schwach sauer.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992) ... zur Legende
Licht (9)  Temperatur (-)  Kontinentalität (5)  Feuchte (2)  Reaktion (6)  Stickstoff (2)



Ein ungewöhnlich kräftiger Bestand des Berg-Lauchs

Beschreibung

Allium lusitanicum ist ein sommergrüner Zwiebelgeophyt, der Wuchshöhen von 20 bis 40 cm erreicht. Ab Mitte Juli bis Mitte August erscheinen blass violett-rosa, halbkugelige Scheindolden.

Wie bei vielen Sommerblühenden Lauchen sind die Zwiebeln eher als Rhizome zu bezeichnen, die sehr langsam kleine Horste aufbauen. Sehr charakteristisch ist der dreikantige Blütenstengel.

Das frisch-grüne Laub riecht beim Zerreiben stark nach Lauch und kann ähnlich wie Schnittlauch verwendet werden.



Sehr schön naturhaft gestalter Steppenrasen mit Berg-Lauch

Verwendungshinweise

Der Berglauch ist eine schöne Bereicherung für naturhafte Magerwiesen und Steppenrasen. Für eine wirksame Wahrnehmung sollte die Art in großen Gruppen oder flächenhaft eingesetzt werden. Im Verbund mit niedrigen Horstgräsern entsteht ein betont trocken-warmes Ambiente.

Idealerweise ist die umgebende Vegetation lückig und nicht wesentlich höher als das Laub des Berg-Lauches. Andernfalls ist die Art schlecht wahrnehmbar und verfehlt ihre Wirkung bzw. fällt durch Lichtmangel früher oder später aus.

In der Gartenkultur relevante Partner der flachgründigen Felsrasen sind z.B. Pfings-Nelke (Dianthus gratianopolitanus), Wimper-Perlgras (Melica ciliata), Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre) und Weißer Mauerpfeffer (Sedum album).

Die Art wird zwar selten verwendet, ist im Versandhandel aber gut erhältlich. Sie wird in der Regel unter dem Synonym "Allium senescens" gehandelt.



Solche lückigen Trockenrasen sind in Kultur nur mit Mühe zu entwickeln.

Kultur

Allium lusitanicum benötigt vollsonnige Standorte, die zudem ohne Lichtkonkurrenz durch höhere Stauden oder gar Sträucher sein müssen.

Eine dauerhafte Kultur ist nur auf sehr armen, trockenen Standorten sinnvoll. Dies gelingt am besten auf flachgründigen Felsstandorten mit weniger als 20 cm Substratstärke. Andernfalls ist es in Kultur sehr schwierig, hinreichend nährstoffarme und trockene Bedingungen herzustellen. Selbst gewaschener Spielsand ist in den ersten Jahren eher noch zu nahrhaft.

Unter konkurrenzarmen Bedingungen versamt sich der Berglauch willig und bildet mit der Zeit größere Bestände. Er benötigt hier recht wenig Aufmerksamkeit.

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Zwiebel/Knolle
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
15-30 cm Höhe
30-60 cm Höhe
rosa
rosé-weiß
Juli
blau-grün
grau-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
essbar
Heil-/Gewürzpflanze
vorhanden
trocken
mäßig trocken
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Trockenrasen
sehr arme Böden
arme Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Kontinentaler Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
sehr gut
Gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
Sandtrockenrasen
Steppenrasen
Submediterrane Halbtrockenrasen
Alpine Schuttfluren/Blockhalden Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Silikat
Bauerngarten
Mediterraner Garten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Steppenpflanzung
Insektenweide
Nebensortiment
sommergrün
Felssteppen
Steppen