Tulipa orphanidea (Tulipa whittallii) // Orphanides-Tulpe

Familie Liliacea, Liliengewächse
Pflanzen pro qm 200.00
Wikipedia Tulipa orphanidea (Tulipa whittallii)
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Tulipa orphanidea:

Die Orphanides-Tulpe hat als Artenschwarm u.a. mit Tulipa goulimyi und Tulipa doerfleri einen Verbreitungsschwerpunkt im östlichen Mittelmeerraum und kommt von Bulgarien bis Griechenland und in die Türkei vor. Tulipa orphanidea im engeren Sinne ist endemisch in den Bergen des südlichen Festlandes von Griechenland.

Der Tulipa-Orphanidea-Artenschwarm ist von den Tieflagen bis in montane Höhen anzutreffen. Insbesondere im türkischen Hochland sind die Winter ernsthafte Prüfungen.



Aus der Nähe erkennt man das variantenreiche Farbspiel der Orphanides-Tulpe.

Tulipa orphanidea besiedelt trocken-warme und sonnige Waldränder - insbesondere von Pinus-Nigra-Wäldern, extensive Hackfrucht-Äcker und entsprechende Säume sowie mediterrane Steppenrasen. Teilweise tritt sie auch ruderal an sonnigen Straßenböschungen auf.

Tulipa orphanidea bevorzugt mäßig nahrhafte und basenreiche, gut drainierte Substrate. Im Frühling zur Vegetationsperiode der Orphanides-Tulpe sind die Standorte von den Winterniederschlägen noch relativ frisch, bevor sie im Laufe der trocken-heißen Sommer trockenfallen.

Beschreibung: Die Orphanides-Tulpe ist ein formenreicher, vorsommergrüner Zwiebelgeophyt und erreicht 10 bis 20 cm Wuchshöhe. Durch Tochterzwiebeln entstehen mit der Zeit dichte Bulte.

Die einzelnen, seltener auch bis zu vier orange-roten bis kupfer-roten oder auch gelben Blüten mit blau-schwarzem bis grünlichem Grund erscheinen ab Mitte April. Nicht selten ist auf der Innenseite der Blütenblätter ein heller Mittelstreifen zu erkennen, der die Sternenform der geöffneten Blüte stark betont.

Das Laub ist oliv-grün.



Muscari latifolium geht und Tulipa orphanidea kommt.

Verwendungshinweise: Tulipa orphanidea ist eine zarte Erscheinung mit verhältnismäßig großen, auffälligen Blüten. Sie sind durch die schlanken, spitz zulaufenden, sich dadurch vergleichsweie wenig überlappenden Blütenblätter trotzdem von filigraner Wirkung und entfalten einen eindeutigen Wildarten-Charakter.

Sie kommt v.a. in niedrigen Steppenrasen und trocken-warmen Alpinarien, im mediterranen Garten und in entsprechenden Trögen gut zur Geltung.

In einer Matrix aus mittelhohen Gräsern wie Festuca mairei oder Helictotrichon sempervirens und eingestreuten Felsen wirken individuenreiche Bestände glaubwürdig.

Leider ist die Blüte kurzlebig. Vom Aufblühen bis zum Vergehen dauert der Vorgang selbst bei kühler Witterung ziemlich genau eine Woche. Glücklicherweise öffnen sich die Blüten eines Bestandes etwas zeitversetzt, so dass man in individuenreichen Beständen eine etwa über zwei Wochen ansehnliche Blütenphase erwarten darf.

Kultur: Tulipa orphanidea gehört zu den recht zuverlässig kultivierbaren Wild-Tulpen. Sie benötigt sandige oder schottrige Substrate mit gutem Wasserabzug, kommt hier aber mit der Feuchte der mitteleuropäischen Winter gut zurecht.

Sommerliche Trockenheit beeindruckt die schlafende Zwiebel natürlich nicht, im Gegenteil verhilft sie zur optimalen Ausreifung und damit zu Winterhärte.

Während der Frühlingsmonate muss Verschattung durch höhere Begleiter vermieden werden. Zu beachten ist, dass Bäume oder Häuser bei der im Frühling tieferstehenden Sonne lange Schatten werfen. Ein im Sommer sonniger Standort kann im Frühling dann überraschenderweise absonnig sein.



'Whittallii' zeigt hier von rechts nach links drei Stufen der Blütenentwicklung, die leider innerhalb einer Woche abgeschlossen wird.

Auch die Orphanides-Tulpe neigt dazu, sich mit Hilfe ihrer Zugwurzeln immer tiefer in den Untergrund zu ziehen und kommt dann irgendwann nicht mehr zur Blüte. Abhilfe kann die Pflanzung in einem Drahtkäfig oder die Pflanzung über einer Schicht flacher, senkrecht stehender Steine schaffen.

Die Vermehrung aus Saatgut erfolgt nach dem Prinzip der Kaltkeimer.



Schon die Knospen deuten die schillernde Persönlichkeit dieser Wildtulpe an.

Sorten:
  • Flava: Blüte mit grünlich-gelber Grundfarbe mit rötlich überlaufenen Rändern
  • Whittallii: Blüten mit tief-orangener Grundfarbe, stark abgesetztem, gelben Mittelstreifen und bräunlicher Mitte

  • Bilder






    'Whittallii'



    'Whittallii'



    'Whittallii'



    'Whittallii'



    'Whittallii'

    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Zwiebel/Knolle
    Blütenstauden/-Kräuter
    horstartig
    15-30 cm Höhe
    orange
    rot
    April
    grün
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    unbedeutend
    mäßig trocken
    frisch
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    halbschattig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
    arme Böden
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Mittelgebirge (montan)
    Süd-Osteuropa
    mediterraner Schwerpunkt
    Hügelland (collin)
    Asien
    Kleinasien
    befriedigend
    Gering
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    aspektbildender Flächenfüller
    verträglich
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Steppenpflanzung
    für Pflanzgefäße geeignet
    öffentliches Grün
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Hauptsortiment
    vorsommergrün
    Felssteppen
    Gehölzrand/Staudenfluren