Thymus praecox // Frühblühender Thymian

Familie Lamiaceae, Lippenblütler
Pflanzen pro qm 20.00
Wikipedia Thymus praecox
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Thymus praecox

Der Frühblühende Thymian kommt in zahrlreichen Unterarten von der Iberischen Halbinsel bis Skandinavien und von Italien bis zum Balkan und Mittel- Osteuropa vor. Im Süd-Osten reicht die Verbreitung über die Türkei bis in den Kaukasus und Süd-Russland.

In Deutschland ist Thymus praecox zerstreut in den Mittelgebirgsregionen und deren Hügelvorländern, den Alpen und dem Alpenvorland verbreitet. Im Tiefland fehlt die Art.



Thymus praecox auf dem Kopf einer alten Kalksteinmauer des Klosters Andechs u.a. mit Campanula rotundifolia, Sedum album und Mauerraute.

Der Frühblühende Thymian ist eine Charakterart der basiphilen Trespen- und Schwingelrasen und kommt zudem stetig an sonnigen Stellen montaner Schneeheide-Kiefernwälder sowie auf flachgründigen Felsbändern in Mauerpfeffer-Fluren vor.

Die Standorte sind vollsonnig bis sonnig und wärmebegünstigt. Im Frühling sind die skelettreichen, durchlässigen Sand,- Schotter und Felsböden nicht selten frisch, leiden im Sommer aber regelmäßig unter ernstem Trockenstress.

Die Stickstoffversorgung ist extem gering.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (6)  Kontinentalität (5)  Feuchte (3)  Reaktion (8)  Stickstoff (1)



In niederschlagsreichen Hochgebirgslagen reicht nackter Kalkfelsen, um von Thymus praecox zusammen mit Moosen und Campanula cochleariifolia besiedelt zu werden.


Beschreibung
Der Frühblühende Thymian ist ein wintergrüner, an der Basis verholzender Halbstrauch, der durch niederliegende Ausläufertriebe bis 8 cm hohe, kleine Teppiche bildet.

Die rosa Blüten stehen in dichten Quirlen und erscheinen zahlreich im Juni/Juli. Die gesamte Pflanze duftet aromatisch.

Ähnlich sind der Sand-Thymian (Thymus serpyllum) und der Arznei-Thymian (Thymus pulegioides), die beide auch basenarme Substrate besiedeln.



Im Flachland braucht Thymus praecox dagegen Bodenanschluss, um Felsen überwachsen zu können.


Verwendungshinweise
Thymus praecox ist eine gerne verwendete, dennoch gut einsetzbare Art für sonnig-warme Felsstandorte, Trockenmauern, Tuffsteine und Steintröge sowie naturhafte, trockene Magerrasen.

In den Kalkfels-Pionierfluren des Alpenraumes sind z.B. Iberis saxatilis, die interessante Rarität Bupleurum ranunculoides, Globularia cordifolia, Gypsophila repens, oder Sesleria caerulea gartenwürdige Kombinationspartner.

In intensiv betreuten Anlagen kann Thymus praecox auch im Vordergrund von Felssteppenanlagen verwendet werden.



'Pygmaeus' bildet moosartig anmutende Polsterrasen.

Kultur
Die lichtbedürftige Art ist v.a. auf sonnig-trockenen Extremstandorten zuverlässig und dauerhaft kultivierbar. Je stickstoffärmer die möglichst durchlässigen Mineralböden sind, desto weniger muss man sich um unbotmäßige Verschattung durch wüchsigere Begleiter oder Wildkräuter kümmern.

Generell sind enge Felsspaltensysteme der ideale Gartenlebensraum.

Sorten:
  • Albiflorus: weiße Blüte, sonst wie der Typ
  • Minor: 3-5 cm hoch, schwachwüchsiger als der Typ
  • Pygmaeus: Zwergform, die 3-5 cm hohe, dichte Polsterrasen bildet, schwacher Blütenansatz
  • Purpurteppich: purpur-rote Blüte, sonst wie der Typ
  • var. pseudolanuginosus: 5 cm hoch, eher armblütig, dicht grau-filzig behaart
  • Bilder






    ssp. polytrichus



    var. pseudolanuginosus









    ssp. polytrichus



    'Pygmaeus'



    'Pygmaeus'



    'Pygmaeus'



    var. pseudolanuginosus



    var. pseudolanuginosus

    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    Strauch
    Halb-/Zwergstrauch
    bodendeckend
    bis 15 cm Höhe
    niederliegend/kriechend
    weiß
    rosa
    Juni
    Juli
    Blattfärbung Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
    grün
    grau-grün
    ungiftig
    Heil-/Gewürzpflanze
    ausgeprägt
    trocken
    mäßig trocken
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    sehr arme Böden
    arme Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    hitzeanfällige Lage
    gemäßigte Klimate
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Mittelgebirge (montan)
    alpin
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    gut
    Hoch
    aspektbildender Flächenfüller
    verträglich
    konkurrenzschwach
    Trockenrasen Alpine Felsfluren Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Wälder Einsatzbereich
    Steppenrasen
    Submediterrane Halbtrockenrasen
    Kalk
    Bergheiden
    Wacholdergebüsche
    Nadelwälder
    Kiefernwälder
    Schneeheide-Kiefernwälder, kalkreich
    Ländlicher Garten
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Steingarten/Alpinum
    Steppenpflanzung
    für Pflanzgefäße geeignet
    Klostergarten
    Duftgarten
    Duft ausgeprägt
    Gründächer
    Substratstärke 8-15 cm
    Insektenweide
    Wiese/Prärie
    Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Hauptsortiment
    winter-/immergrün
    Alpinum
    Felssteppen