Thymus praecox / Frühblühender Thymian

Thymus_praecox_ssp._polytrichus_fr%c3%bchbl%c3%bchender_thymian_11 Familie Lamiaceae, Lippenblütler
Pflanzen pro qm 20.00
Wikipedia Thymus praecox
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Thymus praecox: Der Frühblühende Thymian kommt in zahrlreichen Unterarten von der Iberischen Halbinsel bis Skandinavien und von Italien bis zum Balkan und Mittel- Osteuropa vor. Im Süd-Osten reicht die Verbreitung über die Türkei bis in den Kaukasus und Süd-Russland (Karte der Gesamtverbreitung).

In Mitteleuropa ist Thymus praecox zerstreut in den Mittelgebirgsregionen und deren Hügelvorländern, den Alpen und dem Alpenvorland verbreitet. Im Tiefland fehlt die Art.



Thymus praecox auf dem Kopf einer alten Kalksteinmauer des Klosters Andechs u.a. mit Campanula rotundifolia, Sedum album und Mauerraute.

Der Frühblühende Thymian ist eine Charakterart der basiphilen Trespen- und Schwingelrasen und kommt zudem stetig an sonnigen Stellen montaner Schneeheide-Kiefernwälder sowie auf flachgründigen Felsbändern in Mauerpfeffer-Fluren vor.

Die Standorte sind vollsonnig bis sonnig und wärmebegünstigt. Im Frühling sind die skelettreichen, durchlässigen Sand,- Schotter und Felsböden nicht selten frisch, leiden im Sommer aber regelmäßig unter ernstem Trockenstress.

Die Stickstoffversorgung ist extem gering.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (6)  Kontinentalität (5)  Feuchte (3)  Reaktion (8)  Stickstoff (1)



In niederschlagsreichen Hochgebirgslagen reicht nackter Kalkfelsen, um von Thymus praecox zusammen mit Moosen und Campanula cochleariifolia besiedelt zu werden.


Beschreibung

Der Frühblühende Thymian ist ein wintergrüner, an der Basis verholzender Halbstrauch, der durch niederliegende Ausläufertriebe bis 8 cm hohe, kleine Teppiche bildet.

Die rosa Blüten stehen in dichten Quirlen und erscheinen zahlreich im Juni/Juli. Die gesamte Pflanze duftet aromatisch.

Ähnlich sind der Sand-Thymian (Thymus serpyllum) und der Arznei-Thymian (Thymus pulegioides), die beide auch basenarme Substrate besiedeln.



Im Flachland braucht Thymus praecox dagegen Bodenanschluss, um Felsen überwachsen zu können.


Verwendungshinweise

Thymus praecox ist eine gerne verwendete, dennoch gut einsetzbare Art für sonnig-warme Felsstandorte, Trockenmauern, Tuffsteine und Steintröge sowie naturhafte, trockene Magerrasen.

In den Kalkfels-Pionierfluren des Alpenraumes sind z.B. Iberis saxatilis, die interessante Rarität Bupleurum ranunculoides, Globularia cordifolia, Gypsophila repens, oder Sesleria caerulea gartenwürdige Kombinationspartner.

In intensiv betreuten Anlagen kann Thymus praecox auch im Vordergrund von Felssteppenanlagen verwendet werden.



'Pygmaeus' bildet moosartig anmutende Polsterrasen.

Kultur

Die lichtbedürftige Art ist v.a. auf sonnig-trockenen Extremstandorten zuverlässig und dauerhaft kultivierbar. Je stickstoffärmer die möglichst durchlässigen Mineralböden sind, desto weniger muss man sich um unbotmäßige Verschattung durch wüchsigere Begleiter oder Wildkräuter kümmern.

Generell sind enge Felsspaltensysteme der ideale Gartenlebensraum.

Sorten:
  • Albiflorus: weiße Blüte, sonst wie der Typ
  • Minor: 3-5 cm hoch, schwachwüchsiger als der Typ
  • Pygmaeus: Zwergform, die 3-5 cm hohe, dichte Polsterrasen bildet, schwacher Blütenansatz
  • Purpurteppich: purpur-rote Blüte, sonst wie der Typ
  • var. pseudolanuginosus: 5 cm hoch, eher armblütig, dicht grau-filzig behaart

Bilder





Thymus_praecox_ssp._polytrichus_fr%c3%bchbl%c3%bchender_thymian_11
ssp. polytrichus


Thymus_praecox_fr%c3%bchbl%c3%bchender_thymian_24


Thymus_praecox_fr%c3%bchbl%c3%bchender_thymian_25


Thymus_praecox_ssp._polytrichus_fr%c3%bchbl%c3%bchender_thymian_22
ssp. polytrichus


Thymus_praecox_pygmaeus_1060313
Pygmaeus


Thymus_praecox_'pygmaeus'_222
Pygmaeus


Thymus_praecox_'pygmaeus'
Pygmaeus


Thymus_praecox_var._pseudolanuginosus_fr%c3%bchbl%c3%bchender_thymian
var. pseudolanuginosus

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
Strauch
Halb-/Zwergstrauch
bodendeckend
bis 15 cm Höhe
niederliegend/kriechend
weiß
rosa
Juni
Juli
Blattfärbung Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
grün
grau-grün
ungiftig
Heil-/Gewürzpflanze
ausgeprägt
trocken
mäßig trocken
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
sehr arme Böden
arme Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Mittelgebirge (montan)
alpin
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
gut
Hoch
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
konkurrenzschwach
Trockenrasen Alpine Felsfluren Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Wälder Einsatzbereich
Steppenrasen
Submediterrane Halbtrockenrasen
Kalk
Bergheiden
Wacholdergebüsche
Nadelwälder
Kiefernwälder
Schneeheide-Kiefernwälder, kalkreich
Ländlicher Garten
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Steppenpflanzung
für Pflanzgefäße geeignet
Klostergarten
Duftgarten
Duft ausgeprägt
Gründächer
Substratstärke 8-15 cm
Insektenweide
Wiese/Prärie
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Hauptsortiment
winter-/immergrün
Alpinum
Felssteppen