Polemonium caeruleum / Blaue Himmelsleiter, Jakobsleiter

Polemonium_caeruleum_blaue_himmelsleiter_26 Familie Polemoniaceae, Himmelsleitergewächse
Pflanzen pro qm 8.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Polemonium caeruleum

Die Blaue Himmelsleiter ist in ganz Mitteleuropa bis in den Westen Sibiriens verbreitet. Nach Süden reichen die Vorkommen bis in das französische Zentralmassiv sowie die italienischen Ausläufer der Alpen.

In Deutschland ist sie v.a. in den Mittelgebirgsregionen noch stetiger anzutreffen, während sie im Tiefland schon immer sehr selten war und die meisten urwüchsigen Standorte mittlerweile erloschen sind. Polemonium caeruleum gilt daher als gefährdet. In der Schweiz hat die Art Verbreitungsschwerpunkte im Jura und in den östlichen Zentralalpen, findet sich vereinzelt aber auch im Mittelland und den Voralpen.



Polemonium caeruleum zusammen mit Aconitum napellus in der Nachbildung einer montanen Hochstaudenflur.

Polemonium caeruleum besiedelt vorrangig montane Hochstaudenfluren und extensive Wiesen an feuchten bis sickernassen, sonnigen bis halbschattigen Säumen von Wäldern und Bächen.

Sie kommt aber auch in den gelegentlich überfluteten Bereichen der sandig-schottrigen Grauerlen-Aue von Gebirgsbächen und an sickerfeuchten, bewegten und feinerdereichen Schotterhängen vor.

Die Substrate sind stark alkalisch bis neutral und relativ stickstoffreich.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (6)  Temperatur (4)  Kontinentalität (5)  Feuchte (7)  Reaktion (8)  Stickstoff (6)



Exemplar mit sehr dunkler Blütenfarbe

Beschreibung

Die Blaue Himmelsleiter ist eine sommergrüne, horstige Staude von bis zu 70 cm Wuchshöhe. Charakteristisch sind die gefiederten, leicht versetzt stehenden Blätter. Sie erinnern an eine Leiter und der Volksmund erkannte hier einen Weg, in den blauen (Blüten-)Himmel zu kommen.

Die rein mittel-blauen Blüten stehen in aufrechten Rispen und erscheinen im Mai/Juni. Sie duften leicht süßlich.

Die Blaue Himmelsleiter ist vergleichsweise kurzlebig, versamt sich aber unter kunkurrenzarmen Bedingungen willig.



'Album' wird seltener kultiviert.

 Verwendungshinweise

Polemonium caeruleum ist ein klassische Bauerngartenstaude und darf hier nicht fehlen. Sie kann aber auch schön in naturhaften, feuchten Staudensäumen am Rand von Gewässern und vor Gehölzen eingesetzt werden.

Am Naturstandort steht sie in feuchten Hochstaudenfluren z.B. gerne mit Mädesüß, Gelber Wiesenraute, Blut-Weiderich, Echtem Baldrian oder Wilder Engelwurz zusammen.   



Die weißen Blüten sind weniger ausdruckstark als die himmelblaue Normalform.

Kultur

Mit konkurrenzkräftigen, ausbreitungsfreudigen Stauden kann die Blaue Himmelsleiter nur mit hohem Aufwand dauerhaft kombiniert und vor der Verdrängung bewahrt werden.

Zusammen mit mittelhohen Gräsern wie Deschampsia cespitosa  und horstigen Stauden ist sie pflegeleichter, benötigt aber ein waches Auge bei der Unterstützung der Sämlinge, wenn die Kultur dauerhaft sein soll.

Lebensverlängernd wirkt auch die Teilung und Versetzung der Horste alle zwie bis drei Jahre.

Trockenphasen und Warmlagen mindern die Vitalität erheblich. Ansonsten ist die Blaue Himmelsleiter aber recht tolerant gegenüber den übrigen Standortparametern.

Eine Mahd nach der Samenreife im Hochsommer ist möglich, aber nicht zwingend erforderlich. Ein Schnitt unmittelbar nach der Blüte ruft häufig eine Nachblüte im Spätsommer hervor.

Sorten:
  • Album: wie der Typ, mit rein weißen Blüten
  • Brise d´Anjour: bis 80 cm hoch, creme-weiß gerandetes Laub und mittel-blaue Blüten
  • var. villosum: bis 40 cm hoch, ausgeprägter duftende, mittel-blaue Blüten

Bilder





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Album

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
30-60 cm Höhe
60-100 cm Höhe
weiß
blau
Juni
grün
weiß
panaschiert
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
giftig
ausgeprägt
frisch
nicht austrocknend
feucht
vollsonnig
sonnig
halbschattig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
poröser Schotter
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Wiesen
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Sibirien
Zentral-Asien
gut
Hoch
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Feuchtwiesen
Alpine Felsfluren Staudenfluren Gebüsche Wälder Einsatzbereich
Kalk
Hochstaudenfluren feuchter bis nasser Standorte
Feuchtgebüsche
Feuchtwälder
Erlenbruchwälder
Auwälder
Ländlicher Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Wassergarten
Steingarten/Alpinum
für Pflanzgefäße geeignet
Klostergarten
Duftgarten
Duft ausgeprägt
Rabatte
Wiese/Prärie
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Hauptsortiment
sommergrün
Wasserrand/Sumpf
Alpinum
Wiesen
Gehölzrand/Staudenfluren