Papaver rhoeas // Klatschmohn

Familie Papaveraceae, Mohngewächse
Pflanzen pro qm 20.00
Wikipedia Papaver rhoeas
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Papaver rhoeas

Der Klatschmohn ist heute nahezu weltweit in allen Regionen beheimatet, in denen Ackerbau betrieben wird. Das Hauptverbreitungsgebiet liegt in Eurasien und Nordafrika, das vermutlich auch das ursprüngliche Herkunftsgebiet darstellt.

In Deutschland ist Papaver rhoeas nahezu flächendeckend verbreitet, lediglich in den entkalkten Geest-Regionen der nord-deutschen Tiefebenen und den kühlen Hochlagen der Bergregionen weist er Verbreitungslücken auf. In der Schweiz fehlt er in den montanen und alpinen Höhenlagen.



Solche Ackerbegleitfluren finden sich nur in ökologisch bewirtschafteten Feldern.

Er ist eine Kennart der Ackerbegleitfluren. Man findet ihn aber auch in kurzlebigen, etwas wärmebegünstigten Ruderalfluren und regelmäßig gestörten Queckenrasen.

Bevorzugt werden kalkhaltige, relativ nahrhafte Lehmböden in vollsonnigen bis halbschattigen Situationen. Die Wasserversorgung ist in der Regel frisch und wenn, dann nur im Hochsommer von gelegentlichem Trockenstress geprägt.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende

Licht (6)  Temperatur (5)  Kontinentalität (3)  Feuchte (5)  Reaktion (7)  Stickstoff (6)



In extra freigehaltenen Ackerrandstreifen ist der Klatschmohn oft aspektbilend. Hier wird er von der
Acker-Hundskamille begleitet.


Beschreibung
Papaver rhoeas ist eine horstige Einjährige. Sie erreicht Wuchshöhen von 40-60 cm, unter optimalen Bedingungen auch bis zu 90 cm.

Die großen, leuchtend purpur- bis orangeroten Blüten können bis zu 10 cm im Durchmesser messen. Es gibt natürliche Formen mit schwarzen Schlundflecken und solche ohne. Seltener treten vioeltte oder weiße Varianten auf. Die Blütezeit beginnt ab Ende Mai und erstreckt sich bis Anfang Juli. Die einzelnen Blüten vergehen innerhalb eines Tages, die Pflanze produziert jedoch laufend neue Blüten nach.

Die Samenstände sind verholzende Kapseln, die bei Windbewegungen die extrem zahlreichen, feinen Samen ausstreuen.

Die borstig behaarten Blätter sind rein grün und doppelt fiederteilig geteilt.

Alle Pflanzenteile, insbesondere aber der weiße Milchsaft, sind reich an Giftstoffen, die bei Verzehr zu Übelkeitserscheinungen führen. Dennoch wurden junge Blätter, Blüten und auch unreife Fruchtkapseln roh in Salaten oder die Blätter auch gekocht wie Spinat verzehrt.

Ein sehr gelungener Ackerrand mit Klatschmohn (Papaver rhoeas) und fontainenartigem Glatthafer.´ im Hintergrund.

Auch in konventionell bewirtschaftenen Feldern entstehen manchmal noch schöne Ecken. V.a. die Kombination mit dem fontainenartigen Glatthafer weiß hier zu überzeugen.

Es gibt einige mehr oder weniger stark gefüllte Auslesen. Die Auslesen werden auch unter der Bezeichnung "Seidenmohn" geführt und sind in verschiedenen, oft sehr variablen Farbschlägen von Weiß bis Rosa und Pink erhältlich. Insbesondere bei den sehr zierlichen Formen liegt die Vermutung nahe, das Papaver dubium eingekreutzt ist.



"Seidenmohn" mit elfenartig-durchscheinenden Blütenblättern

Verwendungshinweise
Ein vom Klatschmohn rot gefärbtes Kornfeld ist ein beeindruckender Anblick, der die Sehnsucht nach dem "guten" Landleben weckt.

Wer kein Kornfeld zu bestellen hat, muss dennoch nicht auf den Klatschmohn verzichten. Er kommt insbesondere in ländlich/bäuerlichen Rabatten sehr hübsch zur Geltung. Hier können auch die stark romantisierenden, gefüllten Auslesen eingesetzt werden.

Sehr schön ist die Wildform auch in naturhaften, sonnig-warmen Wegrainen oder etwas lückiger gehaltenen Blütenwiesen.

Das knallige Rot des Mohns ist dabei erstaunlich harmonisch mit nahezu allen Farben kombinierbar, lediglich kräftiges Pink ist meist doch zuviel des Guten.



Weiße Formen wie 'Bridal Silk' wirken edel und lassen sich in alle Farbkonzepte einbinden.

Kultur
Papaver rhoeas ist im Grunde anspruchslos und lässt sich sehr zuverlässig - am Besten im Spätsommer/Herbst oder im zeitigen Frühjahr - aussääen. Im Frühling gesääte Exemplare blühen etwas später, dadurch lässt sich die Blütezeit etwas verlängern. Vorkultivierte und ausgepflanzte Exemplare sind kümmerlicher als Direktsaaten.

Der Klatschmohn benötigt allerdings offene, Bodenstellen, um keimen zu können. Wo der Gärtner durch gelegentliche Bodenbearbeitung für konkurrenzarme Situationen sorgt, versamt er sich dann auch willig von alleine. Er hält sich dabei ungern an vorgegebene Grenzen und kann überall, manchmal auch an der Grenze zur Lästigkeit auftreten.

Günstige Standorte sind etwas wärmebegünstigt und im Frühling ohne längere Trockenphasen. Sommerliche Trockenphasen beeindrucken die Art dann nicht mehr, weil erstens die tiefreichende Pfahlwurzel meist noch an Wasserreserven des Bodens heranreicht und zweitens nach der Blüte im Juli die Pflanzen ohnehin bald vergehen.

Die idealerweise basenreichen Mineralböden sollten nicht staufeucht sein. Auf nahrhaften Böden ohne Wurzelkonkurrenz können die Pflanzen sehr üppige Dimensionen annehmen und sind nicht immer ausreichend standfest.



Hier hält sich der Klatschmohn erstaunlich gut in einem von Glatthafer dominierten Wegesrand.

Sorten:
  • Bridal Silk: rein weiß mit gelben Staubgefäßen, schwachwüchsiger als die Art aber vital, Selbstversamung gering, farbecht
  • Cherry Glow: einfache, leuchtend tief-rote Blüten mit undeutlich auslaufendem, violett-schwarzen Schlund, farbecht
  • Chorus: einfache, pastell-rosa-, -rot- und -apricotfarbene Blüten
  • Europa Weiß: dicht gefüllte, rein-weiße Blüten, farbecht
  • Lady Bird: einfache, leuchtend rote Blüten mit kleinen, schwarzen Schlundflecken, die die Blüten an einen Marienkäfer erinnern lassen, farbecht
  • Pandora: mehr oder weniger gefüllte Blüten mit farblicher Varianz von tiefem Burgunder-Rot bis Purpur-Rot, v.a. auf den außeren Blütenblättern mit auffälligen grau-weißen Streifen bzw. Flächen, zwischn 40 und 60 cm hoch
  • Shirley: gefüllte Blüten mit noch sichtbaren Staubgefäßen, alle Farbtöne von weiß über zart-rosa zu pink und rot
  • True Shirley Poppy: ungefüllte Blüten ohne dunklen Schlund und mit zartem, hell abgesetzten Rand, alle Farbtöne von weiß über zart-rosa zu pink und rot, vermutlich die älteste Auslese
  • Bilder
























    Bridal Silk



    Bridal Silk



    Seidenmohn

    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    einjährig
    Blütenstauden/-Kräuter
    horstartig
    30-60 cm Höhe
    60-100 cm Höhe
    weiß
    rot
    rosa
    rosé-weiß
    pink
    Juni
    grün
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    giftig
    essbar
    unbedeutend
    frisch
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    halbschattig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    humos
    poröser Schotter
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
    mittlere Böden
    reiche Böden
    frostfreie Lage
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    hitzeanfällige Lage
    gemäßigte Klimate
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    Nordeuropa
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    Asien
    Ostasien/China/Mandschurei
    Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
    Sibirien
    Zentral-Asien
    Kleinasien
    Vord. Orient
    Afrika
    Nordafrika
    sehr gut
    Mittel
    aspektbildender Flächenfüller
    verträglich
    konkurrenzschwach
    Ländlicher Garten
    Repräsentative Gärten
    öffentliches Grün
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Rabatte
    Insektenweide
    Wiese/Prärie
    Handelsgängigkeit Belaubung
    Raritäten/Saatgut
    sommergrün