Muscari comosum // Schopfige Traubenhyazinthe

Familie Asparagaceae
Pflanzen pro qm 80.00
Wikipedia Muscari comosum
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort

Muscari comosum hat ein ausgesprochen weites Verbreitungsgebiet. Sie kommt von den Kanarischen Inseln über Süd- und Teile Mitteleuropas bis Klein- und Vorderasien vor.

In Deutschland hat die extrem wärmeliebende Art nennenswerte natürliche Vorkommen in der Oberrheinebene, der östlichen Fränkischen Alb sowie im Harzvorland mit dem Thüringer Becken. Die nördlichsten Vorkommen finden sich im mittleren Odertal.

In Mitteleuropa besiedelt die Schopfige Traubenhyazinthe gestörte Kalk-Magerrasen, Sandtrockenrasen und Erdrauch-Wolfsmilch-Gesellschaften der Ackerränder und Weinberge auf basenreichen Mineralböden. Die Art kommt außerdem gelegentlich in trockenen, basenreichen Blutstorchschnabel-Säumen an süd-exponierten Gehölzrändern vor.

Im mediterranen Verbreitungsgebiet steigt sie bis oberhalb von 2.000 m üNN auf. Sie ist hier ein typisches Element der durch Beweidung und Rohdung degenerierten, ehemaligen Hartlaubwald-Standorte, die heute von Halbsträuchern dominiert werden.

Die Standorte sind trocken bis mäßig trocken und vollsonnig bis licht halbschattig. Die gut drainierten Mineralböden sind stickstoffarm bis stickstoffreich.

Beschreibung

Muscari comosum ist ein vorsommergrüner Zwiebelgeophyt. Sie erreicht Wuchshöhen von 30 cm auf armen und bis zu 60 cm auf reichen Böden.

Der lange, locker-traubige Blütenstand trägt unscheinbare, bräunliche Blüten mit einem violetten Schopf aus nicht fruchtbaren Lockblüten. Die Blütezeit liegt im Mai.

Die grasartigen Laubblätter sind rein-grün und erheben sich kaum höher als 10 cm über den Boden.

Die Zwiebeln sind essbar, wegen ihres bitteren Geschmacks werden sie meist in Salzwasser gekocht verwendet. Die Pflanze wird seit Menschengedenken kultiviert und ist im mediterranen Raum ein traditioneller Bestandteil der ländlichen Küche.

Verwendungshinweise

Muscari comosum ist die Traubenhyazinthe mit dem unverwechselbaren Erscheinungsbild. Erst auf den zweiten Blick offenbart sich ihre Verwandschaft mit den üblichen Muscari-Vertretern.

Die Schopfige Traubenhyazinthe ist durchaus eigentümlich, aber dennoch eine interessante und zierende Option für Kies- und Steppengärten, Magerrasen und mediterrane Anlagen im Verbund mit Halbsträuchern wie Lavendel, Echtem Salbei, Ysop und Anderen. Überzeugend ist ihr Einsatz auch im felsigen Alpinarium.

In naturhaften Pflanzkonzepten trägt sie aufgrund ihrer Seltenheit und der begrenzten Verbreitung in Mitteleuropa nicht zu einer authentischen Anmutung bei. Zumindest in Regionen, in denen sie natürlich vorkommt, kann ihr Einsatz dennoch gewinnbringend sein.

Kultur

Die Schopfige Traubenhyazinthe braucht warme, möglichst sonnige (höchstens licht halbschattige) Standorte. Sie ist überall gut winterhart, solange keine winterliche Nässe auftritt.

Gut drainierte Mineralböden und sommerlicher Trockenstress halten die Konkurrenz im Zaun und schaffen lückige Vegetationsdecken. Die Art kann sich dann sogar auf nahrhafteren Böden eine Zeit lang behaupten, hier muss aber etwa alle 3 Jahre unter den Begleitstauden und -Gräsern kräftig ausgelichtet werden. Auch ein gelegentlicher Umbruch der Flächen begünstigt Muscari comosum relativ.

Wo ausreichend offene Bodenstellen verbleiben, versamt sich die Art willig, aber nicht übermäßig. Die vegetative Vermehrung über Tochterzwiebeln führt meist auch zu einer moderaten Zunahme des Bestandes.

Sorten:
  • Monstrosum: statt fertiler Blüten nur sterile, violette Blüten, die zudem verzweigt sind. Dadurch fedrig-wolkiger Blütenstand, sehr artifizielle Erscheinung
  • Plumosum: statt fertiler Blüten nur sterile, violette Blüten, dadurch fedriger, nicht schopfiger Blütenstand (handelsüblich)

Bilder









Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Zwiebel/Knolle
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
30-60 cm Höhe
violett
bräunlich/schwarz
Mai
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
essbar
unbedeutend
trocken
mäßig trocken
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
halbschattig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
humos
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Trockenrasen
sehr arme Böden
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
mediterraner Schwerpunkt
Hügelland (collin)
Asien
Kleinasien
Vord. Orient
gut
Gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
Sandtrockenrasen
Submediterrane Halbtrockenrasen
Staudenfluren Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Gebüsche Einsatzbereich Handelsgängigkeit
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Wacholdergebüsche
Wärmeliebende Trocken-Gebüsche
Mediterraner Garten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Steppenpflanzung
Substratstärke über 15 cm
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Wiese/Prärie
Hauptsortiment
Belaubung Lebensbereich
vorsommergrün
Felssteppen
Steppen
Gehölzrand/Staudenfluren