Lilium martagon // Türkenbund-Lilie

Familie Liliacea, Liliengewächse
Pflanzen pro qm 15.00
Wikipedia Lilium martagon
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Lilium martagon:

Die Türkenbund-Lilie hat ein großes Verbreitungsgebiet, das von der iberischen Halbinsel über Mitteleuropa, dem Balkan, Kleinasien, die Kaukasusregion und Sibirien bis in den Westen Chinas. Im Osten Kanadas gilt sie als neophytisch eingebürgert. Ebenso auf den Englischen Inseln und in ganz Skandinavien (Karte der Gesamtverbreitung).

In Deutschland fehlt Lilium martagon in der Nord-West-Deutschen Tiefebene und hat sehr zerstreute Vorkommen in der Ost-Deutschen Tiefebene. Der Vorkommensschwerpunkt liegt in den Mittelgebirgen und den Alpen.



Lilium martagon in einer absonnigen Almweide bei Bad Gastein zusammen mit Wiesen-Bärenklau , noch nicht blühendem Blauem Eisenhut und Weißem Germer

In Mitteleuropa kommt die Art von den Tieflagen bis in die alpine Stufe vor. Im Tiefland ist die schattenverträgliche Türkenbund-Lilie eine Kennart der Mull-Buchen-wälder frischer, mäßig stickstoffreicher und basenreicher bis schwach sauerer Standorte.

Im Bergland und Gebirge ist die Art auch in Grün-Erlen-Weidengebüschen in meist sonnenabseitigen Hanglagen auf frischen bis sickerfrischen, skelettreichen und tiefgründigen Lehmböden anzutreffen.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (4)  Temperatur (-)  Kontinentalität (5)  Feuchte (5)  Reaktion (7)  Stickstoff (5)



Optimal entwickeltes Exemplar am naturhaften Waldrand

Beschreibung: Lilium martagon ist eine sommergrüne Zwiebelpflanze, die je nach Lagegunst zwischen 40 und 140 cm Wuchshöhe erreichen, in Ausnahmefällen auch bis 180 cm. Die dunkel-grünen Blätter sind in charakteristischen Blattquirlen angeordnet. Der Wuchs ist straff aufrecht und unverzweigt.

Die purpur-rosé-farbenen Blüten erscheinen im Flachland ab Ende Mai bis etwa Ende Juni, mit zunehmender Höhenlage entsprechend später. Der Blütenduft ist v.a. in den Abendstunden ausgeprägt, da sie vorrangig von Nachtfaltern bestäubt werden.

Nach der Blüte verfällt sie rasch und zieht ein.

Die Pflanze ist in allen Teilen stark giftig, der Verzehr kann Todesfolgen haben.

Die weiß blühende Varietät wird erstaunlich selten verwendet:



Verwendungshinweise: Die Türkenbund-Lilie ist eine schöne Art für naturnahe, halbschattige Waldrandsituationen. Sie gedeiht und blüht zwar auch im Schatten von sommergrünen Laubbäumen, bleibt hier aber doch meist etwas kümmerlich.

Für naturhafte Bilder bieten sich eine ganze Reihe gartenwürdiger Begleiter des Naturstandortes an. Dazu gehören insbesondere der zeitgleich blühende Wald-Geißbart (Aruncus dioicus), Fiederblättrige Zahnwurz (Cardamine heptaphylla), Echter Seidelbast (Daphne mezereum), Mandelblättrige Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides), Waldmeister (Galium odoratum) und Frühlings-Platterbse. Die ebenfalls oft vegesellschaftete Wald-Segge (Carex sylvatica) duldet auf Dauer die zarteren Frühlingsblüher nicht. Für die wintergrüne Matrix greift man daher besser auf die ebenfalls standortgemäße Behaarte Hainsimse (Luzula pilosa) zurück. Sehr schön bringt auch eine Bettung des sommergrünen Flattergrases (Milium effusum) die Türkenbund-Lilie zur Geltung. Dessen Versamungsfreudigkeit ist allerdings mit "lästig" noch wohlwollend umschrieben.

Denkbar ist aber auch eine gebäudenahe Verwendung an absonnigen Mauern.

Im lichten Halbschatten auf frischen, mäßig stickstoff- und basenreichen Böden entwickelt sie sich mit etwas Glück zu einer prägenden Leitstaude während der Blütezeit. Leider übernimmt sie keine strukturgebende Funktion, da sie schon im Hochsommer einzieht und spät austreibt. Sie muss daher mit struktrustarken Partnern kombiniert werden, damit sie keine Lücken hinterlässt.



Manchmal ist der Hintergrund auch wichtiger, als die Pflanzung...

Kultur: Lilium martagon ist leider ziemlich divenhaft und es lässt sich nicht sicher prognostizieren, ob sie einen Standort annimmt, auch wenn er scheinbar alle Voraussetzungen erfüllt.

Auch wo sie sich wohlfühlt, benötigt sie etwas Zeit bis zur vollständigen Etablierung und zum Erreichen ihrer ganzen Wuchsstärke, ist dann aber robust und konkurrenzfähig. Bis dahin benötigt sie aber einige Jahre Aufmerksamkeit. Im ersten Jahr schaft sie es kaum, über mittelhohe Waldgräser hinauszuwachsen. Eine Verwendung kommt daher nur für gut gepflegte Anlagen in Frage. 

An zusagenden, konkurrenzarmen Standorten verwildert die Art, wird aber niemals lästig. Die Samen keimen unregelmäßig und träge und benötigen drei bis fünf Jahre bis zur ersten Blüte.

Die Zwiebeln kommen zur Herbstpflanzung, die etwas teureren Topfballen können auch im Frühjahr gepflanzt werden. Bei Zwiebelpflanzung sind aber oftmals recht hohe Ausfallraten zu erwarten, so dass mitunter nur die Hälfte, manchmal auch nur ein Drittel der Zwiebeln im Frühjahr tatsächlich austreibt. Möglicherweise sind Pilzverunreinigungen verantwortlich.

Insbesondere auf suboptimalen Standorten kann auch das Lilienhänchen - ein hübscher, roter Käfer bzw. merkwürdig schleimige Larven - fatale Fraßschäden hervorrufen.



Die Hybride 'Claude Shride' kommt deutlich plakativer daher.

Sorten:
  • Claude Shride: Hybride, purpurrote Blüte
  • Snowy Morning: Form mit weißen bis grünlich-weißen Blüten und orange-gelben Staubblättern, bis 100 cm hoch, möglicherweise wüchsiger als var. album
  • var. album: Varietät mit weißen bis grünlich-weißen Blüten, schwachwüchsiger als die botanische Art aber relativ vital
  • Bilder


















    'Claude Shride'



    'Claude Shride'



    var. album



    var. album

    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Zwiebel/Knolle
    Blütenstauden/-Kräuter
    horstartig
    60-100 cm Höhe
    100-150 cm Höhe
    grünlich-weiß
    weiß
    rot
    rosa
    pink
    Juni
    grün
    dunkel-grün
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    tödlich
    ausgeprägt
    frisch
    gut drainiert
    feucht
    halbschattig
    sommerlich schattig
    absonnig
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    humos
    poröser Schotter
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Alpine Felsfluren
    mittlere Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    luftfeuchte und/oder kühle Lagen
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    Asien
    Ostasien/China/Mandschurei
    Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
    Sibirien
    Zentral-Asien
    Kleinasien
    sehr gut
    Mittel
    strukturbildender Gruppen-Solitär
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    verträglich
    Kalk
    Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Laubwälder
    Buchenwälder
    Mull-Buchenwälder
    Montane Buchenwälder
    Asiatisch-Exotischer Garten
    Ländlicher Garten
    Mediterraner Garten
    Repräsentative Gärten
    Steingarten/Alpinum
    Waldgarten
    für Pflanzgefäße geeignet
    Duftgarten
    Duft ausgeprägt
    Rabatte
    Hauptsortiment
    sommergrün
    Gehölz/Wald
    Alpinum
    Gehölzrand/Staudenfluren