Koeleria glauca

Koeleria_glauca_--_blau-schillergras_11 Name Blau-Schillergras
Botanischer Name: Koeleria glauca
Familie Poaceae, Süßgräser
Pflanzen pro qm 25.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Koeleria glauca (Blau-Schillergras): Koeleria glauca kommt in fast ganz Europa mit Ausnahme der Schweiz, Italien und der erweiterten Balkanregion vor. Nach Osten reicht das Verbreitungsgebiet bis in die zentral-asiatischen Steppen (Karte der Gesamtverbreitung).

In Deutschland liegt der Verbreitungsschwerpunkt in Brandenburg und dem Elbtal sowie in der Oberrheinischen Tiefebene. Außer in Brandenburg sind die Vorkommen überall rückggängig und das Blau-Schillergras gilt als stark gefährdet.



Sekundärer Naturstandort in einer stillgelegten Kiesgrube nördlich von Berlin

Es ist eine Charakterart der Subkontinentalen Sandrasen auf basenreichen, ausgesprochen stickstoffarmen Binnendünen.

Vereinzelt kommt die Art auch in lichten, kontinentalen Kiefernwäldern auf basenreichen Sandstandorten vor.

Die Standorte sind vollsonnig bis licht halbschattig.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992) ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (7)  Kontinentalität (7)  Feuchte (3)  Reaktion (8)  Stickstoff (1)

Die Samenstände nehmen eine walzenförmige Form an. Passenderweise gesellt sich hier die Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites) dazu:



Beschreibung

Die sommergrüne Koeleria glauca bildet dichte, blau-grüne, 30 bis 40 cm hohe Horste ohne Ausläufer.

Charakteristisch ist der Blütenflor aus zahlreichen zunächst luftigen, zur Samenreife dicht walzenförmigen Scheinähren ab Mitte Mai. Die Samenstände sind bis in den Winter hinein strukturstabil und zierend. Allerdings neigten die Samenstände v.a. auf etwas nahrhafteren Böden schon im Hochsommer zum Auseinanderfallen und machen dann einen etwas ungepflegten Eindruck.

Das Blau-Schillergras gehört zu den eher kurzlebigen Pionier-Gräsern. Schon im dritten Standjahr zeigen sich meist erste Vergreisungserscheinungen.

Verwendungshinweise

Koeleria glauca ist eine gute Art für niedrige, kräuterreiche Sandtrockenrasen oder den Vordergrund von Steppenpflanzungen und Kiesgärten.

Die Naturstandorte sind reich an Flechten und Moosen, die zwar reizvolle Details für den versierten Liebhaber sind, sich aer natürlich nicht auf die Gartenkultur übertragen lassen.

Dennoch bieten sich einige gartenwürdige natürliche Begleiter für besonders glaubwürdige Szenarien an. Stimmige Partner sind z.B. Karthäuser Nelke (Dianthus carthusianorum), der Ähriger Blauweiderich (Veronica spicata) oder der Niederliegende Ehrenpreis (Veronica prostrata) sowie das in der Wildform leider kaum erhältliche Berg-Steinkraut (Alyssum montanum).

Idealerweise setzt man sie großflächig oder zumindest in größeren Gruppen, aber immer mit ausreichend Abstand, dass die einzelnen Horste gut erkennbar bleiben.



Koeleria glauca kann auch minimalistische Flächeneindrücke erschaffen.

Kultur

Die Art ist lichtliebend, verträgt aber auch ganz lichten Halbschatten z.B. unter weit auseinander stehenden Wald-Kiefern.

Auf basenreichen, extrem stickstoffarmen und trocken-warmen Sandböden kann  sich die Art eine gewisse Zeit auch ohne gärtnerische Hilfe gegen Wildkrautaufkommen erwehren. Außerhalb solcher Extremstandorte ist ein Einsatz nicht dauerhaft erfolgreich zu gestalten.

Wo arme Sand- und Schotterböden offen liegen, versamt sich Koeleria glauca zuverlässig, so dass die Kurzlebigkeit nicht allzu sehr ins gärtnerische Gewicht fällt.

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Gras
horstartig
15-30 cm Höhe
gelblich-grün
Mai
Juni
blau-grün
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
unbedeutend
trocken
mäßig trocken
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
halbschattig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
poröser Schotter
kalk-/basenreich
sehr arme Böden
arme Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Kontinentaler Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Mitteleuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Sibirien
Zentral-Asien
gut
Mittel
aspektbildender Flächenfüller
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
Trockenrasen Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit
Sandtrockenrasen
Steppenrasen
Submediterrane Halbtrockenrasen
Strand-Dünen
Trockene Sandheiden
Wacholdergebüsche
Nadelwälder
Sand-Kiefernwälder
Kiefer-Steppenwälder
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Heidegarten
Steppenpflanzung
für Pflanzgefäße geeignet
Gründächer
Substratstärke über 15 cm
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Wiese
Hauptsortiment
Belaubung Lebensbereich
sommergrün
zierende Winterstruktur
Steppen
Heiden