Iris spuria // Salzwiesen-Schwertlilie, Bastard-Schwertlilie

Familie Iridaceae, Schwertliliengewächse
Pflanzen pro qm 12.00
Wikipedia Iris spuria
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Iris spuria (Salzwiesen-Schwertlilie): Iris spuria hat einen süd-west-europäisch, sub-mediterranen Verbreitungsschwerpunkt, kommt aber auch zerstreut und selten in Österreich, Ungarn, der Slowakei und in Tschechien sowie von der Türkei bis in die Kaukasusregion vor. In Italien und England gilt die Salzwiesen-Schwertlilie als eingebürgert (Karte der Gesamtverbreitung).

In Deutschland gibt es im mittleren Rheintal eine größere Population, ansonsten fehlt sie gänzlich. Entsprechend gilt die Art als stark gefährdet.

Die Vorkommen konzentrieren sich überall auffällig auf die Stromtäler. Iris spuria ist eine ausgesprochen wärmeliebende Art und in mageren, vollsonnigen Wiesen verbreitet.

Die Salzwiesen-Schwertlilie ist in Deutschland eine Charakterart der Knollendistel-Pfeifengraswiesen, meidet allerdings die dauerfeuchten Bereiche. Nicht selten sind diese Standorte wechselfeucht.

Sie geht teilweise auch in die etwas höher gelegenen Flächen, die von Trespen-Halbtrockenrasen eingenommen werden. Diese Bereiche sind oftmals als wechseltrocken zu charakterisieren.

Die Art ist bezüglich der Wasserversorgung sehr flexibel und besiedelt neben schwach salzigen Feuchtwiesen auch mäßig trockene Magerrasen. Erforderlich sind jedoch zwingend vollsonnige Lagen.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992) ... zur Legende
Licht (9)  Temperatur (8)  Kontinentalität (5)  Feuchte (7)  Reaktion (8)  Stickstoff (3)



Iris spuria 'Betty Cooper' in einem neu angelegten Kiesgarten.

Beschreibung

Die sommergrüne Salzwiesen-Schwertlilie bildet bis 60 cm hohe Horste mit schmaleren, bläulich-grünen Schwertblättern. Im Laufe der Jahre können sich durch kurze Ausläufer stattliche Horste entwickeln.

Die hell blau-violetten bis kräftig violetten Blüten erscheinen im Mai/Juni. Die Unterart Iris spuria ochroleuca hat gelbliche Blüten (Zeichnerische Bestimmungshilfe).

Bei Exemplaren mit farblich abweichende Blüten handelt es sich um Hybridformen mit Iris monnieri oder auch Iris occidentalis. Im Handel sind diese Hybriden üblich und nicht immer als solche kenntlich gemacht (Weiterführendes).

Verwendungshinweise

Iris spuria hat für den gewöhnlichen mitteleuropäischen Betrachter einen fremdartigen Duktus, so dass sie in naturnahen Anlagen meist etwas deplaziert wirkt. Erschwerend kommt hinzu, dass im Handel und in gärtnerischer Verwendung die oft artifizielleren Hybrid-Formen der Iris spuria dominieren und die reine Art schwierig zu beziehen ist. Für glaubwürdig-naturhafte Wiesen ist die Wildform der Sibirischen Schwertlilie (Iris sibirica) meist die überzeugendere Wahl.

In exotischeren Ansätzen kann sie dagegen eine gute Rolle an vollsonnigen, warmen Gewässerrändern außerhalb des eigentlichen Nassbereichs spielen. Die zeitgleich blühende, ebenfalls etwas exaltierte Illyrische Siegwurz (Gladiolus illyricus) z.B. zusammen mit einigen Pracht-Nelken (Dianthus superbus) wären eine konsequente Umsetzung des Themas.

Im Übrigen funktioniert sie auch in Kiesgärten und wiesenartigen Anlagen überzeugend. Die Standorte können hier auch gerne trockener sein. Interessante, sogar am Naturstandort so zu beobachtende Blütenaspekte lassen sich z.B. zusammen mit Wiesen-Salbei (Salvia pratensis) und Kleinem Mädesüß (Filipendula vulgaris) in solchen Magerwiesen entwickeln.



Ssp. ochroleuca mit  Lauchhederich-Baldrian und Prächtiger Storchschnabel

Kultur

An wärmebegünstigten, vollsonnigen, eher stickstoffarmen Standorten ist die Art recht durchsetzungsfähig und pflegeleicht, zumal sie Trockenphasen bzw. sogar generell mäßig trockene Bedingungen nicht übel nimmt.

Die Salzwiesen-Schwertlilie ist zudem zuverlässig winterhart.



Ssp. ochroleuca


Sorten:
  • Archie Owen: gold-gelbe Blüte, bis 100 cm hoch
  • Betty Cooper: blass-violett-blau mit zitronen-gelber Mitte, bis 110 cm hoch
  • Imperial Bronze: gold-braun, bis 110 cm hoch
  • Marilyn Holloway: hellblau mit gelbem Schlund, 110 cm hoch
  • ssp. ochroleuca: natürliche Varietät mit blass-gelben Blüten

Bilder






Betty Cooper



ssp. ochroleuca

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
30-60 cm Höhe
60-100 cm Höhe
hell-gelb
gelb
violett
hell-blau
Juni
grün
blau-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
frisch
feucht
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
salzhaltig
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Gewässer/Gewässerrand
sehr arme Böden
arme Böden
mittlere Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Kontinentaler Verbreitungsschwerpunkt
Mittelgebirge (montan)
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
mediterraner Schwerpunkt
Hügelland (collin)
gut
Gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Stillgewässer
Kalkreich
Oligotroph
Fliessgewässer
Bäche
Flüsse
Moore und Sümpfe Wiesen Trockenrasen Einsatzbereich Handelsgängigkeit
Kleinseggenriede
Feuchtwiesen
Steppenrasen
Submediterrane Halbtrockenrasen
Mediterraner Garten
Repräsentative Gärten
Wassergarten
Steppenpflanzung
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Wiese/Prärie
Hauptsortiment
Belaubung Lebensbereich
sommergrün
Wasserrand/Sumpf
Wiesen
Felssteppen
Steppen