Gypsophila repens // Kriechendes Gipskraut

Familie Caryophyllaceae, Nelkengewächse
Pflanzen pro qm 6.00
Wikipedia Gypsophila repens
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Gypsophila repens

Das Kriechende Gipskraut hat seinen Hauptverbreitungsschwerpunkt in den Kalkalpen, kommt aber auch in anderen mitteleuropäischen Gebirgsregionen und in den Pyrenäen zerstreut vor.

In Deutschland besteht im Harz das nördlichste, isolierte Reliktvorkommen. Entlang der Gebirgsflüsse dringt Gypsophila repens als Schwemmling bis in das Alpenvorland vor, ist aber eigentlich eine hochmontane bis alpine Art.



Die weiß blühende Wildform des Kriechenden Gipskrauts wird selten kultiviert.

Gypsophila repens ist eine Kennart der alpinen Kalkschuttgesellschaften auf bewegtem Material an steilen Schotterhängen. Sie tritt aber auch in Kalk-Fels-Pionierfluren auf.

Weitere Vorkommen hat Gypsophila repens in Kies- und Sandschwemmböden vor Gletschern und Gebirgsbächen und in den Kiesbänken der tiefer gelegenen Alpenflüsse.

Am Naturstandort bevorzugt sie vollsonnige, frische,  ausgesprochen kalkreiche und sehr nährstoffarme Standorte. Die feinerdearmen Grobschottersedimente trocknen sehr schnell ab, werden durch wiederkehrende Überschwemmungsereignisse aber auch überflutet.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (9)  Temperatur (6)  Kontinentalität (4)  Feuchte (3)  Reaktion (8)  Stickstoff (2)



Gypsophila repens 'Rosea' ist auf südorientierten Trockenmauerköpfen gut platziert, hier macht ihr niemand den Platz an der Sonne streitig.

Beschreibung
Gypsophila repens bildet etwa 10 bis 30 cm hohe, sommergrüne Horste, die sich je nach Standortgunst 30 bis 80 cm in lagernder Wuchsform ausbreiten.

Das Laub ist grau-grün, die weißen Blütenrispen erscheinen von Juni bis Juli. Ein tiefer Rückschnitt auf etwa ein Drittel nach der Hauptblüte führt zu einer Nachblüte im August.

An vielen Naturstandorten werden die Pflanzen regelmäßig von Felsschotter überdeckt. Nach einer Überschotterung werden die Laubtriebe zu verholzenden und wurzelnden Rhizomen, aus denen neue Laubtriebe senkrecht aus dem Schutt hervorwachsen.



Auch 'Rosa Schönheit' weiß sonnige Mauern zu schätzen.

Verwendungshinweise
Das Kriechende Gipskraut ist eine gute Art für das vollsonnige, sehr stickstoffarme Alpinum und  Trockenmauerkronen.

Generell wirkt die Art am Besten, wenn sie aus schmalen Spalten größere Felsen überwachsen kann. Hier ist sie auch gegen Wildkräuter relativ widerstandsfähig und mit geringerem Aufwand zu halten. Am Naturstandort ist sie in solchen Karstfluren mit einer Reihe attraktiver Arten vergesellschaftet. Zu nennen sind u.a. die Felsen-Schleifenblume (Iberis saxatilis), Silberwurz (Dryas octopetala), Herzblättrige Kugelblume (Globularia cordifolia), Leinblütige Miere (Minuartia capillacea), Rispen-Steinbrech (Saxifraga paniculata) oder Dach-Hauswurz (Sempervivum tectorum). Das charakteristische Begleitgras ist in diesem Habitat das Kalk-Blaugras (Sesleria caerulea).

Die Auslesen sind blühstärker, insbesondere die rosa blühenden Sorten haben aber ihren natürlichen Charme eingebüßt und wirken in naturnahen Anlagen oft etwas deplaziert. Sie sind besser für bäuerliche Gärten geeignet.



'Rosea' als Einart-Bepflanzung in einem Hochbeet

Kultur
Gypsophila repens benötigt unbedingt sonnige, besser vollsonnige Lagen. Wird sie mit etwas höheren Stauden kombiniert, ist darauf zu achten, dass diese nördlich von ihr platziert werden, um die Verschattung zu minimieren.

Trockenphasen übersteht die Art schadlos bzw. unterstützen sie im Kampf gegen wüchsigere Konkurrenten.

Die Naturstandorte sind trotz der Höhenlage wärmebegünstigt, so dass auch im Tierfland warme Südlagen anders als bei vielen anderen alpinen Stauden gut funktionieren. Die Art ist überhaupt  zuverlässig, muss aber sehr regelmäßig gegen aufkommende Wildkräuter verteidigt werden.

Sorten:
  • Filou Rosa: kräftig rosa Blüte, nur bis 15 cm hoch, kompakter Wuchs
  • Filou Weiß: rein-weiße Blüte, nur bis 15 cm hoch, kompakter Wuchs
  • Pink Star: gefüllte, dunkelrosa Blüte
  • Rosa Schönheit: rosa Blüte
  • Rosea: zart-rosa Blüte
  • Rosenschleier: gefüllte Blüte
  • Bilder












    'Rosa Schönheit'



    'Rosa Schönheit'



    'Rosea'



    'Rosea'



    'Rosea'

    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    bodendeckend
    bis 15 cm Höhe
    weiß
    rosa
    rosé-weiß
    pink
    Juli
    grau-grün
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    unbedeutend
    mäßig trocken
    frisch
    wechselfeucht
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    poröser Schotter
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Alpine Felsfluren
    sehr arme Böden
    arme Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Mittelgebirge (montan)
    alpin
    Mitteleuropa
    gut
    Hoch
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    verträglich
    konkurrenzschwach
    Kalk
    Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Ländlicher Garten
    Mediterraner Garten
    Repräsentative Gärten
    Steingarten/Alpinum
    Gründächer
    Substratstärke über 15 cm
    Hauptsortiment
    sommergrün
    Alpinum
    Felssteppen