Gunnera tinctoria / Mammutblatt

Gunnera_tinctoria_mammutblatt Familie Gunneraceae, Mammutblattgewächse
Pflanzen pro qm 3.00
Wikipedia Gunnera tinctoria
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort

Das Mammutblatt (Gunnera tinctoria) kommt vom tropischen Afrika bis Südafrika, in Malaysia und Tasmanien, enigen der Antarktis vorgelagerten Inseln sowie auf Hawai und Südamerika vor.

Das Mammutblatt wächst an feuchten Stellen von extrem stickstoffreichen Sümpfen und lichten Stellen von Sumpfwäldern. Es besiedelt auch Steilklippen und Geländeabbrüche mit Sickerwasseraustritten. Bevorzugt werden sonnige bis halbschattige Lagen.

Die Substrate sind neutral bis schwach sauer und ausgesprochen humose Lehm- oder Niedermoorböden.

Gunnera tinctoria hat sich in Frankreich, Irland, sehr ausgeprägt in Groß Britannien, Spanien und auf den Azoren neophytisch eingebürgert und gilt dort stellenweise als aggressiver Eindringling mit negativen Auswirkungen auf die Biodiversität. Wo es Vorfluter besiedelt, behindert es den Wasserabfluss und begünstigt auf geneigten Flächen die Bodenersosion.

Gunnera tinctoria ist entsprechend in der Unionsliste der invasiven Arten aufgeführt und darf EU-weit nicht mehr gehandelt und kultiviert werden.

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Der urig-skurrile Blütenstand wird von den Blättern verdeckt

Beschreibung

Das Mammutblatt entwickelt eines der größten Blätter im Pflanzenreich. Ein einzelnes der gelappten, steif-rauhen Blätter kann Durchmesser von über einem Meter erreichen.

Auf stark stickstoffreichen, feuchten Böden in wärmebegünstigten Lagen kann die frostharte, aber nicht winterharte Gunnera tinctoria 2 m hohe und 4 m breite Horste entwickeln. Die Art ist in den Subtropen wintergrün. Schon Temperaturen von ein oder zwei Grad unter Null lassen die Blätter jedoch vergehen.

Die walzenförmigen, bis 90 cm langen Blütenrispen entwickeln sich bereits mit dem Laubaustrieb, erblühen aber erst im Juli/August. Die grün-bräunlichen Blütenstände sind dann unter den Blättern versteckt und unbedeutend.

In Südamerika wurden die Blattstengel von Gunnera tinctoria von den Ureinwohnern ähnlich wie Rhabarber verzehrt.

Verwendungshinweise

Gunnera tinctoria verführt durch ihre beeindruckenden Potenziale v.a. Privatgärtner immer wieder, es mit der Art zu versuchen.

Wenn die Standortbedingungen perfekt stimmen, stellen sich auch in der Tat aufregende Bilder am feuchten Teichufer, in sumpfigen Gehölzrändern oder unter lichten Altbaumbeständen ein.

Der Preis ist allerdings eine intensive gärtnerische Betreuung, die nach dem Blatteinzug im Herbst mit der ästhetischen Einschränkung durch den dicken Winterschutz leben muss. Die Wuchsorte sind damit fast das halbe Jahr unansehnlich.

In Anbetracht des Handels- und Kultivierungsverbotes empfiehlt sich als Ersatz die sehr ähnliche Gunnera mannicata. Diese zeigt aber zumindest in England ebenfalls bereits neophytische Potenziale.

Kultur

DIe Winterhärte ist sehr mäßig. Mindestens erforderlich ist eine 50 cm dicke Laubschicht über den gesamten Wurzelbereich. In Regionen mit ausgeprägten winterlichen Tiefstemperaturen kann auch mit mindestens zwei Lagen Strohballen agiert werden.

Der Standort sollte außerhalb des Hauptwurzelbereichs von Großgehölzen liegen, da diese Wurzelkonkurrenz die Größenentwicklung des Mammutblattes beeinträchtigt. Obwohl die Art in Symbiose mit Bakterien lebt, die Stickstoff-Salze erschließen können, muss jedes Frühjahr mit organischem Dünger (Kompost) nachgedüngt werden. In wärmebegünstigten, geschützten Lagen steht dann der arttypischen Entwicklung nichts mehr im Wege.

Ohne dem erhält man kümmerliche Exemplare, die den erwünschten Effekt nicht erreichen, der sich auch an optimalen Standorten erst mittelfristig einstellt. 

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blattfärbung Geniessbarkeit/Giftwirkung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
150-250 cm Höhe
grün
gelblich-grün
grün
ungiftig
essbar
Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P)
unbedeutend
nicht austrocknend
feucht
sonnig
halbschattig
absonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
Lehm
humos
organische Böden
keine Bodenverdichtung
reiche Böden
sehr reiche Böden
Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich Handelsgängigkeit
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
tropische Klimate
Warmlagen
Australien/Neuseeland/Ozeanien
Afrika
Südafrika
Zentralafrika
Amerika
Südamerika
Liebhaberpflanze
Sehr hoch
strukturbildender Solitär
Asiatisch-Exotischer Garten
Mediterraner Garten
Repräsentative Gärten
Wassergarten
Waldgarten
Hauptsortiment
Belaubung Lebensbereich
sommergrün
Wasserrand/Sumpf
Gehölzrand/Staudenfluren