Fragaria viridis / Hügel-Erdbeere, Knack-Erdbeere

Fragaria_viridis_fragaria_viridis_11 Familie Rosaceae, Rosengewächse
Pflanzen pro qm 8.00
Wikipedia Fragaria viridis
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Fragaria viridis (Hügel-Erdbeere): Fragaria viridis ist mit Ausnahme Groß Britanniens in ganz Europa und im gemäßigten Asien verbreitet (Karte der Gesamtverbreitung).

In Deutschland fehlt sie im westlichen Tiefland weitgehend bzw. ist hier an den meisten ehemaligen Vorkommen ausgestorben. Lediglich im Osten Schleswig-Holsteins gibt es noch Einzelvorkommen, im Osten Mecklenburg-Vorpommerns und Brandenburgs ist sie dagegen häufiger. Das Hauptverbreitungsgebiet liegt in den östlicheren, kontinentaler geprägten Mittelgebirgsregionen.



Hügel-Erdbeeren in einer Nachbildung eines trockenen Magerrasens. Im Hintergrund steht die Esels-Wolfsmilch.

Die Hügel-Erdbeere ist eine Kennart der Blut-Storchschnabel-Säume an basenreichen, relativ trockenen und stickstoffarmen Wald- und Gebüschrändern. Sie dringt auch gerne in die an solche Säume angrenzenden Kalk-Magerrasen ein.

Die lichtliebende Art kommt aber auch an sonnigen bis halbschattigen und etwas wärmebegünstigten Stellen von Flaum-Eichenwäldern an der Trockengrenze des Waldes und in montanen Schneeheide-Kiefernwäldern über Kalkfelsen vor.

Sie besiedelt typischerweise schottrige oder sandige Böden bzw. gut drainierte Lehmböden.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)
Licht (7)  Temperatur (5)  Kontinentalität (5)  Feuchte (3)  Reaktion (8)  Stickstoff (3)

Beschreibung

Fragaria viridis ist eine wintergrüne Rosettenpflanze. Sie entwickelt an langen Trieben Tochterrosetten, mit denen sie mehr oder weniger dichte Teppiche bildet. Die Bestände erreichen Wuchshöhen von 10 bis 20 cm. Die Blattunterseiten sind zart-seidig behaart und dadurch grau-grün.

Von Mitte April bis Mitte Mai erscheinen die weißen Blüten, die bei dichten Beständen relativ auffällige weiße Farbflächen entstehen lassen.

Die kleinen, roten Erdbeeren geben beim Abpflücken ein knackendes Geräusch ab. Reife Früchte duften und sind schmackhaft.



Die Früche sind sehr aromatisch.

Mit der Wald-Erdbeere (Fragaria vesca) werden natürliche Hybride gebildet, was die Unterscheidung der beiden ähnlichen Arten nicht unbedingt erleichtert. Die Wald-Erdbeere toleriert auch keineswegs schattigere Standorte, allerdings bevorzugt sie deutlich frischere und nahhaftere Bedingungen.

Verwendungshinweise

Fragaria viridis ist im Handel nicht sicher erhältlich und in der Gartenkultur unbedeutend.
Dennoch wäre sie ein wichtiges Element für betont natürlich gehaltene, trocken-warme, magere Gehölzränder.

Sie steht hier an sonnigen Standorten auch gut im Unterwuchs höherer Stauden und hilft mit ihren bodendeckenden Qualitäten bei der Reduzierung von Wildkrautaufkommen. Für betont naturhafte Situationen kommen eine ganze Vielzahl von Elementen der sonnigen Krautsäume in Frage. Für den niedrigen Vordergrund eignen sich z.B. der Hügel-Klee (Trifolium alpestre), das Große Windröschen (Anemone sylvestris) oder Edel-Gamander (Teucrium chamaedrys) an.

Stimmige höhere Partner, die die Knack-Erdbeere auf der Suche nach Licht umwächst wären z.B. Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria), Echter Salomonssiegel (Polygonatum odoratum) oder Hirsch-Haarstrang (Peucedanum cervaria).

In Steppenanlagen sollte man sie nicht einbringen. Ihre dichten, frisch-grünen Blattteppiche stehen optisch im Widerspruch zum Thema. Außerdem sind viele echte Steppenarten darauf angewiesen, sich regelmäßig durch Selbstversamun zu verjüngen. Das verhindern die Teppiche der Knack-Erdbeere sehr effektiv.



Hier sind die grau-grün schimmernden Blattunterseiten von Fragaria viridis als wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu (Fragaria vesca) gut zu erkennen.
Kultur

Unter Kulturbedingungen ist die so zart anmutende Art erstaunlich robust. Unter nahrhafteren, frischeren Bedingungen ist sie ausgesprochen wüchsig und kann freie Flächen und Zwischenräume rasch besetzen. Man bedenke, dass sie auch in Gartenbereiche eindringt, in denen man sie nicht eingeplant hatte. Das zu verhindern kann zur Lebensaufgabe werden.

In vollsonnigen Lagen lässt sie sich von niedrigen bis mittelhohen, horstigen Stauden auch ohne Stickstoff- und Wassermangel nicht so leicht verdrängen. 

Auf mageren, regelmäßig trockenfallenden und basenreichen Mineralböden benötigt sie praktisch keine Pflegemaßnahmen.



Fragaria viridis am Naturstandort in einem Halb-Trockenrasen.

Bilder





Fragaria_viridis_fragaria_viridis_11

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
bodendeckend
bis 15 cm Höhe
weiß
April
Mai
grün
dunkel-grün
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
essbar
vorhanden
trocken
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
halbschattig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
humos
poröser Schotter
kalk-/basenreich
sehr arme Böden
arme Böden
mittlere Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
wintermilde Lage
Warmlagen
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
Sibirien
Zentral-Asien
Kleinasien
Vord. Orient
Amerika
Nordamerika
gut
Mittel
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
Trockenrasen Staudenfluren Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Gebüsche Wälder
Sandtrockenrasen
Steppenrasen
Submediterrane Halbtrockenrasen
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Bergheiden
Wacholdergebüsche
Wärmeliebende Trocken-Gebüsche
Laubwälder
Buchenwälder
Trockenhang-Kalk-Buchenwälder
Eichenwälder
Steppen-Eichenwälder
Felshang Flaumeichenwälder
Nadelwälder
Kiefernwälder
Schneeheide-Kiefernwälder, kalkreich
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Gründächer
Substratstärke über 15 cm
Wiese/Prärie
Raritäten/Saatgut
winter-/immergrün
Gehölz/Wald
Alpinum
Felssteppen
Steppen
Heiden
Gehölzrand/Staudenfluren