Euphorbia nicaensis // Nizza-Wolfsmilch

Familie Euphorbiaceae, Wolfsmilchgewächse
Pflanzen pro qm 6.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Euphorbia nicaensis: Die Nizza-Wolfsmilch kommt vom pannonischen Raum Osteuropas bis zur Iberischen Halbinsel vor. Nach Osten reicht das Verbreitungsgebiet über den Balkan bis nach Kleinasien sowie über die gesamte Schwarzmeer-Region bis zum Kaspischen Meer. Auch in den Küstengebirgen Nord-West-Afrikas ist die Nizza-Wolfsmilch heimisch.



Gut entwickelte, sehr breitblättrige  Nizza-Wolfsmilch in einer Felssteppen-Anlage

Euphorbia nicaensis besiedelt vollsonnige Steppenrasen, Macchien, trocken-heiße Schaftriften und sonnig-warme Gehölzränder. bzw. lichte Trockengebüsche

Sie kommt vorranig auf meist humusarmen, schottrigen und sehr gut drainierten Böden vor. Die Stickstoffversorgung ist gering bis mäßig, die Bodenraktion ist stark alkalisch bis neutral.

Ökologische Zeigerwerte nach Tela Botanica  ... zur Legende
Licht (9)  Temperatur (8)  Kontinentalität (3)  Feuchte (2)  Reaktion (8)  Stickstoff (4)

Kräftige Exemplare sind auch ohne Blüten eindrucksvoll.



Beschreibung: Euphorbia nicaensis ist eine wintergrüne, horstige Staude. Sie entwickelt einen rundlich-buschigen Habitus und erreicht unter Kulturbedingungen zwischen 40 und 70 cm Wuchshöhe. Unter den meist extremeren Bedingungen am Naturstandort bleibt sie zierlicher.

Das Laub ist bläulich-grün. Die Blüten mit den grünlich-gelben Hochblättern erscheinen ab Anfang Mai bis Mitte Juni an den grün überwinterten Trieben des Vorjahres. Nach der Blüte sterben diese ab, werden jedoch fast zeitgleich durch die im ersten Jahr sterilen Neutriebe ersetzt.



Gelegentlich kann man an den im Herbst vergehenden Trieben rötliche Verfärbungen bewundern.

Die Pflanze ist in allen Teilen giftig.

Ähnlich ist die heimische, feingliedrigere Steppen-Wolfsmilch (Euphorbia seguieriana). V.a. jugendliche Exemplare der Nizza-Wolfsmilch können verwechselt werden. Im Alter ist die Nizza-Wolfsmilch dann doch deutlich grober im Erscheinungsbild.

Verwendungshinweise: Euphorbia nicaensis ist eine typische Stauden-Wolfsmilch, die durch den recht ausgeprägten Blaustich des Laubes ein eigenständiges Erscheinungsbild entfaltet. Ältere Exemplare überzeugen auch schon allein durch die grobe Struktur des bläulichen Laubes und sind dadurch fast ganzjährig attraktiv.

Sie ist eine seltener verwendete, schöne Alternative für sonnig-warme Steppenpflanzungen und mediterrane Anlagen.

Wie eigentlich alle Euphorbien der Trockenstandorte lässt sie sich sehr vielseitig kombinieren. Sehr reizvoll und glaubwürdig sind insbesondere Arrangements mit einigen eher niedrigen Ziergräsern wie dem Blaustrahlhafer (Helictotrichon sempervirens) oder dem Silber-Blaugras (Sesleria argentea) mit mediterranen Halbsträuchern wie der selten verwendeten Dornigen Vella (Vella spinosa) oder dem Lavendelblättigen Salbei (Salvia lavandulifolia) mit Zierlauchen der Steppen wie z.B. Schuberts Lauch (Allium schubertii)



Jugendlicher Habitus mit feingliedrigem Erscheinungsbild

Kultur: Euphorbia nicaensis benötigt möglichst sonnige, wärmebegünstigte, gerne auch hitzeanfällige Standorte. Ohne regelmäßigen Trockenstress und nicht ausreichend sonnigen Lagen wächst sie oft niederliegend und damit unbefriedigend.

Generell sollten vor winterlichen Nord-Ostwinden geschützte Situationen gewählt werden. Je weniger Schaden die überwinternden Triebe nehmen, desto vitaler entwickeln sich die Pflanzen.

Die Böden sollten nur mäßig nahrhaft, basenreich und v.a. sehr gut drainiert sein. Humusarme Schotterböden sind gut geeignet. Je höher der Feinerdeanteil ist, desto besser muss der Wasserabzug z.B. durch eine steile Hanglage gewährleistet sein.

Gerade winterliche Nässe mindert die Winterhärte spürbar. Vor diesem Hintergrund ist die Lieferung der Topfballen in humoser Einheitserde deutlich suboptimal. Wo immer möglich sollte man versuchen, das Substrat mit einem sanften Wasserstrahl weitgehend zu entfernen.

Auf offenen Schotterböden versamt sich Euphorbia nicaensis willig und sehr zuverlässig selbst, wird dabei aber natürlich nicht lästig.

Sorten:
  • Blue Haze: nur zwischen 30 und 40 cm hoch, auffallend bläulich grau-grünes Laub



Dieselbe Pflanze ein Jahr später zwischen Ludwigs-Beifuß

Bilder


















Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
30-60 cm Höhe
gelblich-grün
Mai
blau-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
stark giftig
unbedeutend
trocken
mäßig trocken
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
(lehmiger/humoser) Sand
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
arme Böden
mittlere Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
mediterraner Schwerpunkt
Hügelland (collin)
Asien
Kleinasien
Afrika
Nordafrika
gut
Mittel
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Steppenpflanzung
für Pflanzgefäße geeignet
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Hauptsortiment
winter-/immergrün
Felssteppen
Steppen