Genista sagittalis (Chamaespartium sagittale) / Gewöhnlicher Flügelginster

Genista_sagittale_chamaespartium_sagittale_gew%c3%b6hnlicher_fl%c3%bcgelginster_11 Familie Fabaceae, Schmetterlingsblütler
Pflanzen pro qm 12.00
Wikipedia Genista sagittalis (Chamaespartium sagittale)
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Genista sagittalise (Gewöhnlicher Flügelginster): Genista sagittalis kommt von Spanien im Süden bis in die Ober-Rheinebene und die Schwäbische Alb im Norden vor. Die östliche Verbreitungsgrenze reicht von Griechenland bis zur Ukraine. Der Gewöhnlicher Flügelginster gilt europaweit als gefährdet (Karte der Gesamtverbreitung).

In Deutschland ist er recht verbreitet und ungefährdet. In den süd-west-deutschen Trockengebieten konzentrieren sich die Vorkommen. Ein isolierter Vorposten besteht außerdem im mittleren Elbtal.

Der Gewöhnliche Flügelginster kommt in ausgesprochen nährstoffarmen, relativ kalkarmen (oft dennoch basenreichen) und trocken-warmen Zwergstrauchheiden und Borstgrasrasen sowie Trocken- und Halbtrockenrasen vor. Die Standorte sind grundsätzlich (voll-)sonnig.

Er ist eine Charakterart der Flügelginster-Weiden auf kalkarmen Schotterböden in montanen Höhenlagen. Er ist zudem stetig in montanen Steppenrasen an süd-exponierten Steilhängen.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)
Licht (8)  Temperatur (5)  Kontinentalität (5)  Feuchte (4)  Reaktion (4)  Stickstoff (2)

Beschreibung

Genista sagittalis ist ein nur 15-30 cm hoher, durch Legetriebe stärker in die Breite wachsender, teil-immergrüner Zwergstrauch. Charakteristisch sind die blattlosen Blütenstiele mit den breiten, durchlaufenden Flügeln.

Ende Mai bis Anfang Juli trägt der Gewöhnliche Flügelginster einen reichen Blütenflor gelber Schmetterlingsblüten.

Gelegentlich wird auch das Synonym "Chamaespartium sagittale" verwendet.

Verwendungshinweise

Der Gewöhnliche Flügelginsterspielt in der Gartenkultur keine sonderliche Rolle, ein Schicksal, dass er mit vielen zierlichen Blütenstauden teilt. Es fällt ihnen halt nicht leicht, sich in den Vordergrund zu spielen.

Wer sich jedoch engagiert mit naturalistischen Pflanzkonzepten in intimen Gartensituationen befassen möchte, findet im Flügelginster einen seriösen Partner.

Er ist eine gute Art insbesondere für naturnahe Trockenrasen- und den Vordergrund von Steppenpflanzungen. Hohe Glaubwürdigkeit verleiht er auch grasdominierten Heiden und der Krautschicht sonniger Stellen zwischen Eichen-Kiefern-Beständen.

Für naturnahe Pflanzungen bieten sich insbesondere Heide-Nelke, Echtes Katzenpfötchen (Antennaria dioica) oder Besenheide (Calluna vulgaris) an. Als Rasenelement kommt insbesondere der Fadenförmige Schwingel (Festuca filiformis) in Frage.

Er kann hier auch als bestandsbildende Matrixpflanze verwendet werden. Sie wirkt dann v.a. im Verbund mit horstigen Gräsern stilecht und ist das ganze Jahr über ansprechend.



Naturstandort im Osten Brandenburgs in einem Schwingelrasen an einer sandigen Straßenböschung

Kultur

Die Art kann nur auf ausgesprochen nährstoffarmen, mäßig trockenen bis frischen, dann aber zumindest sommertrockenen und kalkarmen Böden mit vertretbarem Aufwand kultiviert werden.

Der lichtliebende Genista sagittale wird bereits auf mäßig nahrhaften Böden rasch von wüchsigeren Konkurenten verdrängt. Der schleichenden Eutrophierung der Standorte muss durch eine jährliche Mahd mit Streuabfuhr begegnet werden. Anfallendes Laub von Gehölzen sollte weitgehend aus den Flächen beseitigt werden.

Bilder





Genista_sagittale_chamaespartium_sagittale_gew%c3%b6hnlicher_fl%c3%bcgelginster_11

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
Strauch
Halb-/Zwergstrauch
horstartig
15-30 cm Höhe
niederliegend/kriechend
gelb
Juni
Blattfärbung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
grün
unbedeutend
trocken
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
humos
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Trockenrasen
sehr arme Böden
arme Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Hügelland (collin)
gut
Mittel
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
konkurrenzschwach
Bodensaure Borstgrasrasen
Submediterrane Halbtrockenrasen
Alpine Felsfluren Staudenfluren Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Wälder Einsatzbereich
Silikat
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Trockene Sandheiden
Bergheiden
Wacholdergebüsche
Steppen-Eichenwälder
Subkont. Kiefern-Eichenwälder
Mediterraner Garten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Heidegarten
Steppenpflanzung
Gründächer
Substratstärke über 15 cm
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Wiese/Prärie
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Hauptsortiment
winter-/immergrün
Felssteppen
Steppen