Campanula thyrsoides // Strauß-Glockenblume

Familie Campanulaceae, Glockenblumengewächse
Pflanzen pro qm 30.00
Wikipedia Campanula thyrsoides
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Campanula thyrsoides: Die Strauß-Glockenblume kommt in den Alpen und dem Balkan in montanen bis alpinen Höhenlagen vor. In Deutschland erreicht sie ihre nördliche Verbreitungsgrenze und ist hier nur an der Grenze zu Österreich zu finden. In der Schweiz ist sie v.a. in den Voralpen häufig, komm taber auch im südlichen Jura und dem gesamten Alpenraum vor.

Campanula thyrsoides wächst in Rasen, Fels- und Geröllfluren. Sie ist an mäßig nahrhafte, meist basenreiche, frische aber durchlässige Standorte in sonnigen bis vollsonnigen Lagen gebunden.



Frisch abgeblühte Strauß-Glockenblumen am Naturstandort in einer Steilwand aus basenarmen Schiefer in Begleitung von Bärtiger Glockenblume und Echtem Wundklee.

Sie ist eine Kennart der tiefgründig feinerde- und humusreichen, bewegten Schutthänge der Hochgebirge (Rostseggenhalde). Diese oft von Hangwasser durchsickerten Süd-Hänge sind durch Rutschvorgänge und Steinschlag gekennzeichnet, die  Gehölzen, aber auch konkurrenzstarken Hochstauden die Etablierung erschweren.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (2)  Kontinentalität (4)  Feuchte (5)  Reaktion (7)  Stickstoff (4)

Spätsommeraspekt mit kerzenartigen Samenständen. Im Vordergrund blüht noch die Behaarte Alpenrose:



Beschreibung: Campanula thyrsoides ist zweijährig und erreicht blühend zwischen 20 und 40 cm Wuchshöhe. Die Art überwintert mit einer immergrünen, dem Boden angeschmiegten Rosette.

Die große, vielblütige Ähre mit den dicht gedrängt stehenden, blass-gelben Kronblättern erscheint im Flachland von Anfang Mai bis Anfang Juni. Am Naturstandort blüht sie erst im Juli/August.

Die Samenstände sind noch bis zum Winter stabil und zumindest für den aufgeschlossenen Betrachter nicht ohne ästhetischen Reiz.

Verwendungshinweise: Campanula thyrsoides ist eine zierliche, dennoch auffällige Art für das Alpinarium, die nur selten in Gärten verwendet wird.

Für kommerzielle Gartenprojekte ist sie zu beetreuungsaufwändig. Sie bleibt enthusiastischen Privatgärtnern vorbehalten, die sich an einem Kleinod zu erfreuen wissen und v.a. die Kulturbedürfnisse erfüllen können (s.u.).

Idealerweise wird sie in der Nähe von Wegen und Plätzen bzw. in kleinteiligen Gartenräumen eingesetzt. Andernfalls entfaltet sie kaum spürbare Wirkung. In natürlichen Rostseggenhalden wird sie gartenwürdig begleitet u.a. von Berg-Reitgras, Großer Sterndolde oder Färber-Scharte.

Im Handel ist sie im Direktbezug oder als Saatgut erhältlich.

Kultur: Campanula thyrsoides samt sich an geeigneten, d.h. Standorten mit spärlichem Bewuchs und offenen Bodenstellen zuverlässig aus. Bei Neuanlagen kann sie auch auf diesem Wege recht zuverlässig etabliert werden. Saatgut keimt in der Regel allzeit rasch. Wenn in Vorkultur innerhalb eines Monats keine Sämlinge auflaufen, hilft oft ein etwa dreiwöchiger Kälteimpuls.

Der dauerhafte Erhalt der Art in Kultur ist durchaus anspruchsvoll, benötigt sie doch einerseits sonnige Lagen, ist aber ein ausgesprochener Kühlezeiger und auf warmen Standorte entsprechend nur mäßig vital.

Außerdem ist sie außerhalb der Hochgebirgslagen auf den erwünschten frischen, mäßig nahrhaften Substraten kaum konkurrenzfähig und muss mit hohem Aufwand vor der Verdrängung beschützt werden.

Bezüglich der Bodenreaktion ist die Strauß-Glockenblume recht tolerant. Sie bevorzugt zwar basenreiche Substrate, man findet sie aber selbst an Naturstandorten auch auf relativ sauren Substraten.



In konkurrenzarmen Pflanzungen mit offenen Bodenstellen stellen sich die Rosetten der nächsten Generation gerne von alleine ein.

Bilder















Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
zweijährig
horstartig
15-30 cm Höhe
30-60 cm Höhe
hell-gelb
Mai
grün
dunkel-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
frisch
nicht austrocknend
vollsonnig
sonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
humos
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Alpine Felsfluren
mittlere Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Europa
Mittelgebirge (montan)
alpin
Mitteleuropa
Süd-Osteuropa
gut
Hoch
strukturbildender Gruppen-Solitär
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Kalk
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Steingarten/Alpinum
Nebensortiment
winter-/immergrün
Alpinum