Campanula sibirica // Steppen-Glockenblume, Sibirische Glockenblume

Familie Campanulaceae, Glockenblumengewächse
Pflanzen pro qm 15.00
Wikipedia Campanula sibirica
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Campanula sibirica: Die Steppen-Glockenblume hat ihren Verbreitungsschwerpunkt in den Steppengebieten Ost- und Süd-Ost-Europas.

Campanula sibirica dringt westlich bis zu einer Linie vom Nord-Osten Brandenburgs über Österreich und Ungarn bis in den Nord-Osten Italiens vor. Im Osten reicht die Verbreitung bis in das westlichste Sibirien und den Nord-Westen Chinas (Karte der Gesamtverbreitung).



Naturstandort in einem Kalk-Magerrasen (Großer Rummelsberg) zusammen mit Massenbeständen des Kleinen Wiesenknopfes.


Die Steppen-Glockenblume ist eine Kennart der kontinentalen Schwingel-Trockenrasen auf Kalk-Böden. Sie kommt aber auch in den oft mosaikartig miteinander verwobenen Federgras-Steppenrasen vor.

Die Standorte sind vollsonnig, trocken und sommerwarm. Die Böden sind ausgesprochen stickstoffarm und gut basenversorgt.

Die wenigen deutschen Vorkommen gelten als gefährdet.


Schafe und Rinder weiden zeitweilig auf dem Kleinen Rummelsberg. Ihr Vertritt öffnet die Grasnarbe für die Samen der Sibirischen Glockenblume.

Beschreibung

Campanula sibirica ist eine sommergrüne, horstige und kurzlebige Staude. Sie ähnelt eigentlich eher einer Zweijährigen, nur dass sie schon im ersten Jahr der Keimung blüht und nach der zweiten Blüte im Folgejahr meist abstirbt.

Sie erreicht Wuchshöhen von 20 bis 30 cm. Unter nährstoffreichen Bedingungen werden in Kultur auch bis zu 50 cm Höhe erreicht.

Die violett-himmelblauen Glockenblüten sind in einer allseitswendigen, aufrechten Traube angeordnet. Die Blütezeit beginnt ab Anfang Juni und zieht sich bis Anfang Juli.



In besonders günstigen Jahren können die Bestände sogar relativ dicht werden.

Verwendungshinweise

Campanula sibirica ist eine sehr hübsche, grazile Variation des Glockenblumenthemas für naturbetonte Magerwiesen und Steppenanlagen. Dem durchschnittlichen Gartenbesucher wird dieses Kleinod allerdings nicht als solches gewahr werden. Insofern ist ihr Einsatz eher eine stille Botschaft an den wahren Kenner oder einfach zur Erbauung des ambitionierten Gärtners selbst. Es überrascht daher auch nicht weiter, dass die Steppen-Glockenblume praktisch nur als Saatgut im Handel ist.

Am Naturstandort stehen die Individuen relativ vereinzelt im lockeren Verbund. Auch in Kultur kommt sie so am Schönsten zur Geltung.

Ideale Partner sind z.B. Steppen-Lieschgras (Phleum phleoides), Haar-Pfriemengras (Stipa capillata) und die verschiedenen Schillergräser (z.B. Koeleria glauca) als Matrix sowie Blühpartner wie Karthäuser Nelke (Dianthus carthusianorum) oder die Astlose Grasllilie (Anthericum liliago) für naturidentische Pflanzungen. Unter den exotischen Gräsern bietet sich z.B. Nasella tenuissima zur Kombination an.



Auf etwas nahrhafteren Böden in Kultur entwickeln sich ziemlich kräftige Blütenstände. Hier steht sie zusammen mit Wiesen-Wucherblume, Wiesen-Salbei und Acker-Wachtelweizen.


Kultur

Die Steppen-Glockenblume ist nur auf sehr mageren, vollsonnigen und zumindest im Sommer regelmäßig Trockenstress ausgesetzten Standorten sinnvoll zu kultivieren.

An zusagenden Standorten mit offenen Bodenstellen versamt sie sich moderat. Dies ist auch erforderlich, da die Individuen kurzlebig sind und regelmäßig bereits nach der ersten Vollblüte absterben.

Unter dem Strich ist eine dauerhafte Kultur nur unter dem wachen Auge eines engagierten Gärtners zu erwarten. Ohne aktive Unterstützung der Versamung geht die Art auch auf gut geeigneten Standorten rasch verloren.

Bilder



























Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
15-30 cm Höhe
30-60 cm Höhe
hell-blau
blau
Juni
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
trocken
mäßig trocken
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Trockenrasen
sehr arme Böden
arme Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Kontinentaler Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mitteleuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
gut
Mittel
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
konkurrenzschwach
Steppenrasen
Submediterrane Halbtrockenrasen
Staudenfluren Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Wacholdergebüsche
Steppenpflanzung
Gründächer
Substratstärke über 15 cm
Wiese/Prärie
Raritäten/Saatgut
sommergrün
Lebensbereich
Steppen