Campanula latifolia // Breitblättrige Glockenblume

Familie Campanulaceae, Glockenblumengewächse
Pflanzen pro qm 8.00
Wikipedia Campanula latifolia
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Campanula latifolia

Die Breitblättrige Glockenblume kommt mit Ausnahme der Benelux und des Balkans weitgehend in ganz Europa vor. Nach Osten reichen die Vorkommen über Kleinasien und den Kaukasus bis Russland und das westliche Asien. In Südeuropa ist Campanula latifolia auf die höheren Gebirgsregionen beschränkt.

In Deutschland hat sie einen ausgeprägten Verbreitungsschwerpunkt entlang der Ostseeküste und fehlt auffälligerweise im übrigen Norddeutschen Tiefland. In den Mittelgebirgsregionen ist sie nur sehr zerstreut mit großen Verbreitungslücken anzutreffen.



Am Naturstandort behauptet sich Campanula latifolia sogar zwischen der Großen Brennnessel.

Die Breitblättrige Glockenblume wächst nahezu ausschließlich innerhalb von Waldgebieten an halbschattigen bis licht  schattigen Säumen und Schlagfluren von Laub- und Tannenwäldern, montanen Linden-Ahorn-Schluchtwäldern und in nährstoffreichen, verschatteten Staudenfluren entlang von Waldwegen und -Straßen.

Sie ist recht schattenverträglich und benötigt dauerfrische bis sickerfeuchte, ausgesprochen nährstoffreiche, basenreiche Lehmböden.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (4)  Temperatur (5)  Kontinentalität (5)  Feuchte (6)  Reaktion (8)  Stickstoff (8)



An einem nord-west-exponierten Wald-Saum lässt sie sich auch vom Giersch nicht die Butter vom Brot nehmen.

Beschreibung
Die Breitblättrige Glockenblume ist eine sommergrüne, horstige Staude von 80 bis 120 cm Höhe.

Die blau-violetten, seltener auch weißen, recht großen Glockenblüten stehen in Trauben. Die Blütezeit liegt im Juni/Juli.



Weiße Individuen treten auch an Naturstandorten immer mal wieder auf.

Verwendungshinweise
Campanula latifolia ist eine der markantesten heimischen Glockenblumen. Auch aufgrund ihrer Schattenverträglichkeit ist sie eine sehr wichtige Art für naturnahe Wald und Gehölzrandsituationen.

Der Blütenflor ist nicht sonderlich ausdauernd. Er lebt dafür von den außergewöhnlich großen Einzelblüten.

Im Handel ist standardmäßig die minimal schwachwüchsigere Varietät "var. macrantha" erhältlich.



Auf frischen, gelegentlich leicht abtrockenenden Kulturstandorten leidet die Vitalität etwas.

Kultur
Auf nahrhaft-humosen, dauerfrischen bis feuchten Mineralböden ist diese mächtige Glockenblume konkurrenzfähig und pflegeextensiv. Sie neigt hier auch zur selbstbestimmten Versamung, wird dabei aber nie lästig.

Bevorzugt werden etwas verschattete, gerne kühl-luftfeuchte Lagen. Bei ausreichend Bodenfeuchtigkeit werden aber auch sonnige Lagen vertragen, sie wirkt hier aber meist etwas deplaziert.

Vermieden werden sollte möglichst jeder Trockenstress.

Sorten:
  • var. macrantha: wie die Art, etwas kompakter im Wuchs
  • var. macrantha "Alba": weiße Blüten, ca. 50% teurer als die blaublütigen Formen
  • Bilder
























    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    horstartig
    60-100 cm Höhe
    weiß
    violett
    blau
    Juni
    Juli
    grün
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    unbedeutend
    frisch
    nicht austrocknend
    feucht
    halbschattig
    sommerlich schattig
    absonnig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    Lehm
    Ton
    humos
    starker Wurzeldruck
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Staudenfluren
    reiche Böden
    sehr reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    luftfeuchte und/oder kühle Lagen
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Europa
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    alpin
    Nordeuropa
    Mitteleuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    Asien
    Sibirien
    Zentral-Asien
    gut
    Gering
    strukturbildender Gruppen-Solitär
    verträglich
    Hochstaudenfluren feuchter bis nasser Standorte
    Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
    Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Laubwälder
    Buchenwälder
    Mull-Buchenwälder
    Montane Buchenwälder
    Feuchtwälder
    Auwälder
    Ländlicher Garten
    Repräsentative Gärten
    Waldgarten
    öffentliches Grün
    Grünanlagen geringer Pflegestufe
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Rabatte
    Hauptsortiment
    sommergrün
    Gehölz/Wald
    Gehölzrand/Staudenfluren