Campanula persicifolia / Pfirsichblättrige Glockenblume

Campanula_persicifolia_pfirsichbl%c3%a4ttrige_glockenblume_112 Familie Campanulaceae, Glockenblumengewächse
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Campanula persicifolia
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Campanula persicifolia: Die Pfirsichblättrige Glockenblume ist eurasiatisch-kontinental verbreitet. Sie kommt von ganz Europa bis Zentral-Asien und in das westliche Sibirien vor. In Teilen Nordamerikas ist sie eingebürgert.

In der Nordwestdeutschen Tiefebene fehlt Campanula persicifolia weitgehend, in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg ist sie dagegen relativ häufig. Die Hauptverbreitung liegt aber in den Mittelgebirgsregionen. In den Alpen steigt die vorwiegend innerhalb von Waldgebieten vorkommende Pfirsichblättrige Glockenblume bis in die subalpine Stufe auf. (Verbreitungskarte Deutschland).



Eine sehr gelungene Nachempfindung einer montanen Waldlichtung mit Campanula persicifolia und Digitalis grandiflora.

Die Pfirsichblättrige Glockenblume besiedelt lichte Stellen in basenreichen, mäßig trockenen bis frischen Eichen-Mischwäldern, Orchideen-Buchen-Wäldern und montanen Schneeheide-Kiefern-Wäldern

Die etwas wärmeliebende Art kommt außerdem stetig in Blut-Storchschnabel-Säumen und nicht zu trockenen Flaum-Eichen-Wäldern vor.

Es werden ausschließlich kalkreiche, tiefgründige Lehm- und Tonböden dauerhaft besetzt. Die Standorte sind halbschattig bis licht-schattig und relativ stickstoffarm.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)   ... zur Legende
Licht (5)  Temperatur (5)  Kontinentalität (4)  Feuchte (4)  Reaktion (8)  Stickstoff (3)



Weiß blühende Individuen treten selbst in kleineren Populationen recht zuverlässig auf.

Beschreibung

Die Pfirsichblättrige Glockenblume ist eine wintergrüne, horstige Staude. Auf lockeren Böden oder bei Mull-Humus-Auflagen breitet sich die Art bei fehlender Konkurrenz durch kurze Ausläufer in die Breite aus. Die in Halbrosetten angeordneten Blätter entwickeln dann beinahe bodendeckende Qualitäten.

Sie erreicht auf nährstoffreichen Standorten bis zu 100 cm Höhe, wirkt dann aber unnatürlich. Die natürliche Wuchshöhe beträgt 40 bis 60 cm.

Von Anfang Juni bis Ende Juli erscheinen ungewöhnlich große, leicht violettstichige, mittel-blaue Blüten. Auch in Naturbeständen treten regelmäßig rein weiße Exemplare auf.

Mit der kleinblütigen Rapunzel-Glockenblume (Campanula rapunculus) werden Hybriden gebildet.

Verwendungshinweise

Campanula persicifolia ist an mageren, mäßig trockenen bis frischen und basenreichen Standorten für naturhafte Waldrand-Situationen, Alpinarien und kleinen Waldlichtungen eine ansprechende Art.

Optisch sehr hübsch ist die Kombination mit der Schnee-Hainsimse, wobei diese eigentlich basenärmere Substrate bevorzugt und die beiden in Natur nicht vergesellschaftet sind.

Die Pfirsichblättrige Glockenblume passt mit ihren großen Blüten und dem dadurch etwas romantischen Habitus auch gut in Bauerngärten und Landhausgärten.



Naturstandort am Rand eines trockenen Kiefern-Forsts auf basenreichem, humosem Sand im Norden Brandenburgs.

Kultur

Campanula persicifolia verträgt Halbschatten und Sonne gleichermaßen und kommt auch im lichten Schatten sommergrüner Bäume oder absonnig im Mauerschatten zur Blüte, ist hier aber oft nicht ausdauernd.

Sie nimmt in sommerlichen Trockenperioden aufgrund des tiefreichenden Wurzelwerks kaum Schaden. Auf Wurzeldruck von Bäumen reagiert Campanula persicifolia allerdings negativ und kommt nur außerhalb des unmittelbaren Wurzeltellers zur Entfaltung.

Rückschnitt der verblühten Rispen vor dem Samenansatz führt zu einer - schwächeren - Nachblüte. An zusagenden Standorten samt sich Campanula persicifolia zuverlässig aus, ohne lästig zu werden.



Am selben Standort wie oben finden sich auch weiß blühende Exemplare.

Sorten:
  • Alba: wie die Art mit weißen Blüten
  • Alba Plena: gefüllte, weiße Blüten
  • Blue Boomers: sehr große, halb-gefüllte, mittel-blaue Blüten, reichblütig
  • Coronata: gefüllte, blaue Blüten
  • Grandiflora Coerulea: sehr große, blaue Blüten
  • La Belle: gefüllte, blau-violette Blüten
  • Regine: weiße Blüte mit weißen Kelchblättern, die zu Kronblättern umgewandelt sind, dadurch Doppel-Reifrock-Effekt,

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
bodendeckend
horstartig
30-60 cm Höhe
60-100 cm Höhe
weiß
hell-blau
blau
Juni
Juli
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
sommertrocken
sonnig
halbschattig
sommerlich schattig
absonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Staudenfluren
arme Böden
mittlere Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Nordeuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
mediterraner Schwerpunkt
Hügelland (collin)
gut
Gering
strukturbildender Gruppen-Solitär
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
Wacholdergebüsche
Laubwälder
Buchenwälder
Trockenhang-Kalk-Buchenwälder
Eichenwälder
Steppen-Eichenwälder
Felshang Flaumeichenwälder
Subkont. Kiefern-Eichenwälder
Ländlicher Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Steppenpflanzung
Waldgarten
für Pflanzgefäße geeignet
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Hauptsortiment
winter-/immergrün
Lebensbereich
Gehölz/Wald
Gehölzrand/Staudenfluren