Hesperis matronalis // Gewöhnliche Nachtviole, Matronenblume

Familie Brassicaceae, Kreuzblütler
Pflanzen pro qm 9.00
Wikipedia Hesperis matronalis
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Hesperis matronalis

Die Gewöhnliche Nachtviole ist eine Pflanze der europäischen und zentralasiatischen Kalk-Gebirge, wo sie von der Tallage bis zur sub-montanen Stufe gedeiht. In Mittel- und Nordeuropa sowie in weiten Teilen Nordamerikas ist sie neophytisch verbreitet.

In Deutschland ist Hesperis matronalis ein nahezu in allen Naturräumen zumindest nicht seltener, eingebürgerter Neophyt. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt in den Mittelgebirgsregionen mit anstehenden Kalkgesteinen. In der Ostdeutschen Tiefebene ist sie noch recht stetig, dünnt nach Nord-Westen aber zunehmend aus.

Die Gewöhnliche Nachtviole in einer Frischwiesen-Situation.

Sie gilt als Kennartder montanen Grauerlen-Aue auf feuchten Sand- und Schotter-Rohböden.

Sie kommt zudem in feuchten Mädesüß-Hochstaudenfluren und im kontinentaler getöntem Tiefland an anthropogenen beeinflussten Sekundärstandorten wie halbschattigen oder absonnigen Giersch-Säumen an Gehölzrändern vor.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (6)  Temperatur (5)  Kontinentalität (6)  Feuchte (7)  Reaktion (7)  Stickstoff (7)



Blütendetail

Beschreibung
Hesperis matronalis ist eine zweijährige bis kurzlebig-ausdauernde, lockere Horste bildende Art. Sie erreicht Wuchshöhen von 60-70 cm. Die violetten, v.a. in den Abendstunden süßlich duftenden Blüten erscheinen im Mai/Juni.

Die Selbstaussat erfolgt zumindest an Standorten mit offenen Bodenstellen recht sicher, allerdings nicht zwingend standorttreu.

In vorindustrieller Zeit wurden aus den Samen Senföl gewonnen, allerdings dürfte diese weniger ergiebige Verwendung recht bald hinter der Zierwirkung zurückgetreten sein. Bedeutsam war schon immer ihr abendlich/nächtlicher Blütenduft, der Nachtfalter und menschliche Nachtschwärmer betört.



In Kultur gedeiht die Gewöhnliche Nachtviole auch auf nur frischen Böden optimal.

Verwendungshinweise
Die Gewöhnliche Nachtviole wird als alte Heil-/Öl-Pflanze und aufgrund ihres lieblichen, abendlichen Blütenduftes in Bauern-, Kloster- und Duftgärten zu Recht gerne verwendet. Schöne Blütenbilder liefert sie hier z.B. mit der einjährigen Echten Kerbel (Anthriscus cerefolium).

In Rabatten kann sie gut als frühblühender Platzhalter für die noch nicht entfalteten Sommerstauden eingesetzt werden, der sich nach dem Blütenende leicht entfernen lässt und die Bühne frei macht.

Für naturidentische Säume bietet sich z.B. die zweijährige Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris) als Blütenpartner an. Wem diese zu "wildkrautig" erscheint, kann auch auf die schwarz-rot-laubige Auslese 'Ravenswing' zurückgreifen. Auch der Pyrenäen-Storchschnabel (Geranium pyrenaicum) wird kaum noch als Zierpflanze eingesetzt, würde das Duo aber glaubwürdig ergänzen. Der Zwerg-Holunder  (Sambucus ebulus) im Hintergrund setzte dieser mutigen Pflanzung die Krone auf, müsste aber durch Wurzelsperren daran gehindert werden, den gesamten Platz früher oder später für sich alleine zu beanspruchen.



'Alba' bleibt etwas zierlicher als die Normalform.

Kultur
An die Kultur stellt die anpassungsfähige Art geringe Anforderungen. Lediglich wiederkehrender Trockenstress sollte vermieden werden.

Allerdings benötigt die kurzlebige Art regelmäßige Bodenverletzungen, um sich neu versamen zu können. Hilfsweise muss sich der Gärtner um die Etabllierung der Sämlinge kümmern, weshalb eine dauerhhafte Kultur letztlich nur in intensiver betreuten Anlagen möglich ist.

Die Aussaat kann unmittelbar nach der Samenreife erfolgen.

Sorten:
  • Alba: weiße Blüten
  • Alba Plena: weiße, gefüllte Blüten
  • Bilder


















    'Alba'



    'Alba'

    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    zweijährig
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    horstartig
    60-100 cm Höhe
    weiß
    violett
    Mai
    grün
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    Heil-/Gewürzpflanze
    ausgeprägt
    frisch
    nicht austrocknend
    feucht
    sonnig
    halbschattig
    absonnig
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Gewässer/Gewässerrand
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    luftfeuchte und/oder kühle Lagen
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Kontinentaler Verbreitungsschwerpunkt
    Mittelgebirge (montan)
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    Asien
    gut
    Mittel
    strukturbildender Gruppen-Solitär
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    verträglich
    Fliessgewässer
    Quellfluren
    Bäche
    Staudenfluren Gebüsche Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
    Hochstaudenfluren feuchter bis nasser Standorte
    Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
    Grauweidengebüsche
    Ländlicher Garten
    Repräsentative Gärten
    Wassergarten
    Waldgarten
    Klostergarten
    Duftgarten
    öffentliches Grün
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Hauptsortiment
    sommergrün
    Lebensbereich
    Gehölz/Wald
    Gehölzrand/Staudenfluren