Vitis vinifera / Weinrebe

Familie Vitaceae, Weinrebengewächse
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Vitis vinifera
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Vitis vinifera:  Die Weinrebe ist im gesamten Mittelmeerraum bis zur Krim, dem südlichen Kaukasus, in Kleinasien und dem Nahen Osten verbreitet (Karte der europäischen Verbreitung). Die Unterart "Vitis vinifera ssp. vinifera" ist die Ausgangsart für die Kultursorten der Weinrebe. Insbesondere diese Unterart ist in Teilen Südamerikas und Afrikas, in Zentral- und Süd-Ost-Asien verwildert (Karte der Gesamtverbreitung).

In Deutschland ist die Unterart "Vitis vinifera ssp. sylvestris" sehr selten und vom Aussterben bedroht. Die wärmebedürftige Art besiedelt hier in der Oberrheinebene frische bis feuchte, basenreiche und relativ nahrhafte Gebüsche und Eichen-Ulmen-Auwälder auf selten überfluteten Lehmböden. Bevorzugt werden sonnige bis halbschattige Lagen.

Die Unterart "Vitis vinifera ssp. vinifera" ist im Rheintal sowie an Mosel und Lahn etwas weiter verbreitet und bevorzugt etwas trockenere, auch basen- und nährstoffärmere Standorte in ausschließlich vollsonnigen, extrem wärmebegünstigten Lagen.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (für ssp. sylvestris)  ... zur Legende
Licht (6)  Temperatur (8)  Kontinentalität (4)  Feuchte (6)  Reaktion (8)  Stickstoff (6)

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (für ssp. vinifera) 
Licht (9)  Temperatur (8)  Kontinentalität (3)  Feuchte (4)  Reaktion (7)  Stickstoff (-)



Weinreben sind im südlichen Mitteleuropa beliebtes und stimmungsvolles Fassengrün.

Beschreibung

Die Weinrebe ist ein sommergrüner Kletterstrauch, der mit Hilfe von Sprossranken bis zu 20 m Wuchshöhe an Rankhilfen erreichen kan. Im Alter entwickelt der Strauch einen verholzten Stamm. Charakteristisch sind die im Umriss rundlichen Blätter mit den tief eingeschnitten Lappen und dem gezähnten Blattrand. Die Herbstfärbung ist ein meist zierendes Gelb.

Die grünlich-gelben Blüten im Juni/Juli sind unscheinbar, duften aber leicht. Die Früchte können gelblich-grün bis fast schwarz gefärbt sein. Die Früchte der Wildformen haben eine ledrige Schale und werden daher trotz des süß-säuerlichen Geschmacks selten verzehrt.

Es gibt Erwägungen, die Unterart Vitis vinifera ssp. sylvestris als eigenständige Art "Vitis sylvestris" zu betrachten.



Sie wirkt an historischen, ländlichen Gebäuden immer passend.

Verwendungshinweise

Die Weinrebe ist mit kulturgeschichtlicher Bedeutung aufgeladen und eine gute Wahl für die Begrünung von Fassaden oder Laubengängen in Anlagen mit historischer Gebäudesubstanz. Im Weinbauklima ist die Weinrebe als Gartengehölz regelmäßig zu sehen, in Mittel- und Norddeutschland ist dies eher ungewöhnlich.

Eine Verwendung in Gehölzen ist weniger apart, weil die Weinrebe hier ruderale Assoziationen weckt und selbst Großsträucher aufgrund ihrer Wuchskraft überwächst.

In urbanen Situationen oder in Verbindung mit zeitgenössischer Architektur ist die Rostrote Rebe (Vitis coignetiae) mit ihrem etwas exotischem Duktus ebenfalls eine gute Wahl.



Aber auch in großstädtischen Lagen ist sie eine Attraktion.

Kultur

Auch die Wilde Weinrebe (ssp. sylvestris) benötigt sehr wärmebegünstigte Standorte, kann aber auch in halbschattigen bis licht absonnigen Lagen eingesetzt werden.

Alle Kulturreben entwickeln sich dagegen nur an sehr sonnigen bis vollsonnigen Standorten befriedigend. An die Bodeneigenschaften stellt die Weinrebe keine hohen Ansprüche, bevorzugt aber eher basenreichere, nahrhafte und durchlässige Böden.

Nach der Etablierung übersteht sie sommerliche Trockenphasen aufgrund des tiefreichenden Wurzelstocks klaglos.



Stilvolles Arrangement, das geschickt auf das archaische Bildgedächtnis der Menschheit Bezug nimmt.

Sorten:

Wildformen
  • ssp. sylvestris: heimisch, etwas schattenverträglicher, für frische bis feuchte Standorte
  • ssp. vinifera: Ausgangsform der Kulturrebe, voll-sonnige Standorte

Blaue Tafeltrauben (selbstbefruchtend)
  • Booskoop Glory: mittelgroße Früchte Anfang September
  • Blauer Muskateller: große Früchte Anfang September
  • Century: große Früchte Ende August, kernarm
  • Königliche Esther: große Früchte Mitte August
  • Leon Millot: mittelgroße Früchte Mitte September
  • Regent: große Früchte Mitte September

Helle Tafeltrauben (selbstbefruchtend)
  • Bianca: mittelgroße Früchte Anfang September
  • Perle von Zala: mittelgroße Früchte Mitte August, wüchsig und robust
  • Phoenix: mittelgroße Früchte Anfang September, wüchsig, reichtragend
  • Romulus: sehr große Früchte Ende September, wüchsige Sorte

Bilder






ssp. sylvestris












Attribute

Lebensform Blütenfarbe Blattfärbung Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung
Strauch
Kletterpflanze
Rankend
grün
gelblich-grün
grün
zierende Herbstfärbung
zierend/strukturstark
ungiftig
essbar
Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P)
vorhanden
mäßig trocken
frisch
feucht
vollsonnig
sonnig
halbschattig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Gebüsche Wälder
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
mediterraner Schwerpunkt
Hügelland (collin)
Asien
Zentral-Asien
Kleinasien
gut
Gering
strukturbildender Solitär
verträglich
Wärmeliebende Trocken-Gebüsche
Feuchtwälder
Auwälder
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Ländlicher Garten
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
für Pflanzgefäße geeignet
Klostergarten
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Hecken
Freie Blütenhecke
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sommergrün
Gehölzrand/Staudenfluren