Viola cornuta // Horn-Veilchen

Familie Violaceae, Veilchengewächse
Pflanzen pro qm 36.00
Wikipedia Viola cornuta
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Viola cornuta

Das Horn-Veilchen kommt schwerpunktmößig in den motanen bis subalpinen Höhenlagen der Pyrenäen und nachgeordnet in den Hochlagen des französischen Zentralmassivs sowie im Norden der französisch/italienischen Seealpen vor. 

Als historische Gartenpflanze ist sie darüber hinaus in ganz Mitteleuropa neophytisch eingebürgert. In Deutschland finden sich nennenswerte Populationen v.a. im Übergangsbereich von Bayerischem Wald, Thüringer Wald und Erzgebirge.



Die Wildform ist in Kultur von den bunten, großblütigen Hybriden in den Hintergrund gedrängt worden.

Viola cornuta hat ihren Vorkommensschwerpunkt in montanen bis subalpinen Borstgrasrasen. Diese vollsonnigen bis sonnigen, durch extensive Beweidung gehölzfrei gehaltenen Rasen fußen auf basenrarmen, mehr oder weniger sauer verwitternden Gesteinen. Die Stickstoffversorgung ist gering bis mäßig.

In den Sommermonaten trocknen die Böden immer mal wieder kurzzeitig ab.

Ökologische Zeigerwerte nach Tela Botanica  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (3)  Kontinentalität (4)  Feuchte (4)  Reaktion (4)  Stickstoff (3)



In Rabatten sind monochrome Massen des Horn-Veilchens beliebt. Hier erfreut die Kombination mit Vergissmeinnicht.

Beschreibung
Das Horn-Veilchen ist eine durch kurze Ausläufer kleine Teppiche bildende, sommergrüne und kurzlebige Staude. Sie erreicht selten mehr als 15 cm Wuchshöhe.

Die zarten, veilchentypischen, violett-blauen Blüten erscheinen im Freiland von Anfang Juni bis Ende August. Die Wildform erinnert kaum an die Formen, die als Horn-Veilchen in großen Mengen vertrieben werden. Eine Reihe von Sorten duftet.

Bei den meisten Sorten handelt es sich um hybride Züchtungen, häufig unter Beteiligung der mitteleuropäischen Viola tricolor. Auch das selbst bereits hybride Garten-Stiefmütterchen (Viola x wittrockiana) ist mitunter eingekreuzt. Sorten mit hohem Anteil an reiner Viola cornuta sind winterhärter. 



Kübelarrangements können stilvoll wirken.

Verwendungshinweise
Horn-Veilchen sind beliebte Balkonpflanzen, die vorgezogen bereits im April als üppig blühende Töpfe und Ampeln verwendet werden. Ihre Wirkung ist sicher nicht sonderlich aufregend und inspirierend, aber dennoch ansprechend. Nicht aller Farbvarianten der Auslesen sind zwingend geschmackssicher. Durch die kleineren Blüten wirken sie dennoch immer zeitgemäßer als alle Garten-Stiefmütterchen.

Im Freiland kann die botanische Art in Alpinarien eingesetzt werden. Will man sich am Naturstandort orientieren, ist eine Matrix aus Borstgras stimmig, die durch niedrige Gebirgsstauden wie Alpen-Frauenmantel, Berg-Lauch, Echtem Katzenpfötchen, oder die beliebte Karpaten-Glockenblume schöne Ergänzung findet.

Die Sorten sind eher etwas für den Vordergund von Rabatten und Pflanzkübeln. Sie kommen in individuenreicher Reinkultur meist am Besten zur Geltung.



Dem Spiel der Farben sind keine Grenzen gesetzt und vile Sorten sind wirklich zauberhaft.

Kultur
In licht-absonnigen bis halbschattigen Felsspaltensystemen mit wenig offenen Bodenstellen ist der Betreuungsaufwand für die botanische Art vertretbar.

Die botanische Art und viele der Auslesen sind ausreichend winterhart. Dennoch ist generell ein etwas geschützter Standort zu empfehlen. Hifreich für die Winterhärte ist zudem das Einkürzen der Triebe im Früherbst um etwa die Hälfte.

Trockenphasen und übermäßig warme Standorte mindern die Vitalität deutlich. Ideal sind Standorte mit Morgen- und Abendsonne. In schattigen Lagen reduziert sich die Blütenfülle spürbar.

Die wenigen samenechten Sorten sind in Reinkultur auch bei Selbstaussat sortenrein. Es dürfen allerdings auch keine Garten-Stiefmütterchen (Viola x wittrockiana) in Reichweite stehen, da Bastarde gebildet werden. Die meisten Sorten lassen sich nur vegetativ sortenecht vermehren und entwickeln auch in Reinkultur eine bunte Nachkommenschaft aus Versamung. Das kommerzielle Saatgut besteht überwiegend aus F1-Hybriden, die in der ersten Generation die einheitlichen Sortenmerkmale zeigen und in der zweiten Generation bunt ausfallen.

Stecklinge können entweder im Sommer (aus den Neutrieben nach dem Rückschnitt) oder im Frühling genommen werden. 



Wenn das Laub anfängt, den Flor zu verdecken, ist der richtige Zeitpunkt für einen kräftigen Rückschnitt.

Mit zunehmender Vegetationsdauer werden die Pflanzen immer höher und der Blütenflor lässt spürbar nach. Dies ist ein guter Zeitpunkt für einen Rückschnitt auf etwa ein Drittel der Höhe. Es entwickelt sich erneut ein kompakter Habitus und ein reicher, zweiter Blütenflor.

Sorten:
orangene Sorten:
  • Penny 'Orange': rein-orange
  • Twix Orange Purple Wing: gelb-orange mit tief violetten Flügeln

  • gelbe Sorten:
  • Etain: 20 cm hoch, hell-gelbes Zentrum mit violett-blauem Rand, ausdauernd, duftend
  • Penny 'Gelb': gelb mit schwarzer Strichzeichnung
  • Yellow: große. orange-gelbe Blüten ohne Zeichnung
  • Yellow Jump Up: gelb mit Strichzeichnung und samtig violett-blauen Flügeln

  • weiße Sorten:
  • Alba Minor: wildformartig, 15 cm hoch, rein-weiße Blüte mit schlanker Krone, samenecht
  • Milkmaid: 10 cm hoch, weiße Blüte, ausdauernd
  • Reinweiß: weiß mit gold-gelbem Schlund
  • Twix White Purple Wing: weiß mit tief violetten Flügeln

  • violette Sorten:
  • Black Jump Up: violett mit violett-schwarzen Flügeln
  • Bowles Black: 15 cm, schwarz-violette Blüte, kurzlebig, luftiger Wuchs, samenecht
  • Columbine: 10 cm hoch, violette Blüte mit weißer Marmorierung
  • Dolphin: 15-20 cm hoch, blau-violett changierende Blüte, ausdauernd
  • Etain: blass-violett mit blass-gelbem Gesicht und dunkel-violetter Strichzeichnung
  • Hansa: 15-20 cm hoch, blau-violett changierende Blüte, nach Rückschnitt remontierend
  • (Penny) Lavender Shades': lavendel-violett mit etwas dunklerer Aderung und gelbem Schlund
  • Rebecca: 10 cm hoch, violett-weiß marmorierte Blüte, ausdauernd
  • Ruby & Gold Babyface: violette Flügel und braun-violette Ränder mit gelbem Gesicht und dunkel-violetter Zentralzeichnung

  • rote Sorten:
  • Carmine Rose: karmin-rot mit zarter schwarzer Strichzeichnung
  • Penny 'Rot mit Auge': tiefes bordeaux-rot mit schwarz-braunem Auge

  • rosa Sorten:
  • Raspberry: purpur-rosa mit dunkler Mitte

  • schwarze Sorten:
  • Black Delight: schwarz mit gold-gelbem Schlund
  • Molly Sanderson: 10-15 cm hoch, violett-schwarze Blüte, kurzlebig

  • blaue Sorten:
  • Boughton Blue: 10 cm hoch, licht-hell-blaue Blüte
  • (Penny) Azure Twilight: verwaschen zwischen zart bläulich und weiß changierend, violette Strichzeichnung
  • (Penny) Blue: kräftiges, reines Mittelblau mit gelbem Schlund und leichter schwarzer Strichzeichnung
  • (Penny) Deep Blue: rein dunkel-blau mit gelbem Schlund und leichter schwarzer Strichzeichnung
  • Molly Sanderson: 10-15 cm hoch, violett-schwarze Blüte, kurzlebig
  • Rebecca: 10 cm hoch, violett-weiß marmorierte Blüte, ausdauernd
  • Ruhm von Aalsmeer: 15cm hoch, kräftig-violette Blüte, ausdauernd
  • Bilder







































    Wildform



    Azure Twilight



    Blue



    Etain



    Gelb



    Lavender Shades



    Ruby & Gold Babyface



    Twix Orange Purple Wing



    Twix White Purple Wing



    Yellow



    Yellow Jump Up

    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    bodendeckend
    horstartig
    bis 15 cm Höhe
    15-30 cm Höhe
    weiß
    hell-gelb
    violett
    hell-blau
    blau
    bräunlich/schwarz
    Mai
    Juni
    Juli
    grün
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    vorhanden
    unbedeutend
    frisch
    gut drainiert
    nicht austrocknend
    sonnig
    halbschattig
    absonnig
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    humos
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    frostarme Lage
    luftfeuchte und/oder kühle Lagen
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Mittelgebirge (montan)
    Südeuropa
    mediterraner Schwerpunkt
    befriedigend
    Hoch
    aspektbildender Flächenfüller
    konkurrenzschwach
    Ländlicher Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    für Pflanzgefäße geeignet
    Rabatte
    Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Nebensortiment
    sommergrün
    Alpinum