Viburnum farreri / Duft-Schneeball

Viburnum_farreri_duft-schneeball_p1080432 Familie Adoxaceae, Moschuskrautgewächse
Pflanzen pro qm 1.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Viburnum farreri: Der Duft-Schneeball kommt im Nord-Westen Chinas in Bergwäldern in lichten Waldmänteln vor.

Viburnum farreri wächst auf schwach sauren bis alkalischen, mehr oder weniger nahrhaften und frischen Lehmböden.



Altes Exemplar on Viburnum farreri mit zahlreichen Bodentrieben.

Beschreibung

Der Duft-Schneeball ist ein sommergrüner, trägwüchsiger Strauch von 300 cm Höhe und 200 cm Breite. Durch ausgeprägte Schößlingsbildung bzw. bei Bodenkontakt bewurzelnde Zweige entwickelt er sich im Laufe der Jahre sichtlich in die Breite.

Die intensiv vanilleartig duftenden, zart-rosa Blüten erscheinen nach dem Laubfall und vor dem Neuaustrieb ab Mitte November bis Anfang April, gegebenenfalls unterbrochen von tiefen Frostperioden. Manche Exemplare beginnen auch erst Mitte März mit der Blüte, die dann bis Mitte April reicht.

Das Laub verfärbt sich spät im Herbst bräunlich-violett-rot.

Die giftigen Früchte sind rot und verfärben sich schwarz. Sie werden in der Regel nur spärlich angesetzt und sind im Sommerlaub ohnehin nur schwer wahrnehmbar. Ihre Zierwirkung ist daher zu vernachlässigen.

Viburnum farreri ist zusammen Viburnum grandiflorum eine der Elternarten des Bodnant-Schneeballs (Viburnum x bodnantense). Die Hybride ist kaum von Viburnum farreri zu unterscheiden. Sie hat tendenziell etwas kräftiger rosa Blütenknospen und ist ein wenig wüchsiger.



Die Blüten strecken sich mit zunehmender Reife stark in die Länge.

Verwendungshinweise

Viburnum farreri sorgt mit seiner ungewöhnlichen Blütezeit regelmäßig für Aufsehen. Zumindest die Blütenphase im Spätherbst/Winter kann man aber auch als irritierend empfinden, denn auf einen Frühlingsboten ist man zu dieser Zeit keineswegs eingestellt.

Umso überzeugender ist die Blütenphase von Mitte Februar bis Ende März. Jetzt leitet das Blütenrosa weithin sichtbar und weitgehend konkurrenzlos den Frühling ein. Mit der Kornelkirsche blüht sie ab Anfang März für etwa zwei Wochen gemeinsam und das kühle Gelb der Kornelkirsche korresponidert auch ganz passabel.

Der Duftschneeball wird v.a. in Innenhöfen, in freien Blütenhecken in Parkanlagen aber auch im Abstandsgrün von Wohnanlagen aller Art verwendet.

Ebenfalls winterblühend, aber mit immergrünem Laub ist der Mittelmeer-Schneeball (Viburnum tinus). Er benötigt unbedingt wintermilde Standorte.



Viburnum farreri benötigt nach der Etablierung keine weitere Unterstützung und kann recht zuverlässig in öffentlichen Grünanlagen verwendet werden.

Für den Blütenreichtum und einen ansehnlichen Habitus empfiehlt sich ein regelmäßiger Erhaltungsschnitt. Hierzu werden dauerhaft etwa 5-7 Gerüsttriebe erhalten, die nach etwa 5-7 Jahren bodentief entfernt und durch neue bodenbürtige Jungtriebe ersetzt werden. An den verbleibenden Gerüsttrieben werden nach innen wachsende Äste und Steiltriebe entfernt.

Sehr alte Sträucher mit in der oberen Hälfte stark verzweigten Trieben lassen sich zuverlässig verjüngen, indem über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren die ältesten Triebe bodentief zurückgeschnitten werden.

Der Schnitt erfolgt möglichst direkt nach der Blüte gegen Ende März/Anfang April.

Kultur

Die Art ist robust und verträgt auch mäßig trockene Böden klaglos. Hitzeanfällige Standorte mindern allerdings die Vitalität.

Windgeschützte Lagen wirken sich positiv auf die etwas frostgefährdeten Winterblüten aus. Der Strauch selbst ist aber in Mitteleuropa überall vollkommen winterhart.



Sorten:
  • Nanum: 80-100 cm hoch/breit, sonst wie die Art

Bilder





Viburnum_farreri_duft-schneeball_p1080432


Viburnum_farreri_duft-schneeball_18-2


Viburnum_farreri_duft-schneeball_22


Viburnum_farreri_duft-schneeball_23


Viburnum_farreri_duft-schneeball_20190306_22


Viburnum_farreri_duft-schneeball_p1080436


Viburnum_farreri_duft-schneeball_p1080434


Viburnum_farreri_duft-schneeball_p1080435


Viburnum_farreri_duft-schneeball_18-1

Attribute

Lebensform Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung Geniessbarkeit/Giftwirkung
Strauch
Klein-Strauch
Normalstrauch
rosé-weiß
Februar
grün
zierende Herbstfärbung
stark giftig
Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P)
ausgeprägt
mäßig trocken
frisch
sommertrocken
sonnig
halbschattig
absonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
mittlere Böden
reiche Böden
Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich Handelsgängigkeit
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
befriedigend
Sehr gering
strukturbildender Solitär
Repräsentative Gärten
Waldgarten
Duftgarten
Duft ausgeprägt
öffentliches Grün
Straßenbegleitgrün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Hecken
Freie Blütenhecke
Hauptsortiment
Belaubung Lebensbereich
sommergrün
Gehölz/Wald
Gehölzrand/Staudenfluren