Verbascum nigrum / Schwarze Königskerze

Verbascum_nigrum_schwarze_k%c3%b6nigskerze_11 Familie Scrophulariaceae, Braunwurzgewächse
Pflanzen pro qm 8.00
Wikipedia Verbascum nigrum
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Verbascum nigrum: Die Schwarze Königskerze kommt in ganz Europa bis in das westliche Sibirien weit verbreitet vor. Auch in Deutschland ist sie flächendeckend vertreten und stetig (Karte der Gesamtverbreitung).

Verbascum nigrum wächst v.a. in stickstoffreichen, frischen und basenreicheren Ruderalfluren an Wegrändern sowie in mesophilen Wirbel-Dost-Säumen. Daneben gilt sie in Saumgesellschaften von Gehölzen auf und gilt als schwache Kennart der Schlagfluren von Kalk-Buchen-Wäldern.


Naturstandort am halbschattigen Wegrand zusammen mit Brombeeren und Kanadischer Goldrute.

Die Standorte sind vollsonnig bis halbschattig. Sie ist aber auch die Königskerze, die man am häufigsten in etwas verschatteten Situationen antrifft. Die Standorte sind bevorzugt frisch und ziemlich stickstoffreich.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)   ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (5)  Kontinentalität (5)  Feuchte (5)  Reaktion (7)  Stickstoff (7)



Naturhafte Pflanzung mit Natternzunge und Weichem Honigras

Beschreibung

Die Schwarze Königskerze ist eine horstige, sommergrüne, sehr kurzlebige Staude. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sie im Jahr der Keimung blüht und abstirbt. Es kommt aber auch regelmäßig vor, dass sie noch ein weiteres mal im Folgejahr blüht. Darin unterscheidet sie sich von fast allen Verwandten.

Sie treibt mehrere unverzweigte, kerzenartige Blütenstände von 60 bis 120 cm. Die Blütezeit liegt im Juli/August. Neben der gold-gelben Standardform mit rötliche Staubgefäßen kommt auch in der Natur eine creme-weißliche Variante vor, die im Handel als 'Album' geführt wird. Diese Form ähnelt der Französischen Königskerze.

Sie bildet natürliche Hybriden mit Verbascum densiflorum (Großblütige Königskerze) und Verbascum phoeniceum (Purpur-Königskerze), Verbascum lychnitis (Mehlige Königskerze) sowie Verbascum thapsus (Kleinblütige Königskerze) und Verbascum speciosum (Prächtige Königskerze).



Dieses Exemplar am Rande einer von Rosen-Malven dominierten Weide ist möglicherweise mit der Mehligen Königskerze (Verbascum lychnitis) hybridisiert.

Verwendungshinweise

Verbascum nigrum ist eine Staude für den ergänzenden Einsatz in naturhaften, sonnigen Staudenfluren vor Gehölzrändern, entlang von Wegen oder Böschungen.

In ländlichen Gärten kann sie auch in Rabatten verwendet werden. Mit der Form "Album" läuft man nicht Gefahr, einen ruderalen Duktus in die Pflanzung zu implantieren. Mit der gelben Normalform kann dies schon mal passieren, findet sie sich doch gerne in etwas gestörten Habitaten ein. Innerhalb eines gepflegten Rahmens muss man sich diesbezüglich aber keine echten Gedanken machen.

Sehr schöne Blühgemeinschaften geht sie z.B. mit Wegwarte und Wilder Möhre, Jakobs-Greiskraut, Kugeldisteln wie Echinops bannaticus oder auch dem Pastinak ein. In dieser Gesellschaft kann man sie auch an ruderalen Naturstandorten finden.



'Album' ist nicht wirklich weiß, sondern bei genauer Betrachtung von ganz zartem Hell-Gelb.

Kultur

Auf leichten, nährstoffarmen Böden kümmert die Art etwas. Ansonsten ist sie eine robuste, durchsetzungsfähige Gestalt. Nach der Etablierung hilft ihr das tiefreichende Wurzelwerk, sommerliche Trockenphasen zu überstehen.

In Kultur kann sie sogar licht absonnig stehen.

Sie neigt sehr auffällig zur Selbstversamung. Da sie so ausgesprochen kurzlebig ist und neues Terrain nicht dauerhaft besetzt, fällt das icht weiter negativ auf. Im Gegenteil, nur so lässt sie sich ja überhaupt dauerhaft im Garten erhalten.

Sorten:

  • Album: Varietät mit weißlichen Blüten

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
60-100 cm Höhe
gelb
rosé-weiß
Juli
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
frisch
vollsonnig
sonnig
halbschattig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
poröser Schotter
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Staudenfluren
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Nordeuropa
Mitteleuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
befriedigend
Gering
strukturbildender Gruppen-Solitär
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Ländlicher Garten
Repräsentative Gärten
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Insektenweide
Hauptsortiment
sommergrün
Gehölzrand/Staudenfluren