Verbascum densiflorum / Großblütige Königskerze

Verbascum_densiflorum_gro%c3%9fbl%c3%bctige_k%c3%b6nigskerze_p1020509 Familie Scrophulariaceae, Braunwurzgewächse
Pflanzen pro qm 8.00
Wikipedia Verbascum densiflorum
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Verbascum densiflorum: Die Großblütige Königskerze kommt in nahezu ganz Europa vor (Karte der Gesamtverbreitung). In Deutschland ist sie lediglich an der Westküste selten.

Verbascum densiflorum besiedelt süd-exponierte, sonnige Ruderalfluren. Sie ist eine Kennart der Eselsdistel-Fluren auf gestörten Schotterböden entlang von Wegen, an Ackerrändern oder auf Brachflächen im Siedlungsraum.



Verbascum densiflorum versteht sich auf den erhabenen Auftritt auch auf Schuttbergen.

Sie ist außerdem stetig in Schlagfluren montaner Kalk-Buchen-Wälder anzutreffen.

Die licht- und wärmeliebende Art benötig (voll-)sonnige Lagen. Bevorzugt werden mäßig trockene, basenreiche und mäßig stickstoffreiche, gut drainierende Rohböden.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)   ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (6)  Kontinentalität (5)  Feuchte (4)  Reaktion (8)  Stickstoff (5)



Ruderaler Standort am Straßenrand zusammen mit Graukresse und
Natternzunge

Beschreibung

Die Großblütige Königskerze ist eine zweijährige Pflanze, die im ersten Jahr eine kräftige Rosette grau-filzig behaarter Blätter ausbildet. Die Stängelblätter sind ungestielt und laufen ausgeprägt den Stengel hinunter.

Im zweiten Jahr entwickelt sich ein nicht oder kaum verzweigter, bis 120 (180) cm hoher Blütenstand. Unter idealen Bedingungen können auch mehr als 250 cm Höhe erreicht werden.

Die Einzelblüten sind für Königskerzen recht groß und erscheinen ausdauernd von Anfang Juli bis Ende August.

Die Blüten verströmen v.a. in den Morgenstunden einen ausgeprägten, etwas seifigen Duft und werden dann sehr intensiv von Insekten angeflogen.

Die Samenstände sind über den Winter strukturstabil und durchaus zierend.

Sehr ähnlich ist die etwas wüchsigere Kleinblütige Königskerze (Verbascum thapsus). Wie die deutschen Namen schon andeuten, unterscheiden sich beide Arten vorrangig durch die unterschiedliche Größe der Einzelblüten.

Die Großblütige Königskerze bildet mit sogut wie allen heimischen Königskerzen natürliche Hybride. Mit der Seidenhaar-Königskerze (Verbascum bombyciferum) ist sogar eine Gattungsvertreterin dabei, die in Mitteleuropa nur sehr selten und nur temporär in ausgesprochenen Wärmeregionen neophytisch auftritt. 



Am Rand einer mäßig trockenen Wiesenbrache mit Wilder Möhre, Graukresse und Echtem Leinkraut

Verwendungshinweise

Verbascum densiflorum wird unterschwellig mit gestörten Plätzen in Verbindung gebracht, kann aber in steppenartigen Anlagen eine ansprechende, strukturelle Bereicherung sein.

Die Blütenkerzen stellen ein schönes, verbindenes Element dar, dass sich durch Versamung bei ausreichend offenen Bodenstellen ausbreitet und eine natürlich Dynamik in die Flächen bringt.

Als alte Heilpflanze kommt zudem eine Verwendung in Bauern- und Klostergärten in Betracht.



Die Samenstände verströmen den ganzen Winter über ihren morbiden Charme.

Kultur

Die Großblütige Königskerze ist wärmeliebend und trockenheitsverträglich. Sie benötigt skelettreiche, durchlässige Böden, da sie Staunässe schlecht verträgt.

Auf besonnten Rohböden mit ausreichend offenen Bodenstellen versamt sich die Art zuverlässig, taucht aber gerne mal an unerwarteten Wuchsplätzen wieder auf.

Wird der Haupttrieb im Frühling gekappt, entstehen 2- 3 etwas kleinere Blütenkerzen, was eine interessante Variation des Königskerzen-Themas ergibt.

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
zweijährig
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
60-100 cm Höhe
100-150 cm Höhe
gelb
Juli
grau-grün
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
Heil-/Gewürzpflanze
vorhanden
trocken
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
humos
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mitteleuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
gut
Gering
strukturbildender Solitär
strukturbildender Gruppen-Solitär
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Staudenfluren Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Ländlicher Garten
Repräsentative Gärten
Steppenpflanzung
Klostergarten
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Insektenweide
Nebensortiment
zierende Winterstruktur
winter-/immergrün
Gehölzrand/Staudenfluren