Typha latifolia // Breitblättriger Rohrkolben

Familie Typhaceae, Rohrkolbengewächse
Pflanzen pro qm 4.00
Wikipedia Typha latifolia
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Typha latifolia

Der Breitblättrige Rohrkolben ist auf der Nordhalbkugel nahezu flächendeckend verbreitet. Er kommt aber auch in Teilen Süd-Amerikas und Zentral-Afrikas vor. In Deutschland fehlt er in keinem Naturraum und ist nahezu überall häufig.

In Mitteleuropa ist der Typha latifolia eine Kennart des Rohrkolben-Röhrichts an nährstoffreichen Gewässern.


Selbst kleinste Tümpel mitten in der Ackerflur finden die flugfreudigen Samen von Typha latifolia. Die Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft begünstigen Dominanzbestände.

Die Rohrkolben-Röhrichte ersetzen mit zunehmender Nährstoffanreicherung das Schilf-Röhricht und neigen zur Bildung dominanter Reinbestände.

Typha latifolia besiedelt (voll-)sonnige Ufer mehr oder weniger basenreicher Gewässer und dringt bis in 100 cm Wassertiefe vor.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (6)  Kontinentalität (5)  Feuchte (10)  Reaktion (7)  Stickstoff (8)


Rohrkolben-Röhricht am nassen Rand einer Feuchtwiese mit Blut-Weiderich

Beschreibung
Typha latifolia ist eine sommergrüne Sumpfpflanze von 150 bis 300 cm Höhe. Sie bildet durch wuchernde Rhizome rasch große und dichte Bestände.

Der kolbenartige Blütenstand ist grünlich, die obere, männliche Hälfte durch die Staubfäden zeitweise schwefelig-gelblich. Die charakteristischen, dunkel-braunen Blütenkolben entwickeln sich ab Juli und sind bis in den Winter zierend bevor sie sich in weiße Wattebäusche auflösen.

Das Laub ist bläulich-grün.

Die Rhizome sind ausgesprochen nahrhaft und können ähnlich wie Kartoffeln verzehrt werden. Auch die jungen Blätter sollen schmackhaft sein.

Verwendungshinweise
Der Breitblättrige Rohrkolben ist mit seinen aufstrebenden, schlanken Blättern und dem charakteristischen Blütenstand eine durchaus elegante Erscheinung, die aber nur in ausgewählten Situationen sinnvoll eingesetzt werden kann.

Geeignet sind natürliche Ufer größerer Gewässer und natürlicherweise sickerfeucht/staunasse Stellen. Ab dem Spätwinter werden die zusammenbrechenden Bestände unansehnlich, was v.a. bei Dominanzbeständen ein trostloser, aber kaum zu verhindernder Anblick ist.

Teichfolien werden früher oder später von den Rhizomen durchstoßen.


Im Laufe des Winters platzen die Samenstände auf und weißliche Federbäusche tanzen über den Wassern.

Kultur
Auf nassen, nicht dauerhaft überstauten und nicht allzu nahrhaften Böden ist eine Kombination mit anderen wuchskräftigen Stauden möglich, weil die Konkurrenzkraft des Rohrkolbens hier reduziert ist. Die Standorte müssen aber immer sonnig sein.

In kleineren Anlagen sollte besser auf den etwas weniger aggressiven Schmalblättrigen Rohrkolben (Typha angustifolia) oder sogar gleich den Zwerg-Rohrkolben (Typha minima) zurück gegriffen werden.

Die reiche Selbstversamung ist auf allen Nassflächen ein etwas lästiges Phänomen.


In kleinen Anlagen muss man den Breitblättrigen Rohrkolben konsequent auslichten. Dann sind aber durchaus hübsche Bilder wie hier mit Sumpf-Kratzdistel und Weidenblatt-Schafgarbe möglich.

Sorten:
  • Variegata: creme-weiße Längsstreifen, sehr schwachwüchsig und ungenügend vital
  • Bilder