Teucrium montanum / Berg-Gamander

Familie Lamiaceae, Lippenblütler
Pflanzen pro qm 20.00
Wikipedia Teucrium montanum
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Teucrium montanum: Der Berg-Gamander kommt von den submontanen bis in die niedrigen alpinen Höhenlagen in Bergregionen der iberischen Halbinsel und des nord-afrikanischen Atlasgebirges bis in die deutschen Mittelgebirgsregionen vor. Nach Osten reicht das Verbreitungsgebiet bis Kleinasien und evtl. sogar bis zum Kaukasus.

In Deutschland sind die einzelnen Verbreitungsregionen auffällig isoliert. Der Vorkommensschwerpunkt liegt dabei eindeutig auf Schwäbischen und Fränkischen Alb, daneben auf dem Alpenvorland und mit Abstrichen auf dem Thüringer Becken. In der Schweiz ist er in allen Gebirgs-Naturräumen von der Hügel- bis zur subalpinen Stufe weit verbreitet.



Der polsterförmie Halbstrauch kommt mit extrem dünnen Bodenauflagen aus.

Teucrium montanum ist eine Kennart der Volltrockenrasen auf südexponierten, flachgründigen Felsköpfen. Er kommt zudem stetig in Rauhgras-Rasen auf bewegten Grobgeröll-Hängen und in Blaugras-Kalk-Magerrasen vor.

Der Berg-Gamander besiedelt (voll-)sonnige, extrem trockene, stark basenreiche und extrem stickstoffarme Standorte.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (5)  Kontinentalität (4)  Feuchte (1)  Reaktion (9)  Stickstoff (1)



Die kleinen Lippenblüten erscheinen zahlreich.

Beschreibung: Der Berg-Gamender ist ein wintergrüner Halbstrauch. Die Pflanze verholzt nur an der Basis und bildet durch kurze Ausläufer mit der Zeit dichte, unter Konkurrenzbedingungen auch lockere Teppiche von 10 bis 20 cm Höhe.

Die Blüten sind hell schwefel-gelb und stehen in Scheinquirlen. Sie erscheinen ausdauernd von Mitte Juni bis Ende August.

Das Laub ist dunkel-grün mit leichtem Grauschimmer. Im Hochsommer kommt ein deutlicher Blauton hinzu. Beim Zerreiben riecht das Laub durch freiwerdende ätherische Öle aromatisch. Frische Blätter und Blüten werden getrocknet und finden Anwendung bei der Behandlung entzündlicher Prozesse der Atemwege.

Von ähnlicher Gestalt, allerdings mit gelb-violetten Blüten versehen, ist der Pyrenäen-Gamander (Teucrium pyrenaicum). Er wird ebenfalls nur selten gehandelt.



Im Hoch- und Spätsommer tritt die Blautönung des Laubes zierend in den Vordergrund.

Verwendungshinweise: Teucrium montanum ist eine sehr schöne, unaufdringliche Option für vollsonnige, sehr trockene Stellen in Alpinarien und den Vordergrund von flachgründigen Felssteppen.

Gut geeignet ist der Berg-Gamander auch für die Kronen hinterfüllter Trockenmauern und für kleine Felströge.

In flachgründigen Kalk-Felsfluren ist er u.a. mit Partnern wie Immergrünem Felsenblümchen, Rispen-Steinbrech, Dach-Hauswurz, Feld-Thymian, oder dem Kalk-Blaugras vergesellschaftet.

Im Handel ist die Art leider schwierig zu beziehen, oft ist sie nur als Saatgut erhältlich.



Erhöhte Standorte mit hervorragendem Wasserabfluss sind zwingend für eine sinnvolle Kultur.

Kultur: Die Art ist ein absoluter Extremist trockener, sonnigster und ärmster Standorte. Auf solchen Extremstandorten ist die Art mit vertretbarem Aufwand zu kultivieren.

Günstig sind flachgründige Felstandorte mit sehr geringem Anteil offener Bodenstellen, auf denen Konkurrenten schlecht Fuß fassen. Die Etablierung von Topfballenware ist auf solchen Standorten aber nicht ohne zuverlässige Bewässerung im ersten Sommer möglich.

Der sehr lichtbedürftige Berg-Gamander wird durch Verschattung schnell verdrängt.

Die Vermehrung aus Saatgut erfolgt am Besten in Anlehnung an die Kulturführung von Kaltkeimern. Die Saat läuft generell ungleichmäßig und langwierig auf. Dabei ist darauf zu achten, dass das Keimbett nicht austrocknet. Daher sind Standorte ohne längere Sonnenexposition günstiger.

Bilder
























Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
Strauch
Halb-/Zwergstrauch
bodendeckend
niederliegend/kriechend
hell-gelb
Juni
Juli
August
Blattfärbung Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
dunkel-grün
blau-grün
grau-grün
ungiftig
Heil-/Gewürzpflanze
vorhanden
trocken
mäßig trocken
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
kalk-/basenreich
sehr arme Böden
arme Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Europa
Mittelgebirge (montan)
alpin
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Asien
Kleinasien
sehr gut
Mittel
strukturbildender Gruppen-Solitär
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
Trockenrasen Alpine Felsfluren Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
Steppenrasen
Submediterrane Halbtrockenrasen
Kalk
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Steppenpflanzung
für Pflanzgefäße geeignet
Gründächer
Substratstärke 8-15 cm
Substratstärke über 15 cm
Insektenweide
Raritäten/Saatgut
winter-/immergrün
Lebensbereich
Felssteppen