Symphytum tuberosum / Knoten-Beinwell, Knotige Wallwurz

Symphytum_tuberosum_knoten-beinwell_11 Familie Boraginaceae, Rauhblattgewächse
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Symphytum tuberosum
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Symphytum tuberosum: Der Knoten-Beinwell ist von der Iberischen Halbinsel über Frankreich bis Mitteleuropa verbreitet. Nach Osten reichen die Vorkommen über ganz Italien bis zum Schwarzen Meer und über Griechenland bis zur Türkei.

In Deutschland ist Symphytum tuberosum im östlichen Alpenvorland, im Süden des Bayerischen Waldes und Teilen der Fränkischen Alb relativ häufig. Weitere natürliche Vorkommen gibt es an der oberen Elbe. In der Schweiz hat die Art nur im Tessin urwüchsige Vorkommen.



Symphytum tuberosum in einer gemischten Bodendeckerfläche mit Elfenblumen.

Symphytum tuberosum ist eine Kennart der Buchen-Wälder und kommt hier sowie in Giersch-Säumen bevorzugt auf frischen bis feuchten, mäßig basen- und nährstoffreichen Böden vor.

In montanen Lagen wächst der Knoten-Beinwell auch im Unterwuchs feuchter Hochstaudenfluren. Die Standorte sind licht halbschattig bis schattig.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (4)  Temperatur (4)  Kontinentalität (6)  Feuchte (6)  Reaktion (7)  Stickstoff (5)

Beschreibung

Der Knoten-Beinwell ist eine sommergrüne Staude von 20-30 (40) cm Höhe. Er bildet durch Ausläufer breitwüchsige Horste und blüht von Ende März bis Anfang Mai mit hell-gelbem, zurückhaltendem Blütenflor.

Die rauh behaarten Blätter laufen im oberen Bereich einige Zentimeter am Stengel herab. Die unteren Blätter sind breiter und gestielt.

Die Rhizome von Symphytum tuberosum wurden geröstet und gemahlen als Kaffeeersatz verwendet. Wie die meisten Beinwelle finden Rhizomextrakte medizinische Einsatzfelder mit entzündungslindernder Wirkung bei stumpfen Sportverletzungen oder entzündlichen Prozessen im Bewegungsapparat.

Mit dem Gewöhnlichen Beinwell (Symphytum officinale) werden gelegentlich natürliche Hybriden gebildet. Sehr ähnlich ist der nördlich der Alpen nur eingebürgerte Knollen-Beinwell (Symphytum bulbosum). Er hat deutlich kürzere Ausläufer, etwas kleinere Blüten und die oberen Stengelblätter laufen nicht am Stengel herab.

Verwendungshinweise

Symphytum tuberosum ist eine zurückgenommene Ergänzungspflanze für ausgesprochen naturnah ausgerichtete Unterpflanzungen von Baumbeständen in Verbindung mit Frühlingsgeophyten, Waldgräsern und Farnen.

Als alte Heilpflanze kann sie auch im Umfeld von Kloster- und Bauerngärten eingesetzt werden.

Der blühfreudigere Kleine Kaukasus-Beinwell (Symphytum grandiflorum) ist die attraktivere Alternative.


Kultur

Anders als die habituell ähnliche, blütenreichere Symphytum granduliferum ist der Ausbreitungsdrang des Knoten-Beinwell unproblematisch. Allerdings ist er nur mit Mühe zu beziehen.

Auf bindigen, nicht zu nahrhaften, humosen Lehmböden unter Bäumen ist die Art pflegeleicht und benötigt keine gärtnerische Unterstützung.

Bilder





Symphytum_tuberosum_knoten-beinwell_11


Symphytum_tuberosum_knoten-beinwell_22

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
bodendeckend
15-30 cm Höhe
hell-gelb
April
grün
dunkel-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
essbar
Heil-/Gewürzpflanze
unbedeutend
frisch
nicht austrocknend
feucht
halbschattig
sommerlich schattig
absonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Staudenfluren
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Mittelgebirge (montan)
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Kleinasien
befriedigend
Gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
Hochstaudenfluren feuchter bis nasser Standorte
Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Laubwälder
Buchenwälder
Mull-Buchenwälder
Montane Buchenwälder
Feuchtwälder
Auwälder
Ländlicher Garten
Repräsentative Gärten
Waldgarten
Klostergarten
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Insektenweide
Nebensortiment
sommergrün
Gehölz/Wald
Gehölzrand/Staudenfluren