Symphytum officinale / Gewöhnlicher Beinwell, Wallwurz

Symphytum_officinale_gew%c3%b6hnlicher_beinwell_11 Familie Boraginaceae, Rauhblattgewächse
Pflanzen pro qm 3.00
Wikipedia Symphytum officinale
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Symphytum officinale: Der Gewöhnliche Beinwell ist von den spanischen Pyrenäen bis in das nördliche Mitteleuropa und nach Osten über ganz Osteuropa bis Zentral-Asoem und das westliche Sibirien verbreitet.

In Skandinavien, Teilen Chinas und stellenweise sogar in den USA und Südamerika ist Symphytum officinale neophytisch eingebürgert (Karte der Gesamtverbreitung).

In Mitteleuropa kommt die etwas wärmeliebende Art von den Tieflagen bis in die montane Stufe vor. 



Symphytum officinale am Ufer eines Grabens

Der Gewöhnliche Beinwell wächst in sehr nahrhaften, sonnigen bis licht halbschattigen und feuchten bis nassen Standorten in Auwäldern, in Staudensäumen an Waldrändern, in feuchten Hochstaudenfluren, in Tiefland-Fettwiesen und in nahrhaften Nasswiesen.

Er kommt dabei sowohl auf basenreichen Lehm- und Tonböden wie sauren Niedermoorböden vor.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (6)  Kontinentalität (3)  Feuchte (8)  Reaktion (-)  Stickstoff (8)



Die weiße Varietät sieht man nur selten.

Beschreibung

Symphytum officinale ist eine sommergrüne, horstbildende Staude von gut 100 (130) cm Wuchshöhe. Die Art setzt sich aus einem in den Detail-Merkmalen variablen Artenschwarm zusammen.

Die rötlich aufblühenden und violett verblühenden, seltener creme-weißen Blüten erscheinen von Ende Mai bis in den Juli hinein. Sie werden intensiv von Hummeln besucht, fallen in den Blattmassen aber nicht übermäßig auf.

Lang am Stengel herablaufende Blätter, Blüten ohne Blauanteile und tief geteilte Kronblätter charakterisieren den Gewöhnlichen Beinwell:



Die jungen, sehr eiweißreichen Blätter werden in einigen Regionen trotz einer gewissen Alkaloid-Konzentration gelegentlich verzehrt. Sie sind behaart und laufen lang am Stengel herab.

Bekannter ist die Verwendung von Rhizomextrakten in Beinwell-Salbe mit entzündungslindernder Wirkung bei stumpfen Sportverletzungen oder entzündlichen Prozessen im Bewegungsapparat.

Als Viehfutter findet v.a. der Bastard-Beinwell Verwendung, eine Hybride des Gewöhnlichen Beinwells mit dem Kaukasus-Beinwell.



Symphytum officinale in der Nachbildung eines sogenannten Bauerngartens

Verwendungshinweise

Der Gewöhnliche Beinwell kann an naturhaften Gewässerufern, in Feuchtstellen von einschürigen Wiesen und lichten Wäldern sowie in Sumpfbeeten in größeren, parkartigen Anlagen ergänzend verwendet werde.

Insbesondere die großen Laubblätter bringen interessante Strukturen in feuchte Hochstaudenfluren. Im Frühling ist der Blattaustrieb ein interessanter Anblick. Will man die Art betont naturnah einsetzen, stellt man fest, dass er mit einer Reihe sehr konkurrenzkräftiger Stauden vergesellschaftet ist, die man nur in größeren Flächen einsetzen sollte. Dazu gehören z.B. Rohr-Glanzgras, Schilf, Gewöhnlicher Gilbweiderich und sehr viele aggressive Neophyten wie Topinambur, Drüsiges Springkraut, Riesen-Bärenklau, Japanischer Staudenknöterich oder Kanadische Goldrute. Verträglichere Partner vom Naturstandort sind dagegen Echter Wasserdost, Wilde Karde und Gewöhnliche Nachtviole.

Als alte Heilpflanze kann Symphytum officinale auch in Kloster- und Bauerngärten eingesetzt werden.



Der Austrieb mit den großen Blättern ist verheißungsvoll.

Kultur

In Kultur gedeiht er auch auf frischen, guten Gartenböden anstandslos.

Die kräftige Pflanze ist robust und duchsetzungsstark, dabei aber streng horstig wachsend und somit trotz der Wuchskraft verträglich. Allerdings entstehen auch aus kleineren Wurzelstücken schnell neue Pflanzen.

Trockenfallendes Bodensubstrat führt zu Wachstumsschäden.

Sorten:
  • Moulin Rouge: purpur-rote Blüte, schwachwüchisger (bis 80 cm hoch), neigt zur vegetativen Rückentwicklung in die Wildform, solche Rückschläge müssen umgehend tief entfernt werden
  • var. alba: natürlich auftretende Varietät mit weißen Blüten

Bilder





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var. alba


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var. alba

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
60-100 cm Höhe
rot
rosa
violett
Juni
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
giftig
Heil-/Gewürzpflanze
unbedeutend
frisch
wechselfeucht
nass
nicht austrocknend
feucht
vollsonnig
sonnig
halbschattig
absonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
organische Böden
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Gewässer/Gewässerrand
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
mediterraner Schwerpunkt
Hügelland (collin)
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Sibirien
Zentral-Asien
befriedigend
Sehr gering
strukturbildender Solitär
verträglich
Flüsse
Moore und Sümpfe Wiesen Staudenfluren Gebüsche Wälder
Großseggenriede
Nasswiesen
Feuchtwiesen
Hochstaudenfluren feuchter bis nasser Standorte
Feuchtgebüsche
Feuchtwälder
Erlenbruchwälder
Auwälder
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Ländlicher Garten
Wassergarten
Klostergarten
Insektenweide
Wiese/Prärie
Hauptsortiment
sommergrün
Wasserrand/Sumpf
Gehölzrand/Staudenfluren