Symphoricarpos albus / Gewöhnliche Schneebeere, Knallerbsenstrauch

Symphoricarpos_albus_gew%c3%b6hnliche_schneebeere_11 Familie Caprifoliaceae, Geißblattgewächse
Pflanzen pro qm 2.00
Wikipedia Symphoricarpos albus
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Symphoricarpos albus: Die Gewöhnliche Schneebeere ist in Nordamerika von Alaska über Kanada bis in die USA weit verbreitet und fehlt nur in den Südstaaten. Sie wächst von den Tiefebenen bis in hochmontane Höhenlagen.

Symphoricarpos albus besiedelt ein sehr breites Spektrum von Habitaten, kommt aber vorrangig auf frischen, nahrhaften und basenreicheren Lehmböden an Rändern von Auwäldern, an Flussufern, in frischen bis feuchten Schlagfluren und lichten Wäldern vor.

Daneben tritt die Art aber auch in trockeneren Wäldern, Prärien und Savannen auf. Sie wird durch Feuer und Rodungen begünstigt, da ihre Wurzelschößlinge die freiwerdenden Stellen rasch besetzen und die neu einsetzende Sukzession dominieren können.



Ein unscheinbarer Strauch mit einer bemerkenswerten Karriere: Die Gewöhnliche Schneebeere

Die Gewöhnliche Schneebeere ist in nahezu in ganz Europa neophytisch eingebürgert. Nur im süd-östlichen und östlichen Europa hat sie sich noch nicht festsetzen können (Karte der europäischen Verbreitung). In Deutschland ist sie in praktisch allen Naturräumen mehr oder weniger stetig bis aufdringlich vertreten. Lediglich in Schleswig-Holstein und dem Alpenvorland tut sie sich schwerer (Verbreitungskarte Deutschland).

In Europa bedroht sie im Unterwuchs von Forsten stellenweise die biologische Vielfalt. V.a. die Fähigkeit auch naturnahe Feucht- und Auwälder zu unterwandern, stellt eine Entwertung für naturschutzfachlich bedeutsame Biotope dar.

Aufgrund der geringen Keimfähigkeit der Samen erfolgt die Ausbreitung praktisch nur ausgehend von gepflanzten Beständen. Entsprechend sind v.a. siedlungsnahe Räume betroffen.

Beschreibung

Symphoricarpos albus ist ein sommergrüner Stauch von etwa 200 cm Höhe, der durch intensive Ausläuferbildung deutlich stärker in die Breite wächst. Mit den Jahren bilden sich flächige Gebüsche.

Die rosé-weißen, kleinen Blüten stehen in wenigblütigen Ähren und sind relativ unscheinbar und erscheinen von Juni bis Ende August. Sie werden intensiv von Insekten aufgesucht.

Markant sind die weißen, erbsengroßen Früchte, die bis zum Frühjahr relativ zierend an den Sträuchern verbleiben. Sie rufen bei Verzehr einiger weniger Beeren bereits Vergiftungserscheinungen wie Brechreiz hervor. Auch Vögel greifen nur unwillig auf die Früchte zurück, werden aber nicht geschädigt.

Das Herbstlaub haftet recht lange und nimmt fahle, grünliche Gelbtöne an.

Verwendung

Die Gewöhliche Schneebeere ist der vermutlich häufigste Strauch im Straßenbegleitgrün und in pflegefreien öffentlichen Grünanlagen.

Er wird wegen seiner ausgesprochenen Anspruchslosigkeit eingesetzt und sollte wegen seines enormen Allerweltscharakters selbst in reinen Funktionspflanzungen nur mit Vorsicht verwendet werden.

Eine Verwendung kann auf trocken, verschatteten und nicht zu pflegenden Unterpflanzungen von Bäumen im urbanen Raum erwogen werden, wo nur wenige Alternativen bestehen.

Ebenfalls gerne in pflegefreien Grünanlagen zum Einsatz kommen die Korallenbeere (Symphoricarpos orbiculatus) und die hybride Chenault-Schneebeere (Symphoricarpos x chenaultii), zu der der unverwüstliche Flächendecker 'Hancock' gehört.



Die Blüten sind sehr unscheinbar.

Kultur

Die Art ist hitze- und stadtklimaverträglich, übersteht Trockenphasen unbeschadet und trotzt sonnigen wie verschatten Standorten.

Wurzelkonkurrenz auch von Großbäumen stellt sie vor keine nennenswerten Probleme.

Eine Verwendung außerhalb von Citylagen sollte wegen der invasiven Tendenzen verworfen werden.

Bilder





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Attribute

Lebensform Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blattfärbung Zierwert Frucht
Strauch
Normalstrauch
breit ausladend
rosé-weiß
dunkel-grün
blau-grün
zierend/strukturstark
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
giftig
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
sommertrocken
feucht
sonnig
halbschattig
sommerlich schattig
absonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
salzhaltig
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Amerika
Nordamerika
in Sonderfällen
Sehr gering
strukturbildender Solitär
unverträglich
öffentliches Grün
Straßenbegleitgrün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Insektenweide
Bodenfestiger (Halden/Böschungen)
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Hauptsortiment
sommergrün
zierende Winterstruktur
Gehölz/Wald
Gehölzrand/Staudenfluren