Stipa pennata (Stipa joannis) / Grauscheidiges Federgras

Familie Poaceae, Süßgräser
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Stipa pennata (Stipa joannis)
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Stipa pennata

Das Grauscheidige Federgras kommt von der Sierra Nevada in Spanien bis in das südlichste Skandinavien vor. Nach Osten reicht das Verbreitungsgebiet von Mittel-, Ost- und Süd-Osteuropa über Kleinasien und den Kaukasus bis in das westliche Sibirien (Karte der Gesamtverbreitung).

In den gemäßigten Klimaten des Verbreitungsgebietes wächst Stipa pennata in den Steppenlandschaften des Tief- und Hügellandes, im mediterranen Raum vorwiegend in Gebirgslagen. Hier tritt es auch in lichten Kiefern- und Stein-Eichen-Wäldern auf. In den nördlicheren Breitengraden werden nur mehr oder weniger vollsonnige Standorte besiedelt.



Stipa pennata noch im Samenschmuck stilecht mit Stipa capillata, Phleum phleoides, Scabiosa canescens und Echium vulgare

In Deutschland stößt die Art an ihre nord-westliche Arealgrenze und kommt nur zerstreut in sommertrockenen und winterkalten Lagen im Regenschatten von Hunsrück und Eifel, Odenwald/Spessart/Rhöhn, Thüringer Wald und Harz vor. Sehr selten ist es im mittleren Brandenburg. Insgesamt gilt die Art als gefährdet.

Das Grauscheidige Federgras ist in Mitteleuropa eine Kennart der extrem trocken-warmen, stickstoffarmen und basenreichen Kontinentalen Steppenrasen auf durchlässigen, leichten Lehmböden südexponierter Hanglagen.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)   ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (7)  Kontinentalität (2)  Feuchte (2)  Reaktion (7)  Stickstoff (2)

Beschreibung

Stipa pennata ist ein sommergrünes Horstgras. Es erreicht in Blüte eine Wuchshöhe von etwa 30 bis 50 cm. Es gehört damit zu den niedrigsten Federgräsern.

Die Blütezeit liegt im Juni. Die silbrigen, schweifartig überhängenden, fedrig begrannten Fruchtstände sind bis etwa Anfang Juli hinein zierend, werden aber dann rasch hinfällig und unattraktiv.

Die Art ist sehr kurzlebig. Nach der zweiten Blüte stirbt sie in der Regel ab. Unter gartenpraktischen Gesichtspunkten betrachtet man sie am Besten ähnlich wie eine Zweijährige.

Im Handel wird sie mitunter unter dem Synonym "Stipa joannis" angeboten.

Verwendungshinweise

Das Grauscheidige Federgras ist außerhalb der Blütezeit sehr unscheinbar und im Hochsommer, wenn sich die Samenstände in einen amorphen Federbausch auflösen, sogar für kurze Zeit fragwürdige Erscheinung.

Blühende und fruchtende Bestände von Stipa pennata sind allerdings ein atemberaubender Anblick und verkörpern den Inbegriff der flirrend-heißen Steppenlandschaften. Es sollte vorwiegend in größeren, aber lockeren Gruppen verwendet werden, um diesen Effekt zu erzielen.

Die Art spielt daher trotz der frühen Vergänglichkeit eine wichtige Rolle als Aspektbildner in Steppenanlagen und Kiesgärten.

Wird die Art mit anderen horstigen Gräsern der Trockensteppen wie z.B. Achnatherum calamagrostis oder Stipa capillata bzw. mediterranen Halbsträuchern kombiniert, kaschieren diese die hochsommerliche Verfallsphase erfolgreich.



Die Blütenphase ist ausgesprochen elegant.

Kultur

Auf extrem trockenen und armen, vollsonnigen Standorten ist Stipa pennata trotz ihrer Kurzlebigkeit relativ zuverlässig zu halten und benötigt wenig gärtnerische Unterstützung. Sie ist versamungsfreudig und kann mit der Zeit größere Bestände aufbauen, wenn ausreichend Vegetationslücken vorhanden sind. Will man sie an Ort und Stelle erhalten, steckt man die Samen vorsichthalber im Sommer am gewünschten Ort in den Boden. Eine Vorkultur ist nicht zwingend erforderlich, kann aber umgehend nach der Samenreife vorgenommen werden, da eine Kälteperiode nicht erforderlich ist.

Auf nahrhafteren Standorten wird die lichtliebende Art schnell von wüchsigen Stauden bedrängt.

Auf schweren Böden kümmert sie. Ideal sind leichte Sand-, Kies- oder Schotterböden.

Bilder





















Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Gras
horstartig
30-60 cm Höhe
gelblich-grün
Mai
Juni
Juli
grün
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
unbedeutend
trocken
mäßig trocken
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
kalk-/basenreich
sehr arme Böden
arme Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Kontinentaler Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mitteleuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Sibirien
Zentral-Asien
Kleinasien
gut
Mittel
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Trockenrasen Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Steppenrasen
Repräsentative Gärten
Steppenpflanzung
Gründächer
Substratstärke über 15 cm
Wiese/Prärie
Nebensortiment
sommergrün
Felssteppen
Steppen