Stachys officinalis (Betonica officinalis)

Stachys_officinalis_echter_ziest_11 Name Echter Ziest, Gewöhnliche Betonie
Botanischer Name: Stachys officinalis (Betonica officinalis)
Familie Lamiaceae, Lippenblütler
Pflanzen pro qm 8.00
Wikipedia Stachys officinalis (Betonica officinalis)
Verbreitungskarte Verbreitungskarte
Sorten

Alba, Rosea, Rosea Compacta

Beschreibung

Naturstandort von Stachys officinalis (Echter Ziest): Stachys officinalis kommt vereinzelt in Gebirgsregionen Nord-West-Afrikas und der Iberischen Halbinsel vor, hat seinen Verbreitungsschwerpunkt aber in Mitteleuropa vom Hügelland bis in alpine Höhenlagen (Karte der europäischen Verbreitung).



Echter Ziest in einer Magerweide im Alpenvorland

Nach Osten reichen die Vorkommen über den Balkan, die Türkei und den Kaukasus bzw. ganz Osteuropa bis Zentral-Russland (Karte der Gesamtverbreitung).

In Deutschland fehlt der Echte Ziest in der Nord-West-Deutschen Tiefebene weitgehend, im Nord-Osten ist er etwas stetiger. In den übrigen Regionen ist er weit verbreitet.#



Zusammen mit Kohl-Kratzdistel und vereinzelten Wald-Witwenblumen an einem wechsel-sickerfeuchten Steilhang in den österreichischen Alpen

Der Echte Ziest besiedelt eine Vielzahl von Lebensräumen und Pflanzengesellschafte, deren gemeinsamer Nenner immer eine geringe bis sehr mäßige Stickstoffversorgung, ein mehr oder weniger hoher Lichtgenuss und in der Regel eine stark schwankende Wasserversorgung ist.

Stachys officinalis ist eine Charakterart der Pfeifengraswiesen und kommt regelmäßig in wechselfeuchten, basenarmen Borstgrasrasen und Zwergstrauchheiden auf Silikat- und Niedermoorböden, in wechselfeuchten Magerrasen, wechselfeuchten, bodensauren Eichenmischwäldern auf Sandböden und wechselfeuchten, mageren Staudensäumen vor.



Die haltbaren Samenstände erscheinen im Flachland schon ab Anfang August.

Beschreibung

Stachys officinalis ist eine sommergrüne, horstige Staude von 40 bis 60 cm Höhe. Die rosa Blüten stehen in Scheinähren an langen Stielen. Die Hauptblütezeit erstreckt sich von Juni bis Ende Juli,  bei Mahd/Rückschnitt auch mit Nachblüte bis in den September hinein.

Die Samenstände sind strukturstabil und geben Pflanzungen auch im Winter eine Struktur.

Mitunter wird auch "Betonica officinalis" als korrekte wissenschaftliche Bezeichnung angesehen.  Die Art wird unter diesem Namen aber nicht gehandelt.

Verwendungshinweise

Der Echte Ziest kommt v.a. in größeren Beständen in naturhaften Wiesen und von Gräsern dominierten Staudensäumen oder unter sehr lichten Baumgruppen schön zur Geltung.

Eine ungewohnte, an natürliche Borstgrasrasen der Gebirgslagen erinnernde Kombination würde z.B. auf Arnika (Arnica montana), Berg-Nelkenwurz (Geum montanum), Bärwurz (Meum athamanticum), die selten verwendete Bärtige Glockenblume (Campanula barbata) oder das Gemeine Katzenpfötchen (Antennaria dioica) zurückgreifen.

Aufgrund seiner Verwendung als traditionelle Heilpflanze sollte der Echte Ziest auch in Kloster- und Bauerngärten nicht fehlen.



Eindrucksvoller Massenbestand am naturhaft gestalteten, sonnigen Waldrand

Kultur

Die Art ist auf allen mageren, mäßig trockenen bis wechselfeuchten und vollsonnigen bis sehr licht halbschattigen Standorten konkurrenzfähig und benötigt kaum gärtnerische Unterstützung.

Eine jährliche Mahd der Standorte mit Abfuhr der Streu ist hilfreich, weil es Gehölzaufkommen unterbindet und der Nährstoffanreicherung entgegenwirkt.



'Alba' hält sich strikt an ihren Sortennamen und bietet schneeweiße Blüten.

Sorten:

  • Alba: wie die Art, mit rein weißen Blüten
  • Rosea: wie die Art, mit hell-rosa bis zart-rosa Blüten (im Handel oftmals als "Stachys monnieri 'Rosea')
  • Rosea Compacta: hell-rosa Blüten und breitwüchsiger, niedriger Wuchs von weniger als 20 cm Höhe

Bilder





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Alba


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Alba


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Rosea


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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
30-60 cm Höhe
weiß
rosa
pink
Juni
Juli
August
September
grün
hellgrün
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
Heil-/Gewürzpflanze
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
wechselfeucht
sommertrocken
feucht
vollsonnig
sonnig
halbschattig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
organische Böden
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
arme Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Zentral-Asien
gut
Gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Trockenrasen Alpine Schuttfluren/Blockhalden Staudenfluren Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Wälder
Sandtrockenrasen
Steppenrasen
Bodensaure Borstgrasrasen
Submediterrane Halbtrockenrasen
Silikat
Kalk
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Feucht- und Moorheiden
Eichenwälder
Bodensauere Eichenmischwälder
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Bauerngarten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Heidegarten
Steppenpflanzung
Klostergarten
Gründächer
Substratstärke über 15 cm
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Insektenweide
Wiese
Hauptsortiment
sommergrün
Alpinum
Wiesen
Felssteppen
Steppen
Heiden
Gehölzrand/Staudenfluren