Solidago canadensis // Kanadische Goldrute

Familie Asteraceae, Korbblütler
Pflanzen pro qm 4.00
Wikipedia Solidago canadensis
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Solidago canadensis

Die Kanadische Goldrute ist im Nord-Osten der USA und im Süd-Osten Kanadas von den Tiefebenen bis in die montane Stufe verbreitet. In Eurasien und Ozeanien ist sie nahezu flächendeckend eingebürgert (Karte der Gesamtverbreitung).

Sie besiedelt offene Wälder, insbesondere Auwälder sowie Hochgras-Prärien. Durch die menschlichen Landschaftsveränderungen wird sie begünstigt und findet sich entsprechend häufig in Acker- und Weidebrachen sowie Ruderalfluren aller Art.

Straßenböschungen und Brachflächen aller Art werden von der Kanadischen Goldrute mitunter geradezu überrannt.

In Mitteleuropa und Deutschland tritt die Art als aggressiver Neophyt auf und ist flächendeckend in nahezu allen vollsonnigen bis halbschattigen, ausdauernden Ruderalfluren, feuchten Hochstaudenfluren, in Queckenrasen, brachgefallenen Wirtschaftswiesen sowie in frischen Waldrandsituationen und Giersch-Säumen anzutreffen.

Sie ist derart vital und präsent, dass sie in Europa bereits eine eigene evolutive Entwicklung vollzogen haben könnte. Es gibt Erwägungen, der europäischen Population als "Solidago anthropogena" einen eigenen Artrang zu verleihen.

Herbstlicher Massenbestand in einer gestörten Flussaue

Solidago canadensis ist sehr tolerant gegenüber nahezu sämtlichen Standortparametern. Sie gedeiht zumindest in Mitteleuropa gleichermaßen dominant in trockenen wie feuchten, sauren wie alkalischen, mäßig nahrhaften und nahrhaften Substraten. Nur bei ausgeprägter Stickstoffarmut und Verschattung kümmert sie.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (6)  Kontinentalität (5)  Feuchte (-)  Reaktion (-)  Stickstoff (6)

Solidago canadensis in einer blütenreichen Ruderalflur mit Knäuelgras, Acker-Kratzdistel und Echtem Johanniskraut.

Beschreibung
Die Kanadische Goldrute ist eine sommergrüne, extrem langlebige Staude, die zwischen 100 und auf guten Standorten 200 cm Höhe erreicht. Sie treibt wuchernde Ausläufer und bildet rasch flächige Bestände, unterstützt durch sehr willige Versamung. Die Samen werden vom Wind verbreitet und können über Kilometer verdriftet werden.

Die gold-gelben Blütenstände erscheinen ab August bis in den Oktober hinein. Die knospenden Blütenstände hängen bogig über, bevor sie sich zum Aufblühen aufrichten. Die Fruchtstände sind mit ihrem silbrigen Pappus durchaus zierend und den Winter hindurch strukturstabil.

Im Herbst verfärbt sich das Laub in fahle Gelbtöne, die eine dezente Zierwirkung entfalten.

Sehr ähnlich ist die ebenfalls aggressiv neophytisch auftretende Riesen-Goldrute (Solidago gigantea). Die Blütenstände sind etwas gedrungener und v.a. vor dem Aufblühen nicht gekrümmt. Anders als der Name vermuten ließe, ist der Wuchs aber nicht üppiger. Sie meidet Standorte mit regelmäßigem Trockenstress. Es werden allerdings auch Hybriden zwischen den beiden Arten gebildet, die die Unterscheidungsmerkmale verwischen.

Es kommt zudem zu Kreuzungen mit der auch in Mitteleuropa heimischen Solidago virgaurea.

Kompakte, horstig wachsende Sorten wie die gerade mal kniehohe 'Strahlenkrone' sind die einzig zu verantwortenden Optionen für die Gartenkultur. Die Kombination mit Monarda fistulosa ist sehr interessant.

Verwendungshinweise
Solidago canadensis ist aufgrund der Omnipräsenz in Ruderal- und Brachfluren ein ausgeprägter Störungsanzeiger und eine unter ästhetischen Gesichtspunkten nur in Sonderfällen und auch nur in nicht wuchernden Auslesen verwendbare Staude. Die botanische Art ist im Handel entsprechend auch nicht erhältlich.

Bei den gehandelten Auslesen handelt es sich um Hybriden, die auch unter der Bezeichnung "Solidago x cultorum" oder "Solidago Hybride" geführt werden. Viele Auslesen neigen zu teilweise unangenehm williger Selbstversamung.

Diese Auslesen sind klassische Bestandteile ländlicher Gärten und Rabatten und haben hier entsprechend eine gewisse Verwendungswürdigkeit.

Wenn man Solidago canadensis verwenden möchte, kommt man an 'Loysder Crown' mit seinem weithin leuchtenden, schwefligen Blütenwolken kaum vorbei. Die Begleitung durch Achillea millefolium ist hier ideal gewählt.

Kultur
Solidago canadensis ist ausgesprochen robust und durchsetzungsfähig. Im Prinzip schaden ihr nur Schattenlagen, ausgesprochene Stickstoffarmut und ständiger Trockenstress. Selbst in solchen Ungunstlagen überdauert sie aber und kommt auch zur Blüte.

Ideale Bedingungen findet sie an (voll-)sonnigen Standorten auf dauer-frischen, nahrhaften Mineralböden.

Die Wildart stellt sich früher oder später in allen Pflanzflächen ein und muss konsequent beseitigt werden. Die gleichermaßen dichtstengeligen wie in die Fläche drängenden Bestände dulden über kurz oder lang keine weiteren Stauden neben sich und können sogar etablierte Sträucher bedrängen.

Wie bei vielen nordamerikanischen Präriestauden sind die Samenstände lange zierend.

Sorten:
  • Goldenmosa: 60 cm hoch, horstig, kompakt-kegelige Blütenstände, mitunter lästige Selbstaussaat
  • Goldjunge: 180 cm hoch, kräftiger Ausbreitungsdrang, sehr große, breitgefächerte Blütenstände, lästige Selbstaussat
  • Hiddigeigei: 80-100 cm hoch, gold-gelber Blattaustrieb, ab Ende Mai langsam vergrünend, wobei die laufend nachgebildeten Blätter an der Triebspitze grünlich-gelb bleiben, kein oder kaum Blütenansatz, nicht expansiv, nur auf sonnigen, etwas stressbetonten Standorten ausreichend standfest
  • Little Miss Sunshine: 30 cm hoch, gedrungene Blütendolden, gut kontrollierbar
  • Loysder Crown: 80 cm hoch, leuchtend schwefel-gelbe, dicht-wolkige Blüten, gut kontrollierbare Ausbreitung, keine fertilen Samen, sehr schöne Variation, nur auf sonnigen, wenigstens gelegentlich abtrocknenden und nicht zu nahrhaften Standorten gut standfest
  • Strahlenkrone: 60 cm hoch, horstig, mitunter lästige Selbstaussaat
  • Bilder



























    'Goldjunge'



    'Goldjunge'



    'Hiddigeigei'



    'Hiddigeigei'



    'Loysder Crown'



    'Loysder Crown'



    'Loysder Crown'



    'Strahlenkrone'



    'Strahlenkrone'

    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    flächendeckend
    horstartig
    60-100 cm Höhe
    100-150 cm Höhe
    hell-gelb
    gelb
    August
    September
    Oktober
    grün
    zierende Herbstfärbung
    Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
    zierend/strukturstark
    ungiftig
    unbedeutend
    mäßig trocken
    frisch
    wechselfeucht
    sommertrocken
    feucht
    vollsonnig
    sonnig
    Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    humos
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    kalk-/basenreich
    arme Böden
    mittlere Böden
    reiche Böden
    frostfreie Lage
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    luftfeuchte und/oder kühle Lagen
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Amerika
    Nordamerika
    befriedigend
    Gering
    strukturbildender Gruppen-Solitär
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    unverträglich
    verträglich
    Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Ländlicher Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Steppenpflanzung
    für Pflanzgefäße geeignet
    Gründächer
    Substratstärke über 15 cm
    öffentliches Grün
    Straßenbegleitgrün
    Grünanlagen geringer Pflegestufe
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Hauptsortiment
    sommergrün
    zierende Winterstruktur
    Gehölzrand/Staudenfluren