Solidago canadensis // Kanadische Goldrute

Familie Asteraceae, Korbblütler
Pflanzen pro qm 4.00
Wikipedia Solidago canadensis
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Solidago canadensis: Die Kanadische Goldrute ist im Nord-Osten der USA und im Süd-Osten Kanadas von den Tiefebenen bis in die montane Stufe verbreitet. In Eurasien und Ozeanien ist sie nahezu flächendeckend eingebürgert (Karte der Gesamtverbreitung).

Sie besiedelt offene Wälder, insbesondere Auwälder sowie Hochgras-Prärien. Durch die menschlichen Landschaftsveränderungen wird sie begünstigt und findet sich entsprehcend häufig in Acker- und Weidebrachen sowie Ruderalfluren aller Art.



Straßenböschungen und Brachflächen aller Art werden von der Kanadischen Goldrute mitunter geradezu überrannt.

In Mitteleuropa tritt die Art als aggressiver Neophyt auf und ist flächendeckend in nahezu allen vollsonnigen bis halbschattigen, ausdauernden Ruderalfluren, feuchten Hochstaudenfluren, in Queckenrasen, brachgefallenen Wirtschaftswiesen sowie in frischen Waldrandsituationen und Giersch-Säumen anzutreffen.

Sie ist derart vital und präsent, dass sie in Europa bereits eine eigene evolutive Entwicklung vollzogen haben könnte. Es gibt Erwägungen, der europäischen Population als "Solidago anthropogena" einen eigenen Artrang zu verleihen.



Herbstlicher Massenbestand in einer gestörten Flussaue

Solidago canadensis ist sehr tolerant gegenüber nahezu sämtlichen Standortparametern. Sie gedeiht gleichermaßen dominant in trockenen wie feuchten, sauren wie alkalischen, mäßig nahrhaften und nahrhaften Substraten. Nur bei ausgeprägter Stickstoffarmut und Verschattung kümmert sie.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)   ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (6)  Kontinentalität (5)  Feuchte (-)  Reaktion (-)  Stickstoff (6)



Solidago canadensis in einer blütenreichen Ruderalflur mit Knäuelgras, Acker-Kratzdistel und Echtem Johanniskraut.

Beschreibung: Die Kanadische Goldrute ist eine sommergrüne, extrem langlebige Staude, die zwischen 100 und auf guten Standorten 200 cm Höhe erreicht. Sie treibt wuchernde Ausläufer und bildet rasch flächige Bestände, unterstützt durch sehr willige Versamung. Die Samen werden vom Wind verbreitet und können über Kilometer verdriftet werden.

Die gold-gelben Blütenstände erscheinen ab August bis in den Oktober hinein. Die knospenden Blütenstände hängen bogig über, bevor sie sich zum Aufblühen aufrichten. Die Fruchtstände sind mit ihrem silbrigen Pappus durchaus zierend und den Winter hindurch strukturstabil.

Sehr ähnlich ist die ebenfalls aggressiv neophytisch auftretende Riesen-Goldrute (Solidago gigantea). Die Blütenstände sind etwas gedrungener und v.a. vor dem Aufblühen nicht gekrümmt. Anders als der Name vermuten ließe, ist der Wuchs aber nicht üppiger. Sie meidet Standorte mit regelmäßigem Trockenstress. Es werden allerdings auch Hybriden zwischen den beiden Arten gebildet, die die Unterscheidungsmerkmale verwischen.



Kompakte, horstig wachsende Sorten wie die gerade mal kniehohe 'Strahlenkrone' sind die einzig zu verantwortenden Optionen für die Gartenkultur. Die Kombination mit Monarda fistulosa ist sehr interessant.


Verwendungshinweise: Solidago canadensis ist aufgrund der Omnipräsenz in Ruderal- und Brachfluren ein ausgeprägter Störungsanzeiger und eine unter ästhetischen Gesichtspunkten nur in Sonderfällen und auch nur in nicht wuchernden Auslesen verwendbare Staude. Die botanische Art ist im Handel entsprechend auch nicht erhältlich.

Bei den gehandelten Auslesen handelt es sich um Hybriden, die unter der Bezeichnung "Solidgo x cultorum" oder "Solidago Hybride" geführt werden. Viele Auslesen neigen zu teilweise unangenehm williger Selbstversamung.

Diese Auslesen sind klassische Bestandteile ländlicher Gärten und Rabatten und haben hier entsprechend eine gewisse Verwendungswürdigkeit.



Wie bei vielen nordamerikanischen Präriestauden sind die Samenstände lange zierend.

Kultur: Solidago canadensis ist ausgesprochen robust und durchsetzungsfähig. Im Prinzip schaden ihr nur Schattenlagen, ausgesprochene Stickstoffarmut und ständiger Trockenstress. Selbst in solchen Ungunstlagen überdauert sie aber und kommt auch zur Blüte.

Ideale Bedingungen findet sie an (voll-)sonnigen Standorten auf dauer-frischen, nahrhaften Mineralböden.

Die Wildart stellt sich früher oder später in allen Pflanzflächen ein und muss konsequent beseitigt werden. Die gleichermaßen dichtstengeligen wie in die Fläche drängenden Bestände dulden über kurz oder lang keine weiteren Stauden neben sich und können sogar etablierte Sträucher bedrängen.

Sorten:
  • Goldenmosa: 60 cm hoch, horstig, kompakt-kegelige Blütenstände, mitunter lästige Selbstaussaat
  • Goldjunge: 180 cm hoch, kräftiger Ausbreitungsdrang, sehr große, breitgefächerte Blütenstände, lästige Selbstaussat
  • Little Miss Sunshine: 30 cm hoch, gedrungene Blütendolden, gut kontrollierbar
  • Loysder Crown: 80 cm hoch, auffällig creme-schwefel-gelbe Blüten, kontrollierbare Ausbreitung, keine fertilen Samen, sehr schöne Variation
  • Strahlenkrone: 60 cm hoch, horstig, mitunter lästige Selbstaussaat
  • Bilder



























    Goldjunge



    Goldjunge



    Strahlenkrone



    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    flächendeckend
    horstartig
    30-60 cm Höhe
    60-100 cm Höhe
    100-150 cm Höhe
    150-250 cm Höhe
    hell-gelb
    gelb
    September
    grün
    Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
    zierend/strukturstark
    ungiftig
    unbedeutend
    mäßig trocken
    frisch
    wechselfeucht
    sommertrocken
    feucht
    vollsonnig
    sonnig
    halbschattig
    absonnig
    Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    Ton
    humos
    organische Böden
    poröser Schotter
    kalk-/basenreich
    arme Böden
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Amerika
    Nordamerika
    Liebhaberpflanze
    Sehr gering
    strukturbildender Solitär
    strukturbildender Gruppen-Solitär
    unverträglich
    Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Ländlicher Garten
    Repräsentative Gärten
    öffentliches Grün
    Grünanlagen geringer Pflegestufe
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Rabatte
    Insektenweide
    Wiese/Prärie
    Hauptsortiment
    sommergrün
    zierende Winterstruktur
    Gehölzrand/Staudenfluren